Mittwoch, 29. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Suchtforscher für früheren Einsatz von künstlichem Heroin

Der Suchtforscher Uwe Verthein hat sich für einen früheren Einsatz von künstlichem Heroin bei Abhängigen als heute rechtlich möglich ausgesprochen. „Es gibt Bedarf an einer Neuregelung“, sagte der Geschäftsführer des Hamburger Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Verthein hat die Erfahrungen der sieben deutschen Ambulanzen zur Abgabe des Stoffs Diamorphin ausgewertet.

Die Bedingungen für die Teilnehmer seien hoch, etwa eine Mindestabhängigkeit von fünf Jahren, sagte Verthein. „Könnte eine Diamorphin-Substitution früher einsetzen, müssten die Abhängigen nicht erst so tief abrutschen.“

Es gebe nach wie vor Vorbehalte gegen Diamorphin. „Hier wiederholt sich die ideologische Debatte, die in den 80er und 90er Jahre ums Methadon geführt wurde.“ Es gebe hohe Bedingungen für eine Diamorphin-Ambulanz. „Die Einrichtungen sind deshalb teurer, als sie sein müssten.“

Verthein sagte: „Wir gehen von einem Bedarf für rund 1.500, höchstens 3.000 Patienten aus.“ Heute seien aber nur gut 400 Patienten deutschlandweit in der Diamorphin-Behandlung. Dabei seien die Erfolge beeindruckend. „Die Lebensqualität steigt, der Gesundheitszustand verbessert sich, die soziale Situation wird stabiler.“ Die für Opiatkonsum typischen Angst- und depressiven Störungen könnten besser behandelt werden. Die Arbeitsfähigkeit erhöhe sich.

Das gelte heute ebenso wie in einer Modellphase. Nach dem bundesweiten Modell folgte 2009 der Beschluss des Bundestags, Diamorphin an Heroinkranke in Spezialeinrichtungen unter Aufsicht abzugeben. Zwar gibt es mit rund 80.000 weit mehr Menschen mit dem Ersatzstoff Methadon. Doch die Erfahrungen seien nicht bei allen gut.


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