Mittwoch, 29. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Studie: Feminisierung in der Medizin Kostenrisiko oder Qualitätschance?

Im Bundesdurchschnitt sind nahezu 62% der Studienanfänger im Fach Medizin weiblich. Durch die Feminisierung der Medizin werden die ärztliche Versorgung im Gesundheitssektor und insbesondere die Arbeitsorganisation im Klinikbereich vor eine große organisatorische Herausforderung und kostenmäßige Probleme gestellt. Familienfreundliche Arbeitsstrukturen sind zu schaffen, wie aus der neuen Erhebung „Arbeitsplatz Krankenhaus“ von Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Akademischer Direktor des Center for Health Care Management and Regulation an der HHL Leipzig Graduate School of Management, hervorgeht. „Die Feminisierung der Medizin zwingt die Krankenhäuser, familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu schaffen und für unterstützende Infrastrukturen, z.B. Kita-Plätze, zu sorgen. Die Herausforderung ist, diese sinnvollen Investitionen, durch die die Personalkosten um bis zu 10% erhöht werden, nachhaltig zu finanzieren“, so der Medizinökonom.

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Im Rahmen der Studie "Arbeitsplatz Krankenhaus" wurden Entscheidungsträger von bundesweit 46 Krankenhäusern befragt. "Hauptkennzeichen einer familienfreundlichen Arbeitswelt sind aus Sicht der Krankenhäuser das Angebot von Kita-Plätzen, geregelte Arbeitszeiten und die Begrenzung von Diensten", fasst Prof. von Eiff zusammen. Zusätzliches Personal bei reduzierten Arbeitszeiten, Freizeitausgleich für Überstunden und geregelte Weiterbildung wurden von den Befragten als weitere, aber weniger wichtige Charakteristika genannt. Laut der Studie ist die Umsetzbarkeit einer familienfreundlichen Arbeitswelt in jedem Fachbereich möglich. Nur wenige Befragte halten die Umsetzbarkeit solch einer Arbeitswelt für nicht umsetzbar.

Unterschätzt? Kosten für die Arbeitsorganisation

Die Feminisierung der Medizin geht nach Angaben der Krankenhaus-Manager mit steigenden Kosten für die Arbeitsorganisation und Folgekosten, die beispielsweise für das Einrichten von Kita-Plätzen, den Mehrbedarf an Personal sowie flexible Arbeitszeitmodelle anfallen, einher. Prof. von Eiff erklärt: „Die Studie zeigt: Weder eine Schlechterversorgung der Patienten, noch eine Verbesserung der Behandlung wird durch die Feminisierung der Medizin erwartet. Allerdings werden steigende Kosten befürchtet, die als Folge der Schaffung familienfreundlicher Arbeitsplatzbedingungen anfallen. Interessant ist, dass nahezu 82% der Befragten davon ausgehen, die absehbaren Kostensteigerungen würden gegenfinanziert: eine Schlechterversorgung der Patienten als Folge des durch die Feminisierung ausgelösten Kostendrucks wird offensichtlich nicht befürchtet.“ Inwieweit es sich bei dieser Einschätzung um ein „unterschätztes Risiko“ handelt, bleibt laut des Medizinökonomen abzuwarten. Deutlich sei laut dem Survey, dass eine Verbesserung der Patientenversorgung als Folge der Feminisierung offenbar nicht erwartet wird.
Wie die Studie „Arbeitsplatz Krankenhaus“ von Prof. Eiff zeigt, zählen Familienfreundlichkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei den Medizinern zu den entscheidenden Kriterien bei der Auswahl eines potenziellen Arbeitgebers.
Weitere Informationen: http://www.hhl.de/studie-arbeitsplatz-krankenhaus

Quelle: HHL Leipzig Graduate School of Management


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