Mittwoch, 29. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Marburger Bund wehrt sich gegen Tarifeinheit

Die Klinikärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) wehrt sich dagegen, tarifpolitisch kaltgestellt zu werden. Eine von SPD und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt angepeilte Regelung zur Tarifeinheit missachte das grundgesetzlich garantierte Recht auf Koalitionsfreiheit, sagte der MB-Vorsitzende Rudolf Henke am Mittwoch in Berlin. Damit solle Wettbewerb "ausgerechnet dort abgeschafft werden, wo es um Arbeitnehmerinteressen geht."

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Als zweites großes Thema steht die langfristige Absicherung der Krankenhausfinanzierung auf der Tagesordnung der MB-Hauptversammlung am kommenden Freitag und Samstag in Berlin. "Patienten leiden jeden Tag aufs Neue, weil die von den Ländern zur Verfügung gestellten Mittel vorne und hinten nicht ausreichen», sagte Henke. Dies zu ändern, mache «eine nationale Kraftanstrengung" nötig.

Die Forderung nach Herstellung der Tarifeinheit richtet sich gegen Spartenorganisationen wie den Marburger Bund oder die Vereinigung Cockpit, die für ihre Mitglieder eigene, durchweg bessere Tarifverträge aushandeln - notfalls auch mit Streik. Dies durchbricht, vom Bundesarbeitsgericht gebilligt, das lange gültige Prinzip "Ein Betrieb, ein Tarifvertrag".

Die Arbeitgeber selbst hätten zur Fragmentierung der Tariflandschaft beigetragen, kritisierte Henke und verwies darauf, dass der Marburger Bund deswegen inzwischen Verhandlungen in 160 Tarifgebieten führen müsse. In den Parteien gebe es wachsendes Verständnis für die Position seiner Organisation.


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