Donnerstag, 30. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Klimaschutz-Kosten: Umweltschützer werfen Brüssel Schwarzmalerei vor

Klimaschutz kostet Geld. Doch solche Ausgaben helfen auch Kosten sparen. So könnten bei besserer Luftqualität weniger Menschen Atemwegsprobleme bekommen. Umweltschützer werfen der EU-Kommission vor, solche Effekte zu übersehen.

Umweltschützer werfen der EU-Kommission Schwarzmalerei bei Kostenprognosen für den Klimaschutz vor. Die EU-Behörde habe verschwiegen, dass die Umstellung des Energiesystems auf Ökoenergien deutlich günstiger ausfallen könnte als bisher bekannt, sagte Brook Riley von der Umweltorganisation Friends of the Earth am Donnerstag in Brüssel. Eine Sprecherin der EU-Kommission verteidigte das Vorgehen.

Aktivist Riley bezieht sich mit seiner Kritik auf eine Studie im Auftrag der EU-Kommission, die dem Informationsdienst dpa Insight EU vorliegt. Wesentliche Erkenntnisse des Papiers seien «zensiert» worden, um Klimaschutz-Ambitionen abzuschwächen, meint er. So habe die Kommission in einem Strategiepapier zur Energieeffizienz vom Juli nur das teuerste Szenario aufgegriffen.

Laut der Studie der Nationalen Technischen Universität von Athen könnte Europas Energieversorgung im Jahr 2030 je nach Berechnungsmodell zwischen 1,9 und 2,5 Billionen Euro kosten, sollte die Energieeffizienz wie geplant um 30 Prozent verbessert werden. Die EU-Behörde arbeitet seit langem eng mit der Athener Uni zusammen.

In einem Strategiepapier zur Energieeffizienz vom Juli bezog sich die EU-Kommission explizit auf deren Expertise. Allerdings griff Brüssel nur auf die Rechenmethode zurück, die den Klimaschutz als besonders kostspielig darstellt. Die Methode, die beispielsweise sinkende Gesundheitskosten durch bessere Luftqualität einbezieht und Klimaschutz aus finanzieller Sicht wesentlich positiver bewertet, ist in dem Papier nicht erwähnt.

Eine Sprecherin der EU-Kommission bestätigte, dass die Behörde verschiedene Prognosen habe errechnen lassen. Man habe dann die Methode gewählt, die bereits in einem anderen Klima-Strategiepapier vom Januar genutzt worden sei. Das sei die richtige Entscheidung gewesen, sagte die Sprecherin.

Die Grünen im Europaparlament reagierten empört. "Es ist entsetzlich zu sehen, wie die Kommission Informationen manipuliert", sagte deren industriepolitischer Sprecher, Claude Turmes. Die gewählte Rechenmethode gehe an der Realität vorbei. "Kosten für ambitionierte Energieeffizienz-Szenarios werden künstlich aufgeblasen", monierte Turmes.


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