Sonntag, 26. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Kassenverband fordert passgenaue Lösungen bei Ärzteverteilung

Die Koalition arbeitet an einem neuen Versorgungsstrukturgesetz. Das erste hat die Probleme der Ärzteverteilung nicht gelöst. Die Krankenkassen beginnen, ihre Forderungen zu formulieren. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat Union und SPD aufgefordert, mit passgenauen regionalen Regelungen die Verteilungsprobleme bei den Vertragsärzten anzugehen. Das geplante Versorgungsstrukturgesetz II müsse verbindliche Regeln zum Abbau von Überkapazitäten vor allem in den Ballungsräumen vorgeben, erklärte vdek-Chefin Ulrike Elsner am Dienstag in Berlin. Zugleich sollten Versorgungsengpässe bei den Hausärzten im ländlichen Raum gezielt angegangen werden.

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Die Vorgängerregelung habe die Probleme nicht gelöst, sagte Elsner weiter. Nach wie vor gelte: "Zu viele Ärzte in Ballungsräumen, zu wenig Hausärzte in ländlichen Regionen." Der vdek mahnte mit Blick auf die neuen Regelungen: "Wir brauchen keine Förderung mit der Gießkanne, sondern passgenaue regionale Lösungen."

Um den ärztlichen Nachwuchs zu fördern, müsse die Allgemeinmedizin aufgewertet werden. Die finanzielle Förderung der allgemeinmedizinischen Weiterbildung durch die Krankenkassen reiche allein nicht aus. Durch Stipendien etwa sollten Anreize für eine ärztliche Tätigkeit in strukturschwachen Regionen gesetzt werden. Dafür bedürfe es einer Bund-Länder-Initiative, denn die ärztliche Ausbildung sei Ländersache.

Durch einen regionalen Preiszuschlag etwa sollten Anreize für Ärzte geschaffen werden, in unterversorgte Regionen zu gehen. Doch Geld allein werde die Probleme nicht lösen. Obwohl die Ärzte in den östlichen Bundesländern mit mehr als 250 000 Euro pro Kopf 2013 am meisten verdienten, "führte dies nicht zu einer größeren Niederlassungsbereitschaft".

Ein Honorarzuschlag wirke nur in Kombination mit anderen Maßnahmen wie einer flexibleren Zulassung, weniger Bereitschaften, günstigeren Krediten, Gemeinschaftpraxen und Medizinische Versorgungszentren bis hin zur Öffnung von Krankenhäusern.

Elsner wies darauf hin, dass die Kosten für psychotherapeutische Behandlungen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen seien. Mittlerweile ließen sich eine Million Menschen jährlich psychotherapeutisch behandeln. Auch hier sei die Versorgung unzureichend.


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