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Gesundheitspolitik
07. Juni 2021

Appell: G7 müssen weltweite Impfungen finanzieren

Wenige Tage vor dem G7-Gipfel in Großbritannien haben 230 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die großen Industrieländer zur Finanzierung der weltweiten Corona-Impfkampagne aufgefordert. Die G7 sollten zwei Drittel der schätzungsweise 66 Milliarden US-Dollar (54,2 Milliarden Euro) bezahlen, die in den kommenden beiden Jahren benötigt werde, um auch die Menschen in ärmeren Ländern zu impfen, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag. Das entspräche 44 Milliarden Dollar, etwa 36 Milliarden Euro.
Der Initiator des Appells, der britische Ex-Premierminister Gordon Brown, sagte einem Bericht der Zeitung „Guardian“ zufolge, der Vorschlag koste jeden Briten umgerechnet 0,35 Euro pro Woche „für die beste Versicherungspolitik der Welt“. In dem Schreiben wird betont, die Unterstützung sei kein Akt der Nächstenliebe, sondern im strategischen Interesse jedes Landes. Die Gruppe der Sieben (G7) besteht aus den USA, Kanada, Großbritannien, Japan, Frankreich, Italien und Deutschland.

Wissens- und Technologietransfer für die Impfstoffherstellung

„Die G7 sollte auch eine Vorreiterrolle bei Verteilung von Impfstoffen sowie freiwilligen Lizenzvereinbarungen einnehmen“, hieß es weiter. Dazu gehöre auch der vorübergehende Verzicht auf Patente, um den erforderlichen Wissens- und Technologietransfer für die Herstellung von Impfstoffen zu ermöglichen. „2020 ist die globale Zusammenarbeit gescheitert, aber 2021 kann eine neue Ära einläuten.“

Außer Brown und seinem Vorgänger Tony Blair haben mehr als 100 ehemalige Staats- und Regierungschefs sowie Ex-Minister unterzeichnet. Darunter sind der frühere UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos. Unterschrieben haben auch Virgin-Gründer Richard Branson, Ikea-Chef Jesper Brodin, Wirtschaftswissenschaftler wie Michael Spence und Joseph Stiglitz sowie aus Deutschland Allianz-Chef Oliver Bäte und der frühere Rektor der Universität Mannheim, Ernst-Ludwig von Thadden.

Quelle: dpa


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