Dienstag, 28. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Organspenden-Affäre: Münchner Uniklinik räumt Fehler ein

Die Affäre um Unregelmäßigkeiten bei Organspenden im Münchner Uniklinikum Rechts der Isar zieht immer weitere Kreise. Die Klinikleitung räumte Fehler in Einzelfällen ein. Einige Patienten seien zu Unrecht bevorzugt behandelt worden.

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In der Organspenden-Affäre hat das Münchner Uniklinikum Rechts der Isar Versäumnisse eingeräumt. „Wir haben Fehler gemacht, das ist keine Frage“, sagte der Leiter des Transplantationszentrums, Uwe Heemann, der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). Einzelne Patienten seien dadurch bevorzugt behandelt worden. „Diese Folge gab es, weil in Einzelfällen auf den Meldebögen zum Beispiel fälschlicherweise angekreuzt wurde, der Patient erhalte eine Dialyse. Dadurch hat er schneller eine Spenderleber erhalten.“ Aus diesen Fehlern habe die Klinik aber gelernt und die Abläufe im Transplantationsprogramm verbessert.

Der Ärztliche Direktor der Klinik, Reiner Gradinger, geht davon aus, dass es insgesamt um vier Fälle geht, bei denen Patienten unzulässig bevorzugt wurden, wie er dem „Spiegel“ sagte. Die Bundesärztekammer weist dem Bericht zufolge aber auf weitere Unregelmäßigkeiten hin: So soll ein Arzt der Klinik gegenüber der Organ-Vermittlungsstelle Eurotransplant verschwiegen haben, dass sein Patient an einer fortgeschrittenen Krebserkrankung litt. Trotz der schlechten Prognose habe der Patient eine neue Leber erhalten, sei aber bald darauf gestorben.

Bundesärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery sprach im Magazin „Focus“, von „Patienten, die aufgrund ihrer fortgeschrittenen Tumorleiden nicht mehr hätten transplantiert werden dürfen.“ Die Klinik wies diese Vorwürfe am Samstag energisch zurück. „So ist das nicht gewesen. Ich bin sehr überrascht über die Aussage von Herrn Montgomery“, sagte Heemann auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Untersuchung der Münchner Fälle sei noch nicht abgeschlossen, umso verwunderlicher seien die Vorwürfe.

Die Uniklinik hatte am Donnerstag Auffälligkeiten in einzelnen Fällen eingeräumt. Sie berief sich dabei auf den Bericht einer internen Arbeitsgruppe, die 163 Lebertransplantationen untersucht hatte. Die Staatsanwaltschaft in München prüft, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat vorliegt und schaltete einen Gutachter ein. Den von Ärztekammerpräsident Montgomery gezogenen Vergleich mit Fällen in Göttingen und Regensburg hatte die Behörde aber zurückgewiesen. Nach Einschätzung von Heemann gab es in dem Klinikum keine kriminelle Handlungen oder Manipulationen. Er zeigte sich überzeugt, dass auch die Prüfungskommission zu keinen anderen Ergebnissen kommen werde.


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