Dienstag, 27. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
FSME
FSME
Gesundheitspolitik
07. Mai 2020

Freie Ärzteschaft: Datenspeicherung in Telematikinfrastruktur freiwillig und dezentral

Was für die Corona-App gelten soll, muss auch für die Telematikinfrastruktur (TI) gelten: Freiwilligkeit und dezentrale Datenspeicherung. Das fordert die Freie Ärzteschaft (FÄ). „Die verpflichtende Speicherung von Gesundheitsdaten in einem zentralen Serversystem ist bei der TI keinesfalls mehr vertretbar, wenn man dieses Konzept bereits bei einer zeitlich begrenzten Corona-App richtigerweise verlässt“, sagte Wolfgang Bartels, Vizevorsitzender des FÄ-Landesverbandes Nordrhein am Mittwoch in Düren.
Anzeige:
Trelegy
Trelegy
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zunächst eine Corona-App favorisiert, die Kontaktdaten zentral speichert. „Dadurch wären Bewegungsprofile einzelner Bürger nachvollziehbar gewesen, mit dem Risiko, dass mit SARS-CoV-2 infizierte Menschen an einen digitalen Pranger gestellt würden“, erläutert Bartels. Nach breiter Kritik an diesen Plänen sollen die Daten der Corona-App nun dezentral gespeichert werden. Zudem ist vorgesehen, dass die Bürger die App freiwillig nutzen können. „Für Gesundheitsdaten in der TI, die sensibelsten Daten der Menschen überhaupt“, betont der Orthopäde, „ist mindestens der gleiche Schutz gefordert.“
 
Bislang hat Spahn jedoch anderes vor: Alle Gesundheitsdaten der gesetzlich versicherten Bürger in Deutschland sollen in einem zentral vernetzten System gespeichert werden, auf das etwa Krankenkassen, Forschungseinrichtungen und die etwa zwei Millionen im Gesundheitswesen Beschäftigten zugreifen können. Seit vielen Jahren weist die FÄ auf Fehler und Risiken dieses Systems hin. „Eine zentrale Speicherung von Gesundheitsdaten ist nachweislich anfällig für Datendiebstahl und -missbrauch“, betont Dr. Frieder Haneberg, FÄ-Mitglied und Radiologe in Gummersbach. „Zudem bestehen erhebliche Konflikte mit der Datenschutzgrundverordnung, und noch immer liegt die gesetzlich vorgeschriebene Datenschutzfolgeabschätzung nicht vor.“ IT-Fachleute und der Chaos Computer Club hätten gezeigt, wie leicht die TI angreifbar sei und wie schnell die Daten ausgelesen werden könnten.
 
Viele Ärztinnen und Ärzte haben daher aus Datenschutz- und Gewissensgründen ihre Praxen nicht an die TI angeschlossen. Dafür werden sie derzeit mit steigenden Honorarabzügen bestraft. Die Freie Ärzteschaft fordert, diese Sanktionierung von vielen Tausend Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten umgehend zu beenden.

Quelle: Freie Ärzteschaft e.V.


Anzeige:
Pneumovax
Pneumovax

Das könnte Sie auch interessieren

6 von 10 Menschen in Deutschland nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt

6 von 10 Menschen in Deutschland nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt
© den-belitsky - stock.adobe.com

Sind Patienten müde, kraftlos und infektanfällig, kann gerade in der sonnenarmen Winterzeit ein Vitamin D-Defizit der Grund sein. Wie akut diese Gefahr ist, deutet eine vom Robert Koch-Institut durchgeführte Studie an. Hier wurde die Konzentration von 25-Hydroxy-Vitamin-D (25(OH)D) bei 6.995 Teilnehmern im Blutserum gemessen: Insgesamt wiesen 30,2 % der Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren 25(OH)D-Serumkonzentrationen < 30 nmol/l und damit eine mangelhafte Versorgung auf. Eine ausreichende Versorgung mit 25(OH)D-Serumkonzentrationen von ≥ 50 nmol/l erreichten...

Was tun bei psychischem Druck durch Diabetes Typ 1

Was tun bei psychischem Druck durch Diabetes Typ 1
© interstid - stock.adobe.com

Zum Alltag von Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 gehören eine regelmäßige Medikamenteneinnahme beziehungsweise Insulingaben, die Kontrolle des Glukosespiegels und eine daran angepasste Ernährungsweise. Die Erkrankung erfordert an 365 Tagen im Jahr Aufmerksamkeit und Disziplin, um eine gute Stoffwechseleinstellung zu erreichen. Viele der mittlerweile mehr als 7 Millionen Betroffenen bewältigen dies erfolgreich und sind dabei genauso leistungsfähig wie Stoffwechselgesunde. Das ist auch modernen Technologien wie Insulinpumpen, Sensormesssystemen und dem...

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird
© psdesign1 - stock.adobe.com

Schlägt das Herz unregelmäßig und „stolpert“, sprechen Herzmediziner von Palpitationen. Das Stolperherz umfasst verschiedene Herzrhythmusstörungen, die ohne Vorwarnung auftreten können. Schlägt das Herz plötzlich anders als gewohnt, wird das von den meisten als beängstigend empfunden. „Ist mein Herz in Gefahr?“, fragen sich Betroffene, wenn kräftiges Herzklopfen, Herzrasen oder Aussetzer des Herzschlags wie aus dem Nichts kommen. „Herzstolpern beschreibt das unangenehme Wahrnehmen des Herzschlags, der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Freie Ärzteschaft: Datenspeicherung in Telematikinfrastruktur freiwillig und dezentral"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)
  • CHMP empfiehlt SARS-CoV-2-Impfstoff von Moderna für Jugendliche von 12-17 Jahren (Quelle: PEI, 23.7.2021)