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07. Dezember 2017
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Extrafeine Dreifach-Fixkombination zur Versorgung instabiler Patienten mit moderater/schwerer COPD

Mit der ersten Dreifach-Fixkombination (Trimbow®) steht seit Kurzem für die Erhaltungstherapie bei Patienten mit moderater bis schwerer COPD, die mit einer Kombination aus ICS und LABA nicht ausreichend eingestellt sind, eine neue Behandlungsoption zur Verfügung (1). Die fixe Formulierung von 3 Wirkstoffen, eines LAMA (langwirkender Muskarin-Antagonist), eines LABA (langwirkender ß2-Agonist) und eines inhalativen Kortikosteroid (ICS) in einem Dosieraerosol, könnte das Therapieregime vereinfachen und somit die Adhärenz verbessern. Denn eine geringe Therapie-Adhärenz kann eine von vielen Ursachen für eine auffällige Verschlechterung der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) bei Patienten sein. Studien weisen darauf hin, dass der Anteil von COPD-Patienten mit schlechter Therapietreue bei etwa 50% liegt (2). Die Gründe hierfür sind vielfältig – u.a. können sie auch in einem zu anspruchsvollen Therapie-Regime mit 2 und mehr Devices begründet liegen. Somit kann auch eine Multi-Inhaler-Problematik Ursache für eine fehlende Adhärenz und einer daraus folgenden instabilen Erkrankungsphase der COPD sein. Instabile Phasen können durch eine verstärkt auftretende Symptomatik und/oder eine erhöhte Exazerbationsfrequenz beschrieben werden. Die Vereinfachung einer fixen Dreifach-Kombination könnte die Versorgung instabiler COPD-Patienten verbessern.
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„Exazerbationen und persistierende Symptome sind ein wesentliches Merkmal instabiler Erkrankungsphasen einer COPD. Solche instabilen COPD-Patienten haben häufig eine signifikante Exazerbationsanamnese mit mindestens 2 Akutereignissen pro Jahr und eine verstärkt wiederkehrende Symptomatik, was die Erkrankung aus der Bahn geraten lassen kann. Ihre Versorgung im Therapiealltag ist herausfordernd und macht individuelle Therapie-Anpassungen nötig“, kommentiert der in Köln niedergelassene Pneumologe Dr. Justus de Zeeuw. Zeigen COPD-Patienten der GOLD-Gruppe D mit einer dualen Vortherapie persistierende Symptome und/oder weitere Exazerbationen, wird aktuell die Behandlung mit einer Dreifach-Therapie empfohlen (3). In der Vergangenheit konnte diese Therapieform nur in einem freien Regime mit mindestens 2 oder mehr Devices durchgeführt werden. Doch kann die Verwendung multipler Inhalationssysteme im Vergleich zu nur einem Device zu einem Anstieg der Exazerbationsrate führen (4). Dagegen zeigte sich, dass die Vereinheitlichung von Inhaler-Systemen das Auftreten von Exazerbationen und den Einsatz von Notfallspray reduzieren kann (5).

Exazerbationen gezielt reduzieren

Im Sinne der Exazerbationsprophylaxe und Symptomverringerung gilt instabilen COPD-Patienten ein ganz besonderes Augenmerk. Erst kürzlich konnten die beiden Phase-III-Studien TRILOGY und TRINITY Vorteile einer fixen Dreifach-Kombination bezüglich der Reduzierung moderater bis schwerer Exazerbationen belegen:

- Die erste extrafeine Dreifach-Fixkombination, bestehend aus Glycopyrroniumbromid (GB), Formoterolfumarat (FF) und Beclometasondipropionat (BDP), reduzierte in der TRILOGY-Studie die Rate an moderaten bis schweren Exazerbationen (sekundärer Endpunkt) nach 52 Wochen klinisch relevant und statistisch signifikant um 23% gegenüber der BDP/FF-Vergleichstherapie (6).
- In der TRINITY-Studie war die fixe Dreifach-Kombination einer Tiotropium-Monotherapie hinsichtlich der Reduktion von mittelschweren und schweren Exazerbationen überlegen: Unter GB/FF/BDP verringerte sich die Exazerbationsrate nach 52 Wochen signifikant um 20% (7).
- In einer beim ERS 2017 publizierten Post-hoc-Analyse von TRILOGY zeigte die Dreifach-Fixkombination verglichen mit BDP/FF eine signifikant verlängerte Zeit bis zur ersten klinisch relevanten Verschlechterung des Krankheitsbildes – dieser zusammengesetzte Endpunkt berücksichtigt verschiedene Patienten-relevante Parameter, die genutzt werden, um einen Gesamteindruck der COPD-Beschwerden abzubilden (8).

Die freie Dreifach-Therapie stellt bis dato eine in der Praxis geläufige Behandlungsoption, z.B. für instabile COPD-Patienten der GOLD-Gruppe D, dar. „Da diese Therapie vormals jedoch mindestens 2 Devices erforderte, war ihre Umsetzung für viele Patienten oft zu kompliziert“, führte de Zeeuw weiter aus: „Ein Schlüssel zur Verbesserung der Adhärenz kann die Bereitstellung eines möglichst einfachen und einheitlichen Inhalationssystems wie bei dieser neuen Behandlungsoption sein.“ Die fixe Formulierung der LAMA/LABA/ICS-Kombination in einem Dosieraerosol verspricht positive Effekte für die Therapietreue von bisher instabilen COPD-Patienten durch die spürbare Therapie-Vereinfachung.
 
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