Samstag, 18. August 2018
Navigation öffnen
Anzeige:

Aktuelle Infos für Ärzte

27. September 2017 Chronische Hepatitis C: Grazoprevir/Elbasvir bei schwerkranken Patienten erfolgreich

In der Therapie von Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Infektion (HCV) sind viele Probleme schon gelöst: Die Raten des anhaltenden virologischen Ansprechens (SVR) betragen für fast alle Subgruppen mehr als 90%, wie in einem Symposium beim DGVS-Kongress beispielhaft für die Therapie mit Grazoprevir/Elbasvir im Praxisalltag gezeigt wurde. Zu den Herausforderungen zählt in Deutschland noch das fehlende Screening, verbunden mit einer hohen Dunkelziffer.
Anzeige:
„Die Behandlung der Hepatitis C ist sinnvoll, und sie ist eine Erfolgsgeschichte“, betonte Dr. Peter Buggisch, Hamburg, bei einem Symposium. Auch bei Patienten mit ungünstigen Begleitumständen gebe es hohe Heilungsraten, konstatierte er und zitierte Daten aus dem US-amerikanischen „Veteran’s Affairs Health Care System“ zur Therapie mit Grazoprevir/Elbasvir (Zepatier®).

Die etwa 2.200 Patienten hatten eine hohe Krankheitslast: Jeweils etwa 30% wiesen eine Zirrhose bzw. eine Lebererkrankung im Endstadium auf, 50% waren Diabetiker, viele hatten eine hohe Viruslast oder eine Erkrankung vom Genotyp (GT) 1a. „Trotzdem benötigten nur sehr wenige Patienten eine 16-Wochen-Therapie oder zusätzlich noch Ribavirin“, berichtete Buggisch. „Die meisten erhielten ausschließlich Grazoprevir/Elbasvir über 12 Wochen.“

Dieses Vorgehen brachte gute Therapieerfolge: 95,4% der Patienten mit GT1 erzielten eine SVR (GT1a: 93,4%; GT1b: 96,6%), ebenso 96,9% der Patienten mit GT4. Auch eine hohe Viruslast beeinträchtigte den Therapieeffekt kaum: Von den Patienten mit weniger bzw. mehr als 800.000 IU/ml erreichten 97,3% bzw. 94,7% ein SVR. Die SVR-Rate lag durchweg über 95% bei Patienten mit vs. ohne Drogen- bzw. Alkoholabusus in der Anamnese, mit vs. ohne Zirrhose, mit vs. ohne HIV-Koinfektion und in verschiedenen Stadien der (eingeschränkten) Nierenfunktion (1).

Lieber einmal öfter nach Virushepatitiden fahnden

Prof. Dr. Claus Niederau, Oberhausen, sieht trotzdem noch großen Handlungsbedarf: „Jeder zweite HCV-Patient ist noch nicht einmal diagnostiziert, und Deutschland schneidet hier im internationalen Vergleich eher schlecht ab“, gab er zu bedenken. So fehle hierzulande ein systematisches Screening. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre aus seiner Sicht die konsequente Erfassung der Leberenzymwerte im Check-up 35: Sind ALAT/ASAT erhöht und/oder liegen Risikofaktoren für eine Hepatitis-B/C-Infektion vor, so sollte der Patient gleich beim Hausarzt auf HBs-Antigen und HCV-Antikörper untersucht werden.

Simone Reisdorf

Quelle: Symposium „Hepatitis C und DAA-Therapie 2017 – Wo sind die Herausforderungen?“, 15.09.2017, DGVS-Kongress Dresden; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Kramer et al. EASL 2017, Abstract PS-095


Das könnte Sie auch interessieren

Handhygiene stärken – Krankenhausinfektionen vermeiden

Es ist die denkbar einfachste Hygienemaßnahme der Welt: das Händewaschen. Vielleicht wird seine Effizienz gerade deshalb oft unterschätzt. Anlässlich des Internationalen Tages der Händehygiene, den die WHO am 5. Mai begeht, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) daran, dass eine sorgsame Händehygiene das mit Abstand wichtigste und effektivste Mittel ist, um die Übertragung und Ausbreitung von Infektionen zu begrenzen. Dies gilt nicht nur im Alltag, sondern gerade auch in Kliniken und Gesundheitseinrichtungen. Anstatt ineffiziente Maßnahmen wie die Isolierung von Patienten durchzuführen, sollte die Verbesserung der allgemeinen Hygiene, insbesondere der Handhygiene, weiter vorangetrieben werden, so die Fachgesellschaft.

Depression – verstecken ist kein Ausweg

Unter dem Titel „Depression – verstecken ist kein Ausweg“ macht das Freiburger Bündnis gegen Depression mit einer Kampagne auf sein Anliegen aufmerksam. Prof. Berger, Vorsitzender des Freiburger Bündnisses e.V. gegen Depression betont, dass depressive Störungen, obwohl sie zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland gehören, hinsichtlich ihrer Bedeutung noch immer stark unterschätzt werden. Dabei hat gerade erst eine weltweit durchgeführte Studie der WHO („Global burden of disease“) gezeigt: Depressionen sind eine der größten Volkskrankheiten.

Pilotprojekt: Stuhlkarten-Screening mit einfacher Farbkarte

Genial einfach: Anfang Dezember 2016 wurden 100.000 so genannte Stuhlkarten zur Früherkennung der Gallengangatresie an alle stationären niedersächsischen Geburtskliniken verschickt und dort von Kinderärzten, Gynäkologen und Hebammen in das „Gelbe Heft“ eingelegt. „Dieses Projekt ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie mit einfachen Mitteln und ohne großen technischen Aufwand ein maximaler Erfolg erzielt werden kann. Mit übersichtlich gestalteten Karten wird es Eltern leicht gemacht, sich über die Gesundheit ihres neugeborenen Kindes ein Bild zu machen – und so bei Krankheitssymptomen dafür sorgen zu können, dass ihr Kind rasch behandelt und dessen Leben solange wie möglich erhalten werden kann,“ erklärte die Niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt am Donnerstag, 19. Januar 2017, bei einem Pressegespräch in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Experten der Klinik für Kinderchirurgie und der Techniker Krankenkasse stellten mit Unterstützung der Ärztekammer Niedersachsen die Einführung des bundesweit einmaligen Pilotprojektes vor.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Chronische Hepatitis C: Grazoprevir/Elbasvir bei schwerkranken Patienten erfolgreich"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.