Mittwoch, 18. September 2019
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Gesundheitspolitik

Beiträge zum Thema: Gesundheit

September 2019

Osteoporose-Screening ohne Nutzenbeleg

Erstmals haben nun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) federführend einen EUnetHTA-Bericht erstellt. Danach ist der Nutzen eines Screenings auf Osteoporose in der Allgemeinbevölkerung bislang nicht belegt. Der Nachweis, dass ein Screening Frakturen verhindert, wird durch die vorliegenden acht Studien nicht erbracht. Co-Autoren des EUnetHTA-Berichts waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Schweizer Netzwerks für HTA (SNHTA). Expertinnen und Experten aus Barcelona (Spanien),...

Patientensicherheit: Aktuelle Meldesysteme sollen Behandlungsqualität verbessern

Im Jahr 2018 wurden über 14.000 Behandlungsfehler-Vorwürfe gemeldet. Sowohl niedergelassene Ärzte als auch Kliniken sind nach dem Sozialrecht dazu verpflichtet, Fehlermanagementsysteme einzusetzen, um diese zu verzeichnen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) weist anlässlich des Welttags der Patientensicherheit darauf hin, dass solche Systeme derzeit nicht umfassend zum Einsatz kommen und deren Ergebnisse häufig nicht abschließend ausgewertet werden. Experten des APS stellten im Rahmen der Pressekonferenz im Vorfeld des Welttags für...

Gesetzliche Kassen begrüßen neue Krankenhausplanung in NRW

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) begrüßen die vorgesehene neue Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen mit einer stärkeren Spezialisierung. Der Vorstoß sei ein Signal, dass die Bundesländer sich ihren Herausforderungen stellten, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband, am Freitag der dpa. Der Vorsitzende des Sachverständigenrats Gesundheit, Ferdinand Gerlach, sagte, im Patienteninteresse sollten Kliniken sich auf ein Leistungsspektrum konzentrieren. "Weniger ist hier manchmal mehr, und das Krankenhaus um die Ecke ist...

Freie Ärzteschaft: Neue Schlappe für Spahns Digitalpolitik

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erlebt für sein Digitale-Versorgung-Gesetz (DGV) eine Niederlage nach der anderen. Der Zugang zur Elektronischen Patientenakte, geplant ab 2021 zunächst ohne elementare Datenschutzregelungen, erfuhr im Sommer eine Vollbremsung. „Nach massiver Kritik auch durch Entscheidungen des Deutschen Ärztetages stoppte das Justizministerium Spahns Pläne und die e-Akten wurden erst einmal aus dem Gesetzentwurf ausgegliedert“, erläuterte Dr. Silke Lüder, Vizevorsitzende der Freien Ärzteschaft (FÄ) am Montag in Hamburg.

Spahn wirbt um Geduld bei Verbesserungen in der Pflege

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat für einen langen Atem bei Verbesserungen in der Pflege geworben. "Das Geld für zusätzliche Pflegestellen ist da", sagte der CDU-Politiker am Freitag in der Etatdebatte im Bundestag. Er räumte aber ein, dass es etwa bei 13.000 angestrebten Extra-Stellen in Pflegeheimen in der Umsetzung hapere. Fachkräfte ließen sich nicht herbeizaubern. Entscheidend sei aber, schrittweise Verbesserungen im Alltag anzugehen, um Vertrauen in das Funktionieren des Staates zurückzugewinnen.

DGVS begrüßt Initiative zur verbesserten Krebsprävention

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) begrüßt die jüngste Initiative des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe, gemeinsam das Potenzial der Krebsprävention besser auszuschöpfen. Aus Sicht der DGVS ist es wichtig, insbesondere die individualisierte Prävention voranzutreiben, um die Gesundheitsvorsorge zu erleichtern, in dem sie sich mehr am wissenschaftlich begründeten, individuellen Risiko des Patienten orientiert. Viele Krebserkrankungen entwickeln sich als...

Bundesärztekammer mahnt Selbstbestimmung bei Intensivpflege an

Die Bundesärztekammer mahnt bei den Reformplänen für die Pflege schwerkranker Menschen mit künstlicher Beatmung weitere Ausnahmen an, um die Selbstbestimmung aller Patienten zu erhalten. Es sei grundsätzlich zu befürworten, dass außerklinische Intensivpflege in der Regel in Pflegeeinrichtungen oder speziellen "Pflege-WGs" erbracht werden solle, erklärte die Kammer am Dienstag in Berlin. Es sollten aber Ausnahmen für Erwachsene in heimischem Umfeld möglich sein. Die jetzigen Pläne würden bestimmte Patientengruppen durch...

Krankenstandsanalyse: Arbeitnehmer melden sich seltener krank

Im ersten Halbjahr 2019 meldeten sich Arbeitnehmer in Deutschland seltener krank als im Vorjahr: Der Krankenstand betrug 4,2%, so das Ergebnis einer aktuellen Analyse der DAK-Gesundheit. Das bedeutet einen leichten Rückgang um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018. 65,5% der Berufstätigen wurden bislang nicht krankgeschrieben. Den größten Anteil am Krankenstand haben Muskel-Skelett-Erkrankungen, Erkältungen und psychische Erkrankungen. Unterschiede gibt es bei den Geschlechtern.

