Dienstag, 28. Juni 2022
Navigation öffnen
Anzeige:
Novavax
Novavax
 
Gesundheitspolitik

ÄKN und KVN: Rauchverbot ausweiten, um Nichtraucher zu schützen

Die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) und die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) fordern von der Politik eine Ausweitung des Rauchverbots auf E-Zigaretten und E-Shishas. Jährlich sterben in Deutschland bis zu 110.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Diese Zahl nannte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) im Drogenbericht 2015.

Anzeige:
Tapentadol
Tapentadol
 

"Auch der Dampf von E-Zigaretten und E-Shishas, die von der Allgemeinheit als weniger gesundheitsschädlich eingestuft werden als herkömmliche Zigaretten, birgt erhebliche gesundheitliche Risiken", erklärt die Lungenfachärztin und Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), Dr. med. Martina Wenker. "Aus diesem Grund muss das allgemein herrschende Rauchverbot auch auf E-Zigaretten ausgeweitet werden." Dies diene vor allem dem Schutz von Kindern und Jugendlichen, die stark von den häufig süßen Geschmacksrichtungen der elektronischen Zigarettenalternative angesprochen werden. "Da die Abgabe von E-Zigaretten an Jugendliche nicht verboten ist und sie auch nicht unter das Nichtraucherschutzgesetz fallen, werden E-Zigaretten verstärkt auf Schulhöfen konsumiert. Das kann eine starke Sogwirkung auf die jüngeren Mitschüler haben und den Wechsel zu Tabakzigaretten erleichtern", mahnt die ÄKN-Präsidentin. "Sowohl nikotinfreie als auch nikotinhaltige Flüssigkeiten, die in E-Inhalationsprodukten verdampft werden, können nachweislich zu Atemwegsreizungen führen und zudem die Innenraumluft verschlechtern", warnt Dr. med. Thomas Suermann, Präventionsbeauftragter der KVN. Zum Teil würden in diesen Aerosolen sogar krebserzeugende Substanzen gefunden. Die gesundheitlichen Risiken bei regelmäßigem und bei Langzeitkonsum seien derzeit nicht abschätzbar. "Dank gesetzlicher Regelungen gehört das Rauchen nicht mehr zum Alltag von vielen Kindern und Jugendlichen. Rauchten im Jahr 2001 noch 27,5% der Zwölf- bis 17-Jährigen, waren es 2012 noch 12%. Vermeintlich harmlose und schmackhafte E-Shishas und E-Zigaretten sind dagegen inzwischen auf Schulhöfen häufig anzutreffen. So üben Jugendliche wieder ein Rauchritual ein", kritisiert Dr. Suermann.

Dr. med. Gisbert Voigt, ÄKN-Vizepräsident und niedergelassener Kinderarzt, betrachtet diese Entwicklung ebenfalls kritisch. Er betont: "Kinder und Jugendliche müssen darin bestärkt werden, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen." Hier seien niederschwellige Angebote notwendig, die die Vorzüge des Nichtrauchens in den Vordergrund stellen. Als Beispiel nennt Dr. Voigt den seit 18 Jahren bundesweit stattfindenden Nichtraucherwettbewerb "Be smart - Don’t start". Der Wettbewerb soll Schülern ab der sechsten Klasse vermitteln, dass Nichtrauchen der bessere Lebensstil ist. Die Aufgabe ist es, als Klassengemeinschaft für ein halbes Jahr komplett rauchfrei zu bleiben - als bundesweiter Hauptpreis winkt eine Klassenfahrt. "Be smart - Don’t start" wird vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel organisiert und unter anderem von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutschen Krebshilfe e. V. unterstützt.

Quelle: ÄKN, KVN


Anzeige:
Prevenar
Prevenar

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"ÄKN und KVN: Rauchverbot ausweiten, um Nichtraucher zu schützen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der MedtriX GmbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.