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27. September 2017 Chronische Hepatitis C: Grazoprevir/Elbasvir bei schwerkranken Patienten erfolgreich

In der Therapie von Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Infektion (HCV) sind viele Probleme schon gelöst: Die Raten des anhaltenden virologischen Ansprechens (SVR) betragen für fast alle Subgruppen mehr als 90%, wie in einem Symposium beim DGVS-Kongress beispielhaft für die Therapie mit Grazoprevir/Elbasvir im Praxisalltag gezeigt wurde. Zu den Herausforderungen zählt in Deutschland noch das fehlende Screening, verbunden mit einer hohen Dunkelziffer.
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„Die Behandlung der Hepatitis C ist sinnvoll, und sie ist eine Erfolgsgeschichte“, betonte Dr. Peter Buggisch, Hamburg, bei einem Symposium. Auch bei Patienten mit ungünstigen Begleitumständen gebe es hohe Heilungsraten, konstatierte er und zitierte Daten aus dem US-amerikanischen „Veteran’s Affairs Health Care System“ zur Therapie mit Grazoprevir/Elbasvir (Zepatier®).

Die etwa 2.200 Patienten hatten eine hohe Krankheitslast: Jeweils etwa 30% wiesen eine Zirrhose bzw. eine Lebererkrankung im Endstadium auf, 50% waren Diabetiker, viele hatten eine hohe Viruslast oder eine Erkrankung vom Genotyp (GT) 1a. „Trotzdem benötigten nur sehr wenige Patienten eine 16-Wochen-Therapie oder zusätzlich noch Ribavirin“, berichtete Buggisch. „Die meisten erhielten ausschließlich Grazoprevir/Elbasvir über 12 Wochen.“

Dieses Vorgehen brachte gute Therapieerfolge: 95,4% der Patienten mit GT1 erzielten eine SVR (GT1a: 93,4%; GT1b: 96,6%), ebenso 96,9% der Patienten mit GT4. Auch eine hohe Viruslast beeinträchtigte den Therapieeffekt kaum: Von den Patienten mit weniger bzw. mehr als 800.000 IU/ml erreichten 97,3% bzw. 94,7% ein SVR. Die SVR-Rate lag durchweg über 95% bei Patienten mit vs. ohne Drogen- bzw. Alkoholabusus in der Anamnese, mit vs. ohne Zirrhose, mit vs. ohne HIV-Koinfektion und in verschiedenen Stadien der (eingeschränkten) Nierenfunktion (1).

Lieber einmal öfter nach Virushepatitiden fahnden

Prof. Dr. Claus Niederau, Oberhausen, sieht trotzdem noch großen Handlungsbedarf: „Jeder zweite HCV-Patient ist noch nicht einmal diagnostiziert, und Deutschland schneidet hier im internationalen Vergleich eher schlecht ab“, gab er zu bedenken. So fehle hierzulande ein systematisches Screening. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre aus seiner Sicht die konsequente Erfassung der Leberenzymwerte im Check-up 35: Sind ALAT/ASAT erhöht und/oder liegen Risikofaktoren für eine Hepatitis-B/C-Infektion vor, so sollte der Patient gleich beim Hausarzt auf HBs-Antigen und HCV-Antikörper untersucht werden.

Simone Reisdorf

Quelle: Symposium „Hepatitis C und DAA-Therapie 2017 – Wo sind die Herausforderungen?“, 15.09.2017, DGVS-Kongress Dresden; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Kramer et al. EASL 2017, Abstract PS-095


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