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11. Juli 2018 Ixekizumab bei Psoriasis-Arthritis: langanhaltend stark wirksam über drei Jahre

EULAR: neue Daten zum IL-17A-Inhibitor Ixekizumab

Eine langanhaltende Wirksamkeit spielt sowohl für Ärzte als auch Patienten im praktischen Einsatz eine entscheidende Rolle. Für den Interleukin(IL)-17A-Inhibitor Ixekizumab (Taltz®) wurden beim diesjährigen EULARI-Kongress in Amsterdam neue Langzeitdaten der SPIRIT-P1-Studie bei aktiver Psoriasis-Arthritis (PsA) vorgestellt. Diese belegen, dass die starke Wirksamkeit auf die Gelenkbeschwerden auch über 3 Jahre erhalten bleibt (1). Darüber hinaus zeigen neue Auswertungen der Studien SPIRIT-P1 und -P2 positive Effekte auf patientenrelevante Endpunkte. So verbesserte sich die Fatigue der Patienten deutlich (2). Des Weiteren erzielten viele Patienten innerhalb von 24 Wochen eine Remission ihrer Krankheitsaktivität (3). Der zielgerichtete IL-17A-Inhibitor ist in Europa seit April 2016 zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassenII, seit Januar 2018 auch für die aktive PsAIII (4).
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„Neben dem Aspekt der Langzeitkontrolle ist es wichtig, möglichst alle Manifestationen der PsA bei der Therapiewahl zu berücksichtigen. Als heterogene Multisymptomerkrankung umfasst die PsA neben der Arthritis und Spondylitis häufig auch eine Enthesitis und Daktylitis. Aber auch psoriatische Veränderungen von Nägeln und Haut sollten Beachtung finden. Moderne, zielgerichtete Ansätze wie der IL-17A-Inhibitor Ixekizumab sind hier eine geeignete Option, um alle relevanten Facetten der PsA mitzubehandeln“, betonte Dr. Frank Behrens, Frankfurt.

Langanhaltend stark wirksam bei Gelenkbeschwerden über 3 Jahre

Bisherige Studiendaten zeigen, dass Ixekizumab alle wesentlichen klinischen Domänen der PsA wirksam verbessern kann (5, 6). So belegen bisherige Auswertungen der PsA-Studien SPIRIT-P1 und -P2 eine schnelle, starke und anhaltende Wirksamkeit bei Gelenkbeschwerden (5, 6). Aktuelle, in Amsterdam vorgestellte Daten aus der Studie SPIRIT-P1 bei Biologika-naiven Patienten bestätigen, dass die starke Wirksamkeit bei PsA auch über einen Zeitraum von drei Jahren erhalten bleibt: So erreichten 69% der Patienten ein ACRiv20-Ansprechen, 51% ein ACR50-Ansprechen sowie 33% ein ACR70-Ansprechen (mNRIv) (1). Nach Berechnung mit der „as observed“vi-Methode erreichten 95% der Patienten ein ACR20-Ansprechen (1). Ein vollständiges Abklingen von Enthesitis und Daktylitis, die zu den häufigsten Manifestationen der PsA gehören, erzielten 47 bzw. 62% der Patienten (LEIvii bzw. LDI-Bviii = 0; mNRI). Auch die Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit (HAQ-DIix) blieb erhalten: Diese lag nach 156 Wochen bei -0,4 Punkten im Vergleich zum Ausgangswertx (1).

Ixekizumab ist jedoch nicht nur bei Biologika-naiven Patienten wirksam, sondern zeigte auch vergleichbar hohe ACR-Ansprechraten nach TNF-α-Versagen (5, 6). Dies bestätigen auch jüngst beim EULAR-Kongress vorgestellte Daten über 52 Wochen (7). „Die Studie SPIRIT-P2 untersuchte als weltweit erste in der PsA die Wirksamkeit in einer Population von TNF-α-Therapieversagern“, hob Behrens hervor. „Ixekizumab hat somit derzeit beste Evidenz für eine gute Wirksamkeit nach TNF-α-Therapieversagen“, so Behrens.

