Sonntag, 25. Juli 2021
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Gesundheitspolitik

April 2012

Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen stark gestiegen

Die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen ist einem Langzeit-Vergleich zufolge drastisch gestiegen. Laut dem Bundesarbeitsministerium waren es 2001 deutschlandweit noch 33,6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Im Jahr 2010 waren es bereits 53,5 Millionen, wie die «Frankfurter Rundschau» (Montag) unter Berufung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei berichtet. Der Anteil solcher Fälle an allen Arbeitsunfähigkeitstagen kletterte demnach von 6,6 auf 13,1 Prozent.

Minister drängen auf kürzere Meldefristen für Infektionskrankheiten

Rund ein Jahr nach Ausbruch der EHEC-Epidemie haben Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) an die Länder appelliert, den Weg für kürzere Meldefristen für Infektionskrankheiten frei zu machen. Leider halte der Bundesrat eine entsprechende Gesetzesänderung im Vermittlungsausschuss auf, sagte Bahr dem «Hamburger Abendblatt» (Samstag). «Die Länder müssen wissen, dass sie damit eine schnelle Einführung dieser notwendigen Regelungen aufschieben.» Aigner bekräftigte Bahrs Forderung. Die Geschwindigkeit bei der Meldung von Infektionserkrankungen sei...

Lafontaine fordert Zugang zum Internet für alle

Der Linken-Politiker Oskar Lafontaine hat mit Blick auf die Piratenpartei einen Zugang zum Internet für alle Hartz-IV-Empfänger gefordert. Ärmere Menschen müssten sich am Internet beteiligen können – «notfalls auch mit staatlicher Alimentation», sagte Lafontaine beim Landesparteitag der Linken Baden-Württemberg am Samstag in Stuttgart. Der Piratenpartei warf der Linken-Fraktionschef im saarländischen Landtag vor, sich bislang nicht zur sozialen Frage positioniert zu haben.

Krebspatienten: Welchen Wert hat die Verlängerung der Überlebenszeit?

Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. bewertet die aktuellen Entscheidungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) kritisch. Im Rahmen der frühen Nutzenbewertung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) waren die drei neuen Krebsmedikamente Abirateron, Cabazitaxel und Eribulin begutachtet worden. Die letzte Entscheidung zu Eribulin wurde am 19. April bekannt gegeben. Die Nutzenbewertung ist Grundlage für Preisverhandlungen mit den Herstellern.

BfR zur Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen

In den vergangenen Jahren stieg das Interesse, neue Pflanzen in Lebensmitteln, insbesondere in Nahrungsergänzungsmitteln zu verwenden, und alte Kulturpflanzen wurden neu entdeckt. Diesen Pflanzen werden oft Wirkungen zugesprochen, die mit dem Gehalt an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen begründet werden. Abhängig von der Menge und den Begleitstoffen in Extrakten und Zubereitungen können diese Stoffe aber auch toxisch wirken. „In vielen Fällen werden Pflanzen und pflanzliche Zubereitungen in Lebensmitteln vor der Vermarktung behördlicherseits nicht auf gesundheitliche Unbedenklichkeit...

GGMA: „Ärzte sehen Zukunft so positiv wie nie – Rekord-Hoch beim Medizinklimaindex Frühjahr 2012“

So positiv wie noch nie seit Beginn der Erhebung sehen Ärzte, Zahnärzte und Psychologische Psychotherapeuten ihre momentane wirtschaftliche Lage und die Aussichten für die nächsten sechs Monate. Das zeigt der Medizinklimaindex (MKI) Frühjahr 2012 der Stiftung Gesundheit. Mit einem Gesamtwert von -5,1 bleibt der Index zwar weiterhin im negativen Bereich, erreicht jedoch den höchsten Wert seit Beginn der halbjährlichen Erhebungen im Herbst 2006.

Test auf Gendefekt bei Embryo muss Schwangere selbst zahlen

Die gesetzliche Krankenversicherung kommt nicht für einen DNA-Test auf, wenn eine Schwangere herausfinden will, ob ihr Ungeborenes einen Gendefekt geerbt hat. Die Frau muss die Kosten selbst tragen. Das entschied das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (Az.: L 5 KR 720/11 ER), wie die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins erläutert. In dem Fall habe der Gentest allein dazu dienen sollen, um über eine Abtreibung zu entscheiden.

DGUV: 3.700 ehemalige Wismut-Mitarbeiter an Lungenkrebs erkrankt

Die Zahl der durch Uranerzbergbau an Lungenkrebs erkrankten ehemaligen Wismut-Mitarbeiter ist höher als erwartet. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wurden seit 1991 insgesamt 3.700 Lungenkrebs-Fälle als Berufskrankheit bestätigt. Hinzu kämen 120 Menschen mit Kehlkopfkrebs sowie 2.750 Menschen mit einer Quarzstaublungenerkrankung, sagte DGUV-Hauptgeschäftsführer Joachim Breuer am Freitag in Dresden. Mit einer so hohen Zahl an Lungenkrebs-Fällen hätten die Experten nach der Wende nicht gerechnet, hieß es.