Kassenarzt-Chef: Zu viele gehen unnötig oft zu verschiedenen Ärzten

Die Kassenärzte in Deutschland beklagen, dass zu viele Patienten zu oft verschiedene Fachärzte aufsuchen und so unnötig Kosten verursachen. "Es kann dauerhaft kaum jedem Patienten sanktionsfrei gestattet bleiben, jeden Arzt jeder Fachrichtung beliebig oft aufzusuchen, und oft noch zwei oder drei Ärzte derselben Fachrichtung", sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Derzeit wird das nicht kontrolliert. Die Gesundheitskarte funktioniert wie eine...

Digitale Gesundheitsreform: Deutsche sind Fans von Medizin-Apps

Die Deutschen sind begeistert von Gesundheits-Apps. 81% der Bürgerinnen und Bürger glauben, dass vor allem Langzeiterkrankungen wie Diabetes mithilfe vernetzter digitaler Lösungen besser behandelt werden können. Beispielsweise ließen sich Medikamente exakter dosieren und Fehler durch ein automatisiertes Monitoring von Vital- und anderen Daten vermeiden, so die Auffassung der Bevölkerung. Rund jeder zweite Patient ist allerdings mit dem aktuellen Angebot von Apps in der Praxis nicht zufrieden. Das sind Ergebnisse der Studie „European Study on the...

Umfrage: Diabetes kommt im Medizinstudium zu kurz

Mit der steigenden Zahl an Diabeteserkrankungen wird auch der Bedarf an ärztlichem Fachpersonal, das Diabetespatientinnen und -patienten betreut, wachsen. Eine Umfrage der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zeigt jedoch, dass diabetesbezogene Inhalte im Medizinstudium häufig zu kurz kommen. Darüber hinaus gibt es nur acht klinische Lehrstühle für Diabetologie mit Direktionsrecht an 36 staatlichen medizinischen Fakultäten. Aufgrund dieser Tendenzen sieht die DDG die Versorgung der Patienten gefährdet und fordert eine Nationale Diabetes-Strategie, die...

August 2019

Lungenärzte begrüßen Gesetzesentwurf zur Versorgung von Beatmungspatienten

Mit dem Gesetzesentwurf zum „Reha- und Intensivpflege-Stärkungsgesetz“ will Gesundheitsminister Jens Spahn die Versorgung der Betroffenen deutlich verbessern und die Fehlentwicklungen und Fehlanreize der letzten Jahre korrigieren. Der Gesetzesentwurf folgt weitestgehend den Forderungen der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP). Die DGP hatte sich für eine nachhaltige Änderung der Versorgungsstruktur von intensivpflegebedürftigen Langzeitbeatmeten sowohl im stationären und als auch im ambulanten Sektor stark gemacht,...

Große Nachfrage nach HIV-Prophylaxe

Ab 1. September 2019 ist die medikamentöse HIV-Prophylaxe, die sogenannte PrEP, eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die DAK-Gesundheit übernahm als erste Kasse bereits ab 1. Januar dieses Jahres die Kosten für diese Arzneimitteltherapie, die eine Infektion verhindern kann. Dabei handelt es sich um Arzneistoffe, die als HIV-Medikamente lange erprobt sind, jedoch auch vorbeugend eingesetzt werden können. Im ersten Halbjahr nahmen bereits 300 Versicherte der DAK-Gesundheit diese Leistung in Anspruch.

MDK-Reformgesetz: Geriater fordern frühzeitige Einbindung von Fachärzten bei Gesetzesänderungen

Die geplante Reform des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, kurz MDK, löst bei den Altersmedizinern in den Klinken große Diskussionen aus. So sollen demnächst Kliniken mit zahlreichen beanstandeten Abrechnungen häufiger geprüft werden als andere. In der Altersmedizin werden aber beispielsweise sehr häufig die langen Liegezeiten der hochbetagten Patienten moniert. Stehen demnächst also ständig die Prüfer auf der Matte? „Eine von vielen Besonderheiten der Altersmedizin, die in dem Entwurf keine Berücksichtigung findet“,...

BARMER-Arzneimittelreport 2019: Zehntausende Kleinkinder komplett ungeimpft

In Deutschland gibt es trotz steigender Impfquoten deutliche Impflücken bei hunderttausenden Kleinkindern und Jugendlichen. So war mehr als jedes fünfte im Jahr 2015 geborene Kind in den ersten beiden Lebensjahren nicht oder unvollständig gegen Masern geimpft. Im Jahr 2017 waren damit hochgerechnet auf Basis der Daten von BARMER-Versicherten bundesweit knapp 166.000 Zweijährige ohne vollständigen Masernschutz. Zudem war jede fünfte Zweijährige, also knapp 81.000 Mädchen, nicht vollständig gegen Röteln geimpft. Dies geht aus dem...

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