Kombinierte Effekte auf Gelenke und Haut: Zugewinn an Lebensqualität

Neben den Gelenksymptomen haben PsA-Patienten oft auch psoriatische Nagel- und Hautläsionen, die eine zusätzliche Belastung und Einschränkung ihrer Lebensqualität bedeuten (8, 9). Eine aktuelle Auswertung der PsA-Studien SPIRIT-P1 und -P2 zeigt, dass der Zugewinn an Lebensqualität dann am größten war, wenn sich sowohl die Gelenk- als auch die Hautsymptome gleichzeitig verbesserten (10).

Bisherige Studien zur mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis belegen, dass der IL-17A-Inhibitor psoriatische Veränderungen an Nägeln und Haut schnell und überlegen verbessern kann – sowohl im Vergleich zum IL-12/23-Inhibitor Ustekinumab als auch zum TNF-α-Inhibitor Etanercept (4, 11-13). Die Wirksamkeit war zudem langanhaltend: So erreichten nach drei Jahren sieben von zehn Patienten eine nahezu erscheinungsfreie Haut (PASIxi 90) und 5 von 10 Patienten eine völlig erscheinungsfreie Haut (PASI 100) (mNRI) (14). Die durchschnittliche Verbesserung der Nagel-Psoriasis, gemessen mittels NAPSIxii, betrug nach 60 Wochen 86%.

Signifikante Verringerung der Krankheitsaktivität bei PsA

Effekte auf Gelenke- sowie Hautsymptome tragen zum Erreichen einer minimalen Krankheitsaktivität (MDAxiii) bei. Der MDA-Score wurde von Rheumatologen und Dermatologen interdisziplinär entwickelt und ermöglicht eine Evaluation der relevanten Manifestationen der PsA (15, 16). Neben der Erfassung der Gelenkbeteiligung werden auch die Enthesitis sowie die Hautbeteiligung berücksichtigt (17).

Aktuelle Datenauswertungen zeigen einen positiven Effekt von Ixekizumab auf die Krankheitsaktivität – sowohl bei Biologika-naiven Patienten, als auch bei solchen, die bereits mit einem oder mehreren TNF-α-Inhibitoren vorbehandelt waren (3, 6). Bereits innerhalb der ersten vier Wochen erreichten viele Patienten eine minimale Krankheitsaktivität, die Zahl der Patienten mit einem MDA war nach 24 Wochen signifikant und das gute Ansprechen hielt über 52 Wochen an (3). Ebenso verbesserten sich weitere Parameter für die Krankheitsaktivität, die u. a. den Schmerz und die Anzahl der geschwollenen und druckschmerzhaften Gelenke (DAPSAxiv), die Beteiligung der Enthesen und Fingergelenke sowie weitere patientenrelevante Endpunkte (PASDASxv) enthielten (3).

Wirksame Verbesserung der Fatigue

Für Patienten mit PsA steht im Vordergrund, ein möglichst normales Leben zu führen. Zu den Symptomen, unter denen die Patienten am meisten leiden, zählt neben Schmerzen auch die Fatigue (18). Eine signifikante, klinisch relevante und damit für den Patienten deutlich spürbare Verbesserung von ≥ 3 Punkten wurde von etwa einem Drittel der Patienten in Woche 24 erreicht (2). In Woche 24 erzielten Biologika-naive Patienten eine durchschnittliche Verbesserung um -1,6 Punkte auf der Fatigue NRSxvi-Skala (0 = keine Fatigue, 10 = äußerst starke Fatigue), bei Patienten nach TNF-α-Versagen waren es ‑2 Punkte. Nach einem Jahr profitierten Patienten von einer mittleren Verbesserung von jeweils -2,2 Punkten in beiden Studien (SPIRIT-P1 und -P2).

