Samstag, 2. Juli 2022
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Gesundheitspolitik

Arbeitgeber und DGB fordern 280 Millionen Euro gegen Kinderarmut

Beengte Verhältnisse, wenig Geld und ein Mangel an hoffnungsvollen Vorbildern - viele von Hartz IV betroffene Kinder haben schlechte Chancen. Arbeitgeber und DGB fordern mehr Hilfe.

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Arbeitgeber und Gewerkschaften machen sich für bessere Perspektiven für hunderttausende besonders von Armut betroffene Kinder in Deutschland stark. Ein am Donnerstag in Berlin vorgestellter Aktionsplan von Arbeitgeberverband BDA und Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) zielt auf 112 000 Familien mit schulpflichtigen Kindern ab, die auf Hartz IV angewiesen sind und in denen die Eltern arbeitslos sind.

"Es kann sich hier der Hartz-IV-Bezug generationenübergreifend vererben", sagte Peter Clever von der BDA-Hauptgeschäftsführung. «Wenn die Kinder beide Elternteile immer nur zu Hause erleben und nicht sehen, dass mindestens ein Elternteil einer Arbeit nachgeht, hat das schlimme pädagogische Auswirkungen." Rund 200 000 Kinder leben in solchen Familien, so BDA und DGB unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit.

Vom Bund müssten 280 Millionen Euro pro Jahr fließen, damit zumindest ein Elternteil durch Qualifizierung, Lohnkostenzuschüsse oder andere Hilfen in einen Job gebracht werden könne. Jobcenter und Kommunen müssten dabei zusammenarbeiten, den Langzeitarbeitslosen einen Coach an die Seite stellen oder mit ihnen etwa in Familienzentren in Kontakt treten. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte, nötig sei eine bessere Verzahnung der verschiedenen Hilfsangebote. Notfalls kommt laut BDA und DGB auch eine zeitlich befristete, öffentlich geförderte Beschäftigung infrage.

Clever sagte, gerade angesichts der Herausforderung durch Flüchtlinge sei ein solches Programm ein wichtiges Signal. "Wir verlieren unsere zu Hause gewachsenen strukturellen Probleme nicht aus dem Blick." Das Programm soll laut BDA und DGB auf drei Jahre angelegt werden. Beide Verbände zeigten sich zuversichtlich, dass der Bund die Forderungen aufgreift. Es bestünden gute Chancen, dass Unternehmen Betroffenen eine Chance geben, sagte Clever.

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