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07. Dezember 2016 Eine schwere COPD führt oft auch zu Übersäuerung

Was die körperliche Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Überlebenschancen von Patienten mit schwerer hyperkapnischer COPD erheblich verbessern kann, ist eine nicht-invasive Beatmung mit einer abnehmbaren Atemmaske. Darauf machen die Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Klinken (VPK) aufmerksam.
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Patienten mit stark fortgeschrittener COPD (Schweregrad III) leiden nicht nur bei körperlicher Belastung, sondern auch schon im Ruhezustand unter Atemnot. Ihre Atemwege sind hochgradig chronisch verengt, der Gasaustausch in der Lunge ist gestört. In der Folge ist nicht nur das Einatmen von Sauerstoff, sondern auch das Ausatmen von Kohlendioxid erschwert.

Betroffene leiden deshalb nicht nur unter Sauerstoffmangel: Aufgrund des nicht abgeatmeten Kohlendioxids kommt es zu einer Ansammlung von Kohlendioxid im Blut (sog. Hyperkapnie), die zu einer respiratorischen Übersäuerung führt. Was die körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität solcher Patienten mit schwerer hyperkapnischer COPD - und damit auch ihre Überlebenschancen - erheblich verbessern kann, ist eine nicht-invasive Beatmung mit einer abnehmbaren Atemmaske. Darauf machen die Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Klinken (VPK) aufmerksam.

Chronische Atemwegsverengung macht die Atmung immer flacher

„COPD-Patienten müssen aufgrund ihrer chronischen Atemwegsverengung ständig gegen einen erhöhten Widerstand atmen, so dass ihre Atemmuskulatur mit der Zeit chronisch überlastet ist - man spricht auch von einer Atemmuskelinsuffizienz“, erläutert Dr. med. Thomas Voshaar, Vorsitzender des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK, www.lungenaerzte-im-netz.de) und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien in Moers. „Aufgrund der überanstrengten Atempumpe wird die mechanische Atemtätigkeit der Patienten flacher, der Gasaustauch in der Lunge (also Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe) beim Atmen wird zunehmend eingeschränkt. Insbesondere das Kohlendioxid kann nicht mehr ausreichend abgeatmet werden: Es reichert sich im Blut an (Hyperkapnie) und führt zu einer Übersäuerung (sog. respiratorische Azidose). Gleichzeitig verursacht die reduzierte Atemtätigkeit einen Sauerstoffmangel im Blut.“

Maskenbeatmung kann die Atemleistung erheblich verbessern

Werden solche Patienten für mindestens sechs Stunden (idealerweise während des Nachtschlafs) über eine abnehmbare Atemmaske (d.h. nicht-invasiv) beatmet, so dass die Eigenatmung nahezu unterdrückt wird, kann sich die überlastete Atemmuskulatur wieder erholen und Energie (Glykogen) tanken. „Dank der Wiederauffüllung der Energiespeicher kann die Atempumpe dann auch tagsüber wieder erheblich mehr leisten: Die Atemleistung nimmt tagsüber um mehrere hundert Prozent zu, was den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst und die Lebensqualität deutlich verbessert“, erklärt Dr. Voshaar. Wie Studien belegt haben, kann das Sterberisiko von Patienten mit schwerer hyperkapnischer COPD um über 70% verringert werden, wenn eine Verringerung des Kohlendioxidgehalts im Blut um 20% erzielt wird.

„Die nicht-invasive Beatmung hat sich dank der Pionierarbeit deutscher Pneumologen entwickelt und dann rasch weltweit verbreitet, so dass sie jetzt zu den bedeutsamsten und erfolgreichsten Entwicklungen in der Pneumologie gehört“, betont Dr. Voshaar. Ob eine Hyperkapnie vorliegt, lässt sich durch eine Blutgasanalyse und eine Lungenfunktionsmessung (Spirometrie) in der Regel gut nachweisen. „Nach unseren Erfahrungen lohnt sich eine Maskenbeatmungstherapie, wenn der Kohlendioxidpartialdruck deutlich über 50 mmHg liegt“, berichtet Dr. Voshaar.

Als unerwünschte Nebenwirkung der nicht-invasiven Beatmungstherapie können Hautausschläge im Gesicht auftreten, die sich aber durch einen Wechsel der Beatmungsmaske beheben lassen. „Es stehen verschiedene Maskentypen zur Verfügung, so dass die nicht-invasive Beatmung individuell optimiert und in den meisten Fällen ohne Beschwerden durchgeführt werden kann.“, bekräftigt Dr. Voshaar.

Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de


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