„Insgesamt bestätigen auch die aktuell in Amsterdam vorgestellten Daten, dass Ixekizumab eine geeignete Therapieoption ist, um alle wichtigen Symptome der PsA zu behandeln und auch patientenrelevante Endpunkte zu verbessern“, resümierte Behrens.

Über Ixekizumab (Taltz®)

Ixekizumab ist ein monoklonaler IgG4-Antikörper, der speziell entwickelt wurde, um das proinflammatorische Zytokin IL-17A mit höchster Affinität und Spezifitätxvii zu binden. IL-17A spielt eine wichtige Rolle im Entzündungsprozess der Plaque-Psoriasis und Psoriasis-Arthritis (19-21).

Ixekizumab ist in Europa seit April 2016 zur Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen, die für eine systemische Therapie in Frage kommen (4). Am 18. Januar 2018 hat
Ixekizumab die Zulassung zur Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat (MTX) erhalten, die auf eine oder mehrere DMARD (disease-modifying antirheumatic drugs)-Therapien nicht ausreichend angesprochen oder eine Unverträglichkeit haben (4). In der Behandlung von Hautsymptomen und Gelenkbeschwerden zeigte der zielgerichtete IL-17A-Inhibitor eine schnelle (6, 22, 23) starke (4) und langanhaltende Wirksamkeit (4, 14, 24) – bei guter Verträglichkeit (4).

Verabreicht wird Ixekizumab als subkutane Injektion mit einem Fertigpen oder einer Fertigspritze (4). Die Dosierung ist einfach: Die Initialdosis beträgt 2 Injektionen à 80 mg. Danach erfolgt die Dosierung entsprechend der Hautbeteiligung (4). Bei Psoriasis-Arthritis mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis folgt nach der Induktionsphase (Woche 2 bis 12), in der alle 2 Wochen 1 Injektion (80 mg) verabreicht wird, die Erhaltungsphase (ab Woche 16) mit 1 Injektion (80 mg) alle 4 Wochen. Diese Dosierung gilt auch, wenn eine mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis ohne Gelenkbeteiligung vorliegt (4). Bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis ohne oder mit leichter Plaque-Psoriasis wird nach der Initialdosis direkt in Woche 4 die Erhaltungsphase mit 1 Injektion (80 mg) alle 4 Wochen begonnen (4).

Lilly

Literatur:

i European League Against Rheumatism
ii Ixekizumab (Taltz®) ist indiziert zur Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen (4).
iii Ixekizumab (Taltz®) ist indiziert zur Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat (MTX), die auf eine oder mehrere DMARD (disease-modifying antirheumatic drugs)-Therapien nicht ausreichend angesprochen oder eine Unverträglichkeit haben (4).
iv American College of Rheumatology
v modified Non-Responder Imputation; statistische Auswertungsmethode: Fehlende Daten aufgrund von mangelnder Wirksamkeit oder unerwünschten Ereignissen wurden per NRI eingerechnet. Fehlende Daten aus anderen Gründen wurden per Multipler Imputation eingerechnet: Hierbei wurden fehlende Werte mehrfach nach dem Zufallsprinzip generiert. Der verwendete Wert ist eine Schätzung aus der Vielzahl der generierten Einzelwerte.
vi as observed; statistische Auswertungsmethode: Daten wurden wie beobachtet entsprechend den Scores aufgenommen.
vii Leeds Enthesitis Index
viii Leeds Daktylitis Index-Basic
ix Health Assessment Questionnaire Disability Index
x Initialdosis 2x 80 mg, danach eine Injektion (80 mg) alle vier Wochen
xi Psoriasis Area Severity Index: Mit dem PASI wird der Schweregrad der Psoriasis bestimmt, wobei Parameter wie Rötung, Verdickung, Schuppung und die Ausdehnung der von Psoriasis betroffenen Hautfläche berücksichtigt werden. Ein PASI 90 gibt eine Symptomverbesserung der Haut um 90% vom Ausgangswert an.
xii Nail Psoriasis Severity Index
xiii Minimal Disease Activity: Eine minimale Krankheitsaktivität wird erreicht, wenn mindestens
5 von 7 Kriterien erfüllt sind: Anzahl der empfindlichen / druckschmerzhaften Gelenke ≤ 1, Anzahl der geschwollenen Gelenke ≤ 1, PASI ≤ 1 oder BSA ≤ 3, Schmerzen nach Angaben des Patienten anhand einer visuellen Analogskala (VAS) ≤ 15, Krankheitsaktivität nach Angaben des Patienten anhand einer visuellen Analogskala (VAS) ≤ 20, Health Assessment Questionnaire Disability Index (HAQ-DI) ≤ 0,5, schmerzhafte Enthesitiden ≤ 1
xiv Disease Activity in Psoriatic Arthritis
xv Psoriatic Arthritis Disease Activity Score
xvi NRS: Numerische Rating-Skala
xvii Taltz® hohe Affinität zu IL-17A ist mit kD < 3 pM mehr als 60x höher als bei Secukinumab KD = ~200 pM; Taltz® bindet spezifisch an IL-17A und IL-17A/F (Taltz® Fachinformation Mai 2018; CENTER FOR DRUG EVALUATION AND RESEARCH. OFFICE DIRECTOR MEMO - Cosentyx [online]. Stand: 01.2016. URL: http://www.accessdata.fda.gov/drugsatfda_docs/nda/2015/125504Orig1s000ODMemo.pdf [Zugriff: 05.06.2018])

