Donnerstag, 15. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Pneumovax
Pneumovax
Gesundheitspolitik
07. April 2021

Amnesty: Corona hat Krise der Menschenrechte ausgelöst

Millionen Menschen sind bereits nach einer Corona-Infektion gestorben. Die verheerenden Folgen der Pandemie gehen aber viel weiter. Amnesty International schlägt nun Alarm, was die Menschenrechtslage weltweit angeht.
Anzeige:
Xarelto
Die Corona-Pandemie hat laut Amnesty International weltweit zu einer deutlichen Zunahme von Menschenrechtsverletzungen mit vielen Millionen Betroffenen geführt. Corona sei „in einer großen Zahl von Ländern nicht nur eine Gesundheitskrise, sondern auch eine Krise der Menschenrechte“, sagte der Deutschlandchef der Organisation, Markus Beeko, am Mittwoch bei der Vorstellung des Amnesty-Jahresberichts in Berlin. Behörden hätten „billigend Schaden oder sogar den Tod“ von besonders schutzbedürftigen Menschen in Kauf genommen, zum Beispiel von Risikopatienten, Beschäftigten im Gesundheitssektor oder Migranten.

Der Bericht beleuchtet die Menschenrechtslage in 149 der insgesamt etwa 200 Länder weltweit. Danach hat die Pandemie in vielen Regionen Ungleichheit, Diskriminierung und Unterdrückung verstärkt. Die Krise sei von zahlreichen Staaten missbraucht worden, um Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit weiter einzuschränken.

Amnesty kritisiert vor allem das Agieren der reichen Länder im Kampf gegen das Virus scharf und wirft der internationalen Gemeinschaft vor, bei der Bekämpfung der Pandemie nicht an einem Strang zu ziehen. „Die Pandemie hat auch die Mittelmäßigkeit und Verlogenheit, den Egoismus und den Betrug unter den Machthabenden dieser Welt verstärkt“, schreibt Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard im Vorwort zu dem Bericht. Die Welt sei „derzeit unfähig, bei einem globalen Ereignis mit großen Auswirkungen effektiv und gerecht zusammenzuarbeiten“.

Die Vorsitzende des Bundestags-Menschenrechtsausschusses, Gyde Jensen (FDP), forderte, der Entwicklung entgegenzuwirken. „Amnesty International zeigt erneut, dass die Pandemie wie ein Brandbeschleuniger wirkt“, sagte sie. Bundesaußenminister Heiko Maas sollte sich mit seinen EU-Kollegen für eine gemeinsame Menschenrechtskonferenz der EU mit den USA und weiteren Verbündeten einsetzen. „Das Ziel muss dabei explizit die Stärkung der Zivilgesellschaften sein.“

Die Grünen sprachen von einer „düsteren Jahresbilanz“ von Amnesty International. Sie sollte ein „Weckruf an die Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft sein“, forderten die Menschenrechtspolitiker Margarete Bause und Kai Gehring.

Der Bericht prangert unter anderem vor allem die Benachteiligung ärmerer Länder bei der Verteilung vom Impfstoff an. Die für eine gerechte Versorgung gegründete Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation sei von Russland, den USA und anderen Ländern unterminiert worden. Auch hätten mehr als 90 Länder Exportbeschränkungen für medizinisches Gerät, Schutzausrüstung, Arznei- und Nahrungsmittel verhängt.

Quelle: dpa


Anzeige:
OFEV
OFEV

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr als heiße Luft - Bei Sommerhitze die Ozonwerte im Auge behalten

Mehr als heiße Luft - Bei Sommerhitze die Ozonwerte im Auge behalten
© Thaut Images / Fotolia.com

Bei anhaltend hohen Temperaturen steigt auch die Ozonkonzentration in der Luft. „Das schädliche Gas kann bei empfindlichen Menschen die Augen reizen, Hustenanfälle auslösen oder Kopfschmerzen verursachen“, sagt Dr. Ursula Marschall. Die leitende Medizinerin bei der BARMER empfiehlt deshalb insbesondere älteren Menschen und chronisch Kranken bei hohen Ozonwerten körperliche Anstrengungen zu reduzieren.

„Lebensqualität mit einer Nierenerkrankung” – Eingeschränkte Nierenfunktion bei Diabetes mellitus früh erkennen und behandeln

„Lebensqualität mit einer Nierenerkrankung” – Eingeschränkte Nierenfunktion bei Diabetes mellitus früh erkennen und behandeln
©SciePro - stock.adobe.com

Nierenkrankheiten sind bei Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes nach wie vor eine häufige Begleit- und Folgeerkrankung. Jeder dritte Patient, der eine Nierenersatztherapie benötigt, hat als Ursache für das chronische Nierenversagen einen Diabetes mellitus. Die Mehrheit dieser Betroffenen sind Menschen mit Typ-2-Diabetes, teils kommen aber auch Menschen mit Typ-1-Diabetes an die Dialyse. Insgesamt sind Schätzungen zufolge in Deutschland etwa 30.000 bis 40.000 Menschen mit Diabetes auf die Dialyse angewiesen. Bei manchen ist sogar eine Nierentransplantation notwendig...

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern
© bubutu / Fotolia.com

Rund 100.000 Kinder in Bayern sind von Asthma betroffen, so der aktuelle bayerische Kindergesundheitsbericht. "Das ist nicht nur für die Kleinen belastend, sondern auch für deren Familien", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Mütter, Väter oder Geschwister kommen oft körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass vier von fünf der betroffenen Eltern keine Angebote zur Familienentlastung kennen. "Wir möchten das ändern und mit dem Projekt 'Beratung von Eltern chronisch kranker Kinder...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Amnesty: Corona hat Krise der Menschenrechte ausgelöst"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Kabinett beschließt Bundes-Notbremse: Nächtliche Ausgangssperren und geschlossene Läden
  • Kabinett beschließt Bundes-Notbremse: Nächtliche Ausgangssperren und geschlossene Läden