Mittwoch, 29. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Diakonie: Hartz-IV-Sätze müssen Strompreisanstieg berücksichtigen

Strom sparen mit einem neuen Kühlschrank - schön und gut. Doch wer kein Geld hat, kann sich kein neues Gerät kaufen. Die Diakonie ist empört über den drohenden Strompreisanstieg.

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Die Diakonie befürchtet dramatische Folgen für sozial schwache Menschen, wenn die Strompreise in Deutschland weiter in die Höhe schnellen. „Das kann bis zur Abschaltung gehen, wenn man den Strom nicht mehr bezahlen kann“, sagte der Vorstandsvorsitzende der evangelischen Wohlfahrtsorganisation in Mitteldeutschland, Eberhard Grüneberg, der Nachrichtenagentur dpa. Es sei zwar nachvollziehbar, dass die Energiewende nicht zum Null-Tarif zu haben ist. „Wir dürfen beim Ausbau der erneuerbaren Energien aber nicht die Menschen, die jetzt schon in einer Armutssituation sind, auf der Strecke lassen.“

Die Ökostrom-Umlage wird 2013 auf ein Rekordniveau ansteigen. Zusammen mit höheren Netznutzungskosten und weiteren Energiewende-Umlagen droht einem Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ein Strompreisanstieg um knapp 100 Euro. Derzeit zahlt ein durchschnittlicher Haushalt rund 900 Euro pro Jahr.

Besonders hart dürfte die Preiserhöhung die Langzeitarbeitslosen treffen. Der in Hartz IV enthaltene Betrag für Wohnungsinstandhaltung und Strom von rund 30 Euro reiche schon jetzt nicht aus, um alle Kosten zu decken, erklärte Grüneberg und forderte eine Erhöhung der Hartz-IV-Leistungen. Ansonsten drohe denjenigen, die den Strom nicht mehr bezahlen könnten, eine dunkle Wohnung - auch Kühlschrank, Waschmaschine oder Radio liefen dann nicht mehr.

Eine „Abwrackprämie“ für besonders stromfressende Geräte hält Grüneberg für abwegig. „Wer kein Geld hat, der kann sich nicht einfach so einen neuen Kühlschrank kaufen. Denn ein Gerät, was viel Strom sparen soll, ist in der Regel auch teuer. Das können sich nur die leisten, die Geld haben“, sagte er.


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