Samstag, 18. November 2017
Navigation öffnen
Anzeige:

Aktuelle Infos für Ärzte

14. September 2017 Auch E-Zigaretten während der Schwangerschaft erhöhen das Asthmarisiko des Kindes

Schwangere sollten bekanntlich auf das Rauchen verzichten, da Tabakkonsum während der Schwangerschaft das Risiko für Asthma, Allergien sowie Herz-Gefäß-Schäden des heranwachsenden Kindes deutlich erhöht. Doch auch E-Zigaretten sind offenbar keine empfehlenswerte Alternative für schwangere Frauen. Darauf macht die Deutsche Lungenstiftung aufmerksam unter Berufung auf neue Studienergebnisse, die auf der Jahreskonferenz der Thoracic Society of Australia and New Zealand (TSANZ) in Canberra vorgestellt wurden.
Anzeige:
In der Studie haben Forscher der University of Technology Sydney bei Mäusen und an menschlichen Lungenzellen nachgewiesen, dass das Dampfen nikotinhaltiger E-Zigaretten während der Schwangerschaft das Risiko für allergisches Asthma und das Ausmaß asthmatischer Beschwerden beim heranwachsenden Kind erhöht. Deshalb hat die Thoracic Society of Australia and New Zealand (TSANZ) in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass nikotinhaltige E-Zigaretten nicht als unschädlich eingestuft werden können und dass Schwangeren von ihrem Gebrauch abzuraten ist. Die Forscher vermuten, dass das in den E-Zigaretten enthaltene Nikotin wie bei Zigaretten zu epigenetischen Veränderungen bestimmter Genregionen führt, die sowohl bei dampfenden Müttern als auch im Nabelschnurblut der Neugeborenen nachweisbar sind und Kinder u.a. anfälliger für allergisches Asthma machen.

„Raucherinnen mit Kinderwunsch sollten am besten ganz auf das Rauchen verzichten – und zwar möglichst schon, bevor sie schwanger werden. Schließlich ist das Rauchen auch schlecht für die weibliche Fruchtbarkeit und kann sowohl den Eierstöcken als auch der Gebärmutter schaden, was Embryonen das Einnisten erschwert und damit die Chancen auf eine Schwangerschaft schmälert“, rät Prof. Dr. Stefan Andreas, Beiratsmitglied der Deutschen Lungenstiftung, Facharzt für Pneumologie und Internistische Intensivmedizin und Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen (Kreis Kassel) sowie des Bereiches Pneumologie an der Universitätsmedizin Göttingen. Außerdem riskieren Frauen, die in der Schwangerschaft rauchen, dass ihr Baby mit einem Herzfehler auf die Welt kommt. Wer aber vor oder frühzeitig während einer Schwangerschaft aufhört zu rauchen, kann folgende Gesundheitsrisiken deutlich senken und so für bessere Startbedingungen des Babys sorgen:

- Risiko einer Fehlgeburt geht zurück.
- Frühgeburt wird weniger wahrscheinlich.
- Risiko einer Totgeburt sinkt - je früher eine schwangere Frau mit dem Rauchen aufhört, umso deutlicher.
- Gefahr des plötzlichen Kindstods (sudden infant death syndrome) sinkt.
- Lungen des Kindes können sich vollständig entwickeln.
- Kind wird weniger anfällig für Infektionskrankheiten oder allergische Reaktionen.
- Risiko für Asthma geht zurück.

Deutsche Lungenstiftung

Literatur:

http://www.lungenaerzte-im-netz.de


Das könnte Sie auch interessieren

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht

Depressionen sind weltweit häufige Erkrankungen. Allein in Deutschland sind innerhalb eines Jahres rund 6,2 Millionen Menschen betroffen. Gleichzeitig ist die Dunkelziffer hoch: Oft werden depressive Erkrankungen nicht festgestellt, weil Betroffene keine fachliche Hilfe suchen oder die Krankheit nicht erkannt wird. Dabei stehen heute evidenzbasierte Therapieverfahren zur Verfügung, mit denen sich Depressionen in den meisten Fällen gut behandeln lassen.

Diabetes geht auch auf die Knochen: Osteoporose vorbeugen, Brüche vermeiden

Die Osteoporose ist in Deutschland weit verbreitet: Etwa 6,3 Millionen sind davon betroffen. Die Techniker Krankenkasse fand im Jahr 2009 bei nahezu einem Viertel der über 50-jährigen Frauen in Deutschland einen Osteoporose-bedingten Knochenbruch oder knochenstabilisierende Medikamente. Auch Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 haben ein erhöhtes Osteoporoserisiko und dadurch auch für Knochenbrüche. Diese können Folgeerkrankungen wie Immobilität, Lungenentzündungen oder Langzeitbehinderung nach sich ziehen. Folgeerkrankungen sind mit erheblichen Behandlungskosten und einem erhöhten Sterberisiko verbunden. Ursache für Osteoporose kann ein Vitamin-D-Mangel sein. Aber auch einzelne Diabetes-Medikamente können die Knochengesundheit schwächen. Deshalb sollten Menschen mit Diabetes frühzeitig gezielt auf Osteoporose untersucht und behandelt werden.

Rauchen ist Hauptursache für chronische Lungenkrankheit, die nicht heilbar ist

COPD – diese vier Buchstaben stehen für eine chronische Lungenkrankheit (chronic obstructive pulmonary disease). Sie stehen gleichzeitig auch für die weltweite Nummer Drei unter den Todesursachen. Bei 90 Prozent aller Fälle hierzulande ist die Hauptursache ziemlich klar bestimmt: das Rauchen. Zum Welt-COPD-Tag am 15. November weist Prof. Hubert Wirtz, Leiter der Abteilung für Pneumologie am UKL, auf unangenehme Wahrheiten rund um diese Krankheit hin: "COPD verkürzt die Lebenserwartung. Es ist nicht heilbar."

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Auch E-Zigaretten während der Schwangerschaft erhöhen das Asthmarisiko des Kindes"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!