Sonntag, 22. Juli 2018
Navigation öffnen
Anzeige:

Aktuelle Infos für Ärzte

16. April 2018 Dyslipidämie: Hochrisiko-Patienten suffizienter versorgen

Aufgrund der Ergebnisse der großen FOURIER-Outcome-Studie hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) eine positive Stellungnahme zur Indikationserweiterung für den PCSK9*-Inhibitor Evolocumab veröffentlicht. Auf einer Presseveranstaltung von Amgen vor dem Hintergrund des DGK-Kongresses 2018 in Mannheim, berichteten kardiologische Experten über die Resultate dieser Studie und über den medizinischen Bedarf einer solchen lipidsenkenden Zusatztherapie bei Patienten mit hohem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.
Anzeige:
Prof. Dr. med. Wolfgang Koenig, Oberarzt an der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München, machte auf die unzureichende lipidologische Versorgung von Hochrisiko-Patienten aufmerksam. Zu diesen werden laut der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Deutschland rund 173.000 Menschen gerechnet. Sie weisen trotz einer lipidsenkenden Therapie mit moderat- oder hochdosierten Statinen einen LDL-C**-Spiegel von ≥160 mg/dl auf (1). „Insgesamt erreicht nur jeder Fünfte dieser Patienten das Therapieziel eines LDL-C-Wertes von unter 70 mg/dl.“ (2). Diese Situation trägt zu den nach wie vor hohen Mortalitätsraten durch kardiovaskuläre Erkrankungen in Deutschland bei, resümiert der Kardiologe.

Drastische Senkung von LDL-C reduziert kardiovaskuläre Ereignisse

Dass durch eine starke und nachhaltige LDL-C-Senkung diese Raten an kardiovaskulären Ereignissen signifikant reduziert werden können, belegen die Resultate der FOURIER***-Outcome-Studie, betonte Dr. med. Uwe Fraass, Medical Development Director bei Amgen. Er referierte vor allem die neueren Ergebnisse von Subgruppen-Analysen.

Zunächst erinnerte er aber nochmal an die Einschlusskriterien. Aufgenommen wurden über 27.000 Hochrisiko-Patienten. Sie mussten einen Myokard-Infarkt (MI), einen Schlaganfall oder eine pAVK als Indexereignis vorweisen sowie einen weiteren schweren oder 2 minderschwere Risikofaktoren. Entscheidendes Kriterium war weiterhin, dass sie den LDL-C-Zielwert von unter 70 mg/dl nicht erreichten, obwohl sie eine optimale lipidsenkende Therapie erhielten, die auch Ezetimib umfassen konnte.

Durch die Zugabe von Evolocumab (Repatha®) konnte das LDL-C im Median um 59% von 92 mg/dl auf 30 mg/dl gesenkt werden, und zwar kontinuierlich über die Gesamtstudiendauer von durchschnittlich 26 Monaten. Dies hatte eine signifikante Reduktion des relativen Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse um 15% zur Folge (p<0,001). Im klinisch relevanteren sekundären kombinierten Endpunkt (MACE) wurde dadurch die Ereignisrate um 20% gedrückt (p<0,001) (3).

In verschiedenen Subgruppen-Analysen (4), führt Fraas weiter aus, wurden z.B. Patienten mit einem MI, der weniger als 2 Jahre zurücklag mit den Patienten verglichen, bei denen dies Ereignis bereits vor längerer Zeit stattgefunden hatte. Ein anderer Vergleich wurde vorgenommen zwischen Patienten mit nur einem Infarkt in der Historie und solchen die 2 oder gar mehrere MIs erlebt hatten. Ergebnis: „Patienten mit höherem Grundrisiko – etwa durch größere zeitliche Nähe des Indexereignisses, Mehrgefäßerkrankungen oder multiple Vorereignisse – profitierten deutlich mehr von der additiven Versorgung mit Evolocumab.“

Reimund Freye

*PCSK9 – Proproteinkonvertase-Subtilisin/Kexin-Typ-9
**LDL-C – Low-Density Lipoprotein-Cholesterin
***FOURIER – Further cardiovascular OUtcomes Research with PCSK9 Inhibition in subjects with Elevated Risk
****MACE – Major Adverse Cardiac Event

Pressegespräch: Update Kardiologie: Die Versorgungssituation kardiovaskulärer Hochrisiko-Patienten in Deutschland und die Bedeutung von PCSK9i-Outcomes-Daten, im Rahmen der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), Mannheim, 5. April 2018; Veranstalter: Amgen

Literatur:

(1) Pressemitteilung der DGK 04/2015: dgk.org/daten/Michailov-Hypercholesterinaemie-Text.pdf. Letzter Aufruf: März 2018
(2) Fox KM et al. ESC Congress. 2017;P2320
(3) Sabatine MS et al. N Engl J Med. 2017;376:1713-22
(4) Sabatine MS et al. American Heart Association – Annual Scientific Session, Late Breaking, Science in Prevention. 2017


Das könnte Sie auch interessieren

Grippeviren im Anmarsch - Tipps zum Schutz vor Ansteckung

Jedes Jahr aufs Neue rollen gegen Ende des Jahres die ersten Grippewellen an: Laut dem Robert-Koch-Institut erkranken während einer saisonalen Grippewelle in Deutschland zwischen zwei und zehn Millionen Menschen. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, erklärt den Unterschied zwischen Erkältung und echter Grippe, der sogenannten Influenza. Zudem gibt er Tipps zu Schutzmaßnahmen gegen Grippeviren.

Orthopäden und Unfallchirurgen setzen sich für aktiven Lebensstil ein

Jedes Jahr verletzen sich 1,25 Millionen Bundesbürger beim Sport so schwer, dass sie ärztlich versorgt werden müssen (1). Überbelastung, hohe Risikobereitschaft und eine mangelnde Vorbereitung auf das Training führen immer wieder zu Unfällen. Gleichzeitig leben in Deutschland viele Millionen Menschen, die sich aufgrund einer Erkrankung nicht mehr schmerzfrei bewegen können. Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) stellen Experten vom 24. bis 27. Oktober Therapien vor, mit denen sie Beweglichkeit bis ins hohe Alter erhalten und verlorene Beweglichkeit wiederherstellen können. Mit mehr als 10.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland ist der DKOU der größte europäische Kongress dieser Fachrichtung.

Tagebuch hilft Pflegenden beim Erkennen eigener Bedürfnisse

Viele pflegende Angehörige nehmen ihre eigenen Bedürfnisse kaum mehr wahr. Die Sorge um den Angehörigen oder die Angst, der Aufgabe nicht gerecht zu werden, können den Blick auf sich und eigene Wünsche verstellen, erklärt Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). "Als erstes gilt es dann zu versuchen, sich selbst wieder stärker in den Fokus zu nehmen und zu formulieren, was man braucht." Das jedoch sei leichter gesagt als getan. Sulmann empfiehlt Pflegenden daher, ein Tagebuch zu führen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Dyslipidämie: Hochrisiko-Patienten suffizienter versorgen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.