Mittwoch, 29. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Apotheker fordern Ende der Importförderung bei Medikamenten

Gerade sorgen illegale Medikamente aus Italien für Wirbel. Apotheker warnen vor einem Problem: Bei den Importen verwischt die Rückverfolgbarkeit, das Risiko steigt.

Angesichts einer Zunahme von Arzneimittelfälschungen fordern die Apotheker in Deutschland ein Ende der Förderung von Importen. Die Verpflichtung der Apotheker, Importe abzugeben, müsse aufgehoben werden, verlangte der Präsident der Bundesapothekerkammer, Andreas Kiefer, am Dienstag in München. An diesem Mittwoch wird der Deutsche Apothekertag in Anwesenheit von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) eröffnet. Zuletzt hatten illegal in den Handel gebrachte Chargen eines Krebsmittels aus Italien für Unruhe gesorgt.

Die Gefahr von Arzneimittelfälschungen steige durch immer längere und komplexere Vertriebswege. Speziell bei importierten Medikamenten bestehe die Gefahr, dass illegal hergestellte Mittel auf den legalen Markt gelangten. Von 260 Rückrufen in diesem Jahr hätten 125 Importe betroffen. "Arzneimittel sind so sicher wie der Vertriebsweg zur Apotheke", sagte Friedemann Schmidt, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Besonders im Internet könnten Patienten oft nicht einschätzen, wo die Verkäufer sitzen und wo die Medikamente herkommen. Jeder könne hier eine deutsche Homepage einrichten oder sich ein Gütesiegel verpassen.

Aus deutschen Apotheken sei bisher kein Fall bekannt, bei dem ein gefälschtes Medikament an einen Patienten gelangt sei. Die Apotheken seien ihrer "Türsteherfunktion" gerecht geworden, sagte Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes. Aber: "Es muss etwas geschehen, damit wir besser reagieren können, wenn wir uns nicht sicher sind."

Es sei falsch, dass Apotheker eine Importquote erfüllen müssten, die sie zwinge, mindestens fünf Prozent des Umsatzes mit importierten Arzneimitteln zu machen. "Damit können wir als verantwortliche Berufsgruppe für Arzneimittelsicherheit nicht zufrieden sein. Deswegen beraten wir auf dem Apothekertag einen Appell an den Gesetzgeber, die Quote zu streichen."


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