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12. Januar 2017 Emulgatoren in industrieller Ernährung erhöhen Darmkrebsrisiko

Für das Konzept des Colitis-assoziierten Darmkrebs wird davon ausgegangen, dass die Tumorgenese im Colon durch eine Entzündung getriggert wird. Bekanntlich haben Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ein höheres Darmkrebsrisiko. Häufiger als CED kommen im Darmtrakt jedoch geringgradige Entzündungszustände vor, ausgelöst durch eine geänderte Zusammensetzung der Darmflora und bei Vorliegen eines metabolischen Syndroms. Beide Fälle findet man auch bei vielen Darmkrebspatienten vor. Forschungsergebnisse der letzten Zeit deuten darauf hin, dass Emulgatoren – häufiger Bestandteil industriell gefertigter Nahrungsmittel – für eine ungünstig veränderte Darmflora verantwortlich sind.
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In einem präklinischen Modell von Colitis-induziertem Darmkrebs konnte nun gezeigt werden, dass der regelmäßige Verzehr von Nahrungsmittel-Emulgatoren wie Carboxymethylcellulose oder Polysorbat-80 die Tumorentstehung stark fördert. Die Tumorgenese war dabei mit einem veränderten mikrobiellen Metagenom mit vermehrt Lipopolysacchariden und Flagellin verbunden.

Die Emulgator-induzierten Veränderungen im Mikrobiom waren notwendig und ausreichend, um für Proliferation und Apoptose wesentliche Signalwege zu verändern. Die Autoren sehen bestätigt, dass die von Emulgatoren ausgelösten Mikrobiom-Veränderungen über geringgradige Entzündungen schließlich zu Darmkrebs führen können.
(übers. v. AB)

Cancer Research 2017

Literatur:

Dietary Emulsifier–Induced Low-Grade Inflammation Promotes Colon Carcinogenesis
Emilie Viennois, Didier Merlin, Andrew T. Gewirtz und Benoit Chassaing
DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-16-1359 Published 1 January 2017
http://cancerres.aacrjournals.org/content/77/1/27


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