Donnerstag, 24. August 2017
Navigation öffnen

Aktuelle Infos für Ärzte

20. März 2017 Gentherapie am Auge

Auch in diesem Jahr wurde im Rahmen des Forum Oculus die Urkunde für das Deutsche Förderprogramm für Augenheilkunde von Bayer in Höhe von bis zu 50.000 € an einen Nachwuchsforscher vergeben. Das Projekt „Ocular immunology revisited – how AAV gene therapy challenges the deviant immune response of the eye“ von Prof. Dr. Dr. Dominik Fischer aus Tübingen vereint Grundlagenforschung und Klinik in hervorragender Weise, so das Urteil der unabhängigen Expertenkommission. „Wenn es unserem Team gelingt, die molekularen, zellulären und systemischen Abwehrmechanismen an der Netzhaut des Auges zu charakterisieren, könnten wir die Gentherapie am Auge für viele Patienten noch sicherer und effektiver machen“, erklärt Prof. Fischer.
Anzeige:
Die Gentherapie stellt eine neue Möglichkeit der individualisierten Therapie für vererbte Erkrankungen dar, für welche es bisher oft gar keine Behandlungsoptionen gibt. Solche vererbten Erkrankungen führen am Auge in der Regel zur schleichenden Erblindung im frühen oder mittleren Lebensalter. Gentherapie ermöglicht es dabei, die Ursache der Erbkrankheiten zu behandeln, indem diese eine therapeutische Gensequenz einbringt, welche das krankheitsverursachende Gen im erkrankten Zielgewebe ersetzt. Allerdings zeigen sich auch im bisher als immunprivilegiert betrachteten Auge – mitunter ausgeprägte – Entzündungsreaktionen nach Adeno-assoziierter Virus-(AAV)-Gentherapie. Mit dem bisherigen Wissen zur speziellen Immunologie am Auge lässt sich diese Beobachtung nicht vollständig erklären und somit noch kein Lösungsansatz erarbeiten.

Daher beschäftigt sich dieses Projekt mit der Analyse von bereits vorliegenden Gewebe und Flüssigkeitsproben von Affen und Studienpatienten, die eine Gentherapie mit AAV erhalten haben. Anhand dieser Proben sollen die molekularen, zellulären und systemischen Abwehrmechanismen charakterisiert werden.

Verbindung von Klinik und Grundlagenforschung überzeugt Expertenkommission

„Wir können mit dem Deutschen Förderprogramm für Augenheilkunde junge Nachwuchswissenschaftler motivieren, innovative Anträge zu stellen, welche die Grundlagenwissenschaft zur Anwendung in der Klinik bringen bzw. klinische Projekte mit Anknüpfung an die Grundlagenforschung beschreiben“, erklärt der Vorsitzende der unabhängigen Expertenkommission, Prof. Dr. Richard Funk aus Dresden. „Gerade diese Verbindung hat uns bei dem Antrag von Prof. Fischer aus Tübingen überzeugt.

Bewerbungsphase für die Förderperiode 2018 hat begonnen

„Wir hoffen, dass sich auch dieses Jahr wieder zahlreiche Experten für das Förderprogramm bewerben und wir so dazu beitragen können, dass innovative Ansätze in der ophthalmologischen Forschung weiterverfolgt werden können“, erklärt Dr. Zoran Hasanbasic, Facharzt für Augenheilkunde und Leiter Medizinische Fachabteilung Neurologie, Immunologie und Ophthalmologie bei Bayer. „Das Interesse an dem Deutschen Förderprogramm von Bayer war bisher so groß, dass wir alle schon mit einer frohen Erwartung auf die Förderperiode 2018 blicken, deren Bewerbungsphase bereits begonnen hat.“ Die Bewerbung erfolgt zunächst über einen Letter of Intent (LOI); der späteste Abgabetermin für die aktuelle Förderperiode ist der 30. Juni 2017. Details zur Bewerbung und alle notwendigen Formulare zum Download sind über www.foerderprogramm-augenheilkunde.de erhältlich.
 

Bayer


Das könnte Sie auch interessieren

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit

Laut einer aktuellen GfK-Umfrage hat mehr als die Hälfte aller Deutschen mindestens zehnmal im Jahr Rückenschmerzen. Die von der Medserena AG beauftragte GfK-Umfrage zeigt, dass 34,5 Prozent aller Deutschen an bis zu sieben Tagen im Jahr aufgrund von Rückenschmerzen nicht ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Betrachtet man die befragten Berufsgruppen genauer, so liegt der höchste Anteil bei den Angestellten (36,7 Prozent). Das verursacht Jahr für Jahr einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Arbeitgeber. Nur durch verbesserte medizinische Untersuchungsmethoden und zielgerichtete Therapien kann das kostspielige Problem des deutschen Rückenleidens gelöst werden.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Gentherapie am Auge"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!