Samstag, 17. November 2018
Navigation öffnen

Aktuelle Infos für Ärzte

08. November 2018 Fördern die Tanyzyten des Gehirns das gesunde Altern?

Der Europäische Forschungsrat gewährt einen hoch renommierten Synergy Grant mit 9,9 Millionen Euro für ein gemeinsames Projekt in Lübeck, Frankreich und Spanien zur Rolle bestimmter Gehirnzellen, der Tanyzyten, für ein gesundes Altern. 2,9 Millionen Euro davon gehen an Prof. Dr. Markus Schwaninger, Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität zu Lübeck.
Anzeige:
Für die zunehmend älter werdende Bevölkerung in Europa ist das gesunde Altern eine wichtige Herausforderung. Im Laufe des Lebens erfordert der Erhalt von Wohlbefinden und Gesundheit einen fortwährenden Dialog zwischen Gehirn und dem übrigen Körper. Um informierte und angemessene Entscheidungen zu treffen und die Balance in den Stoffwechselvorgängen des Körpers (Homöostase) zu erhalten, muss das Gehirn wissen, was in der Peripherie vorgeht. Die wichtigste Steuerzentrale für verschiedene homöostatische Prozesse liegt im Hypothalamus, einer kleinen Struktur am Boden des Gehirns. Das Team des Forschungsprojekts „Well-Aging and the Tanycytic Control of Health“ (WATCH) an den Universitäten Lille, Lübeck und Santiago de Compostela hat das Ziel, die Funktion von glialen Stützzellen im Hypothalamus, sog.Tanyzyten, als Vermittler der Kommunikation zwischen Hypothalamus und peripherem Körper aufzuklären. Tanyzyten liegen ideal am Boden des dritten Hirnventrikels und sind mit Blut und Gehirnwasser in Kontakt; über ihre Funktion ist aber noch wenig bekannt.

Vincent Prévot (Inserm, Université de Lille, CHU de Lille), Markus Schwaninger (Universität zu Lübeck) und Ruben Nogueiras (Universidade de Santiago de Compostela) wollen neueste Techniken der molekularen und systemischen Neurowissenschaften, der Mausgenetik und der translationalen Forschung einsetzen, um die vielseitige Bedeutung von Tanyzyten zu erhellen. Die Ergebnisse sollen neue diagnostische Marker und neue therapeutische Ansätze liefern für eine Vielzahl unterschiedlicher Störungen, die das gesunde Altern gefährden.

Grants des Europäischen Forschungsrates (European Research Council, ERC) zählen zu den höchsten Auszeichnungen, die ein europäischer Wissenschaftler aus öffentlicher Förderung erreichen kann. Sie gelten in der Wissenschaft als Ausweis höchster Exzellenz. Die besondere Förderkategorie des Synergy Grant, der die kollegiale internationale Zusammenarbeit von 2-4 Forschern erfordert, geht mit der Auszeichnung für Prof. Schwaninger erstmals an die Universität zu Lübeck.

Die Anforderungen, einen Synergy Grant zu erlangen, sind hoch. Nur 9% der eingereichten 295 Anträge wurden für die Förderung ausgewählt. Synergy Grants gehen an 88 Forscherinnen und Forscher an 63 Universitäten und Forschungszentren in 17 Ländern, die in 27 Projekten miteinander zusammenarbeiten. Das Gesamtfördervolumen beträgt 250 Millionen Euro.

Quelle: Universität zu Lübeck


Das könnte Sie auch interessieren

Rund 40 Prozent der Angstpatienten brechen MRT-Untersuchung ab

Klaustrophobie hält 15 Prozent der Patienten davon ab, sich trotz starker Schmerzen mittels der Magnetresonanztomografie untersuchen zu lassen. Dies hat für Ärzte, Therapeuten und Krankenkassen kostenintensive Folgen. Am schlimmsten betroffen ist jedoch der Patient selbst: Statt sich einer Diagnose zu stellen, leidet er oftmals monatelang unter starken Schmerzen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Angstpatienten die MRT-Untersuchung akzeptieren, wenn Fachpersonal sie vor und während des Termins persönlich intensiv begleitet und berät. Zudem ist es wichtig, dass sie aus dem MRT-Gerät herausschauen können wie bei dem innovativen Upright-MRT. Dagegen brechen mehr als ein Drittel der Befragten (39 Prozent) eine Untersuchung in einer geschlossenen MRT-Röhre mittendrin ab und im „Sandwich“-MRT steigen 16,6 Prozent aus. Das hat eine Diplomarbeit „Klaustrophobie in der MRT oder die Angst vor der Röhre“ in einer aktuellen Studie1 herausgefunden. Eine umfassende Beratung bei Bedenken vor der MRT-Untersuchung bietet den Betroffenen das neue Webportal www.angst-im-mrt.de.

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet

Eine neue Studie zur männlichen Fruchtbarkeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Human Reproductive Update", sorgt derzeit für Aufsehen. Die Untersuchungen von Mediziner Hagai Levine und seinem Team der Hebräischen Universität Jerusalem zeigen, dass die Spermienanzahl von Männern aus westlichen Ländern immer weiter abnimmt. Laut den Wissenschaftlern ist die Spermienanzahl pro Milliliter Sperma um etwa 52 Prozent gesunken. Bei der Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss gaben die Forscher sogar einen Rückgang von nahezu 60 Prozent an. Dennoch sieht die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) die Zeugungsfähigkeit in westlichen Industrienationen nicht akut gefährdet.

Darmkrebsmonat März: Alkohol ist ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs

Das Trinken von Alkohol ist gesellschaftlich breit akzeptiert, trotz der Risiken, die mit seinem Konsum einhergehen. Alkohol ist an der Entstehung von mehr als 200 Erkrankungen beteiligt, so die Autoren des Alkoholatlas Deutschland 2017. Leberschäden gehören dabei zu den weitgehend bekannten Folgen. Doch auch das Risiko für Darmkrebs steigt. Anlässlich des Darmkrebsmonats März macht die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) darauf aufmerksam, dass auch der vergleichsweise moderate Konsum von Alkohol das Risiko für eine Darmkrebserkrankung erhöht. Ausschlaggebend ist dabei allein die Menge des konsumierten Alkohols, nicht die Art des alkoholischen Getränks. In ihrem Aufruf an die Politik „Prävention beginnt in den Verdauungsorganen“ fordert die DGVS unter anderem eine bessere Aufklärung über die Gefahren des Alkohols sowie mehr Regularien für die alkoholproduzierende Industrie, auf diese Risiken hinzuweisen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Fördern die Tanyzyten des Gehirns das gesunde Altern?"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.