Dienstag, 28. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Organspende-Affäre: Hinweise auf Manipulationen auch in München

Noch am Wochenende war nur von «versehentlich» falsch angekreuzten Fragebögen die Rede. Nun erhärtet sich der Verdacht auf Manipulationen bei Organverpflanzungen auch in München.

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In der Organspende-Affäre sind in einer Münchner Klinik möglicherweise doch Patientendaten gefälscht worden. Wie das Bayerische Wissenschaftsministerium am Montagabend mitteilte, hätten sich bei der Prüfung von Auffälligkeiten aus dem Klinikum Rechts der Isar „Anhaltspunkte ergeben (...), dass im Einzelfall eine Manipulation nicht ausgeschlossen werden kann“. Die Informationen würden von der Universitätsklinik nun umgehend an die Staatsanwaltschaft und die Prüfungskommission der Bundesärztekammer weitergegeben.

Noch am Wochenende hatte der Leiter des Transplantationszentrums des Krankenhauses, Uwe Heemann, den Verdacht von kriminellen Handlungen oder Manipulationen zurückgewiesen. In der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag) hatte er davon gesprochen, dass beispielsweise in zwei Fällen auf Fragebögen „versehentlich angekreuzt“ worden sei, dass der Patient eine Dialyse erhalte - dadurch habe eine Spenderleber schneller zur Verfügung gestanden. In anderen Fällen sei es um falsch übermittelte Laborwerte gegangen.

Die Uniklinik hatte zunächst am Donnerstag Auffälligkeiten in einzelnen Fällen eingeräumt. Den Vergleich mit den Fällen in Göttingen und Regensburg hatte bislang auch die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Am Montag hatte die Ermittlungsbehörde dann zunächst erklärt, dass sie die neuen Vorwürfe aus München noch nicht bewerten wolle. „Wir werden uns zu den Inhalten dieser Unregelmäßigkeiten nicht äußern, bevor uns nicht das Sachverständigen-Gutachten vorliegt“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.


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