(1) Chandran V et al [Poster]. EULAR, 13. – 16. Juni 2018, Amsterdam; Poster THU0333.
(2) Orbai AM et al [Poster]. EULAR, 13. – 16. Juni 2018, Amsterdam; Poster AB0906.
(3) Coates L et al [Poster]. EULAR, 13. – 16. Juni 2018, Amsterdam; Poster THU0314.
(4) Taltz® Fachinformation. Stand Mai 2018.
(5) Mease PJ et al. Ann Rheum Dis 2017; 76(1): 79-87.
(6) Nash P et al. Lancet 2017; 389(10086): 2317-2327.
(7) Genovese MC et al. [Poster]. EULAR, 13. – 16. Juni 2018, Amsterdam; Poster SAT0341.
(8) Sobolewski P et al. Reumatologia 2017; 55(3): 131-135.
(9) Armstrong AW et al. PLoS ONE 2012; 7(12): e52935.
(10) Kavanaugh AF et al [Poster]. EULAR, 13. – 16. Juni 2018, Amsterdam; Poster SAT0316.
(11) van de Kerkhof P et al. J Eur Acad Dermatol Venereol 2017; 31(3): 477-482.
(12) Ghislain PD et al [Poster]. EADV, Genf, 13. – 17. September 2017; P1868.
(13) Dennehy EB et al. J Drugs Dermatol 2016; 15(8): 958-961.
(14) Leonardi C et al. J Am Acad Dermatol 2018; doi: 10.1016/j.jaad.2018.05.032 [Epub ahead of print].
(15) Coates LC et al. Ann Rheum Dis 2010; 69(1): 48-53.
(16) Coates LC und Helliwell PS. Curr Rheumatol Rep 2015; 17(6): 517.
(17) Mease PJ. Arthritis Care Res (Hoboken). 2011; 63 Suppl 11: S64-85.
(18) Gossec L et al. Ann Rheum Dis 2014; 73: 1012-1019.
(19) Di Cesare A et al. J Invest Dermatol 2009; 129(6): 1339-1350.
(20) Uluçkan Ö et al. Sci Transl Med 2016; 8(330): 330ra37.
(21) Suzuki E et al. Autoimmun Rev. 2014; 13(4-5):496-502.
(22) Leonardi C et al [Poster]. AAD, Washington, 04. – 08. März 2016; Poster 3100.
(23) Mease PJ et al. Ann Rheum Dis 2017; 76(Suppl): 1-26.
(24) Helliwell PS et al [Poster]. ACR/ARHP, San Diego/USA, 03. – 08. November 2017; Poster 624.


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