Montag, 27. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

DGB fordert verstärkten Kampf gegen Psychostress im Job

Bei Frührentnern sind oft psychische Erkrankungen der Grund für den vorzeitigen Ausstieg aus dem Job. Über Hintergründe wollen die Psychotherapeuten aufklären. Der DGB sieht die Bundesregierung gefordert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Bundesregierung zu klaren Regeln gegen zunehmenden Stress am Arbeitsplatz aufgerufen. "Wir brauchen eine Anti-Stress-Politik, damit Arbeit nicht länger krank macht", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

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Die Bundespsychotherapeutenkammer erläutert an diesem Dienstag (10.00 Uhr) in einer Pressekonferenz in Berlin, in welchem Ausmaß psychische Erkrankungen Ursache von Arbeitsunfähigkeit sind. Die Kammer hat dafür die Statistiken der Kranken- und Rentenversicherung zur Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung für das Jahr 2012 ausgewertet.

Buntenbach forderte: "Das Thema Psychostress am Arbeitsplatz muss ganz oben auf der politischen Agenda bleiben, weil der Arbeitsplatz Stressfaktor Nummer eins ist und Arbeitsstress Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe verursacht."

Die meisten Arbeitgeber setzten sich mit dem Problem noch immer nicht genug auseinander, so Buntenbach. "70% der Unternehmen setzen die nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtende Gefährdungsbeurteilung im Hinblick auf psychische Belastungen nicht richtig um." Bei nur 9% der Beschäftigten würden auch psychische Belastungen beim Arbeitsplatz-Check berücksichtigt.

"Die Beschäftigten sind nicht etwa plötzlich Weicheier geworden, sondern leiden nachweisbar unter einem steigendem Druck bei der Arbeit", mahnte Buntenbach. "Fast zwei Drittel der Beschäftigten müssen immer mehr in der gleichen Zeit leisten, mehr als die Hälfte arbeitet gehetzt und mehr als ein Viertel muss permanent erreichbar sein."

Bei den jährlichen Krankheitstagen wegen psychischer Erkrankungen habe es in den vergangenen 15 Jahren einen Anstieg um mehr als 80% auf 59 Millionen gegeben. Buntenbach: "Die verschärften Arbeitsbedingungen führen inzwischen dazu, dass 42% der Erwerbsminderungsrenten auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind."

Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland haben auch Probleme mit Alkohol und anderen Suchtstoffen, wie mehrere Krankenkassen in ihren jüngsten Gesundheitsreports dargestellt hatten.


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