Sonntag, 21. Oktober 2018
Navigation öffnen

Aktuelle Infos für Ärzte

09. Januar 2018
Seite 1/2
Januskinase-Inhibition als Wirkmechanismus in der Therapie von Colitis ulcerosa

Ausschlaggebend für die Therapieentscheidung bei Patienten mit Colitis ulcerosa ist die Krankheitsschwere. Laut Dr. Lena Dietz, Medical Affairs bei Pfizer, Berlin, ist es derzeit immer noch so, dass trotz verfügbarer Therapeutika ein ungedeckter Bedarf für die Behandlung von Colitis-Patienten besteht. Die Anwendung des Januskinase(JAK)-Inhibitors Tofacitinib stellt jetzt eine Möglichkeit für eine wirksame Behandlung dar.
Anzeige:
Während bei milder Verlaufsform einer Colitis ulcerosa 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) eine wichtige Rolle spielt, werden bei mittelschwerer Verlaufsform klassischerweise systemische Kortikoide und Immunmodulatoren (Azathioprin, 6-Mercaptopurin) angewandt sowie als weitere Stufe Biologika eingesetzt. Für Patienten mit schwerem/fulminantem Verlauf ist der letzte Schritt eine Operation mit kompletter Entfernung des Kolons. Eines der Probleme in der bisherigen Therapie jedoch ist, dass 20% der Colitis-Patienten Kortikosteroid-abhängig werden. Bei 5-ASA ist ein sehr langsamer Wirkeintritt von 2-6 Monaten, aber auch ein ungünstiges Nebenwirkungsprofil von Nachteil. Die Anwendung von Biologika muss wegen der Entwicklung von Intoleranzen und primärem bzw. sekundärem Wirkverlust wohlüberlegt erfolgen. Ein neuer Ansatz ist jetzt, in den Januskinase-Signalweg einzugreifen, der bei Colitis ulcerosa aufgrund der Produktion von entzündungsfördernden Proteinen (Zytokine) eine Rolle spielt.
 
Der Januskinase(JAK)-Inhibitor Tofacitinib hemmt die Aktivierung und Phosphorylierung von JAKs, wodurch dieser Signalweg gehemmt und schließlich eine Gentranskription und Produktion von Zytokinen verhindert wird (1,2). Tofacitinib ist ein niedermolekularer, oral einzunehmender Wirkstoff, der in Europa seit Anfang 2017 zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis (RA) zugelassen ist. Für die Therapie von Colitis ulcerosa ist bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) – fußend auf den 3 randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studien OCTAVE (3) – ein Antrag auf Indikationserweiterung eingereicht. Bei OCTAVE Induction 1 und 2 wurde Tofacitinib in der Induktionstherapie untersucht, bei OCTAVE Sustain geht es um die Anwendung von Tofacitinib in der Erhaltungstherapie, OCTAVE 3 ist eine offene fortlaufende Verlängerungsstudie, die Patienten aus den Induktionsstudien OCTAVE Induction 1 und 2 und der Erhaltungsstudie OCTAVE Sustain berücksichtigt; alle 3 Studien schließen Erwachsene mit moderater bis schwerer Colitis ulcerosa ein.
 
Ende November wurde bei der United European Gastroenterology Week (UEGW) in Barcelona ein Poster mit Ergebnissen zu OCTAVE 3 vorgestellt, welche Aussagen zur Sicherheit und Wirksamkeit einer Langzeittherapie mit Tofacitinib erlauben (4). Eine Zwischenauswertung dieser 3-Jahresdaten analysierte die beiden Wirksamkeitsendpunkte Remission und Mukosaheilung* nach 2, 12 und 24 Monaten und zeigte, dass die meisten Patienten, die 2x täglich 5 mg Tofacitinib erhielten nach 2 (81,5% as observed** bzw. 79,9% NRI#), 12 (81,9% as observed bzw. 72,0% NRI) und 24 Monaten (87,5% as observed bzw. 46.7% NRI) in Remission waren. Bei den Patienten, die 2x täglich 10 mg Tofacitinib erhielten, wurde ausgehend vom Monat 2 (27,5% as observed bzw. 24,3% NRI) zum Monat 12 (61,5% as observed, bzw. 34,9% NRI) eine vermehrte klinische Remission beobachtet, zum Zeitpunkt 24 Monate befanden sich knapp 70% (69,4% as observed bzw. 27,5% NRI) in Remission (4).
 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"

Bettruhe, Bewegung oder Medikamente – welche Behandlung ist bei Beschwerden im Kreuz die richtige? Was Fachleute derzeit empfehlen, lesen Patientinnen und Patienten in der neuen ÄZQ-Patientenleitlinie "Kreuzschmerz". Jeder kennt Kreuzschmerzen. Oft sind sie harmlos und gehen von alleine weg. Die Schmerzen können aber auch länger andauern oder wiederkehren. Das kann belasten und im Alltag einschränken. Gegen die Schmerzen werden viele Behandlungen angeboten: einige helfen, andere nicht.

Jeder vierte Patient erhält die Diagnose bereits als Kind

„In Deutschland sind etwa 400.000 Menschen von den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa betroffen“, sagt der CED-Experte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, PD Dr. Bernd Bokemeyer. „Die Diagnose wird bei etwa einem Viertel der Patienten schon vor dem 18. Lebensjahr gestellt. Ein Viertel dieser erkrankten Jugendlichen hat seine Diagnose sogar schon vor dem zehnten Lebensjahr erhalten.“  

Vitamin D-Mangel begünstigt Ausbildung von Osteoporose

Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, bei der die Knochen an Festigkeit verlieren und leichter brechen. Dann kann es schnell zu einem Knochenbruch kommen. Sehr oft betroffen sind der Oberschenkelhalsknochen oder die Arme. Eine Ursache für ein schwaches Knochengefüge kann Vitamin D-Mangel sein, wie Prof. Andreas Roth, Leiter des Bereichs Endoprothetik der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL, anlässlich des Welt-Osteoporose-Tages am 20. Oktober erläutert. Doch auch ein Zuviel an Vitamin D kann zu Gefährdungen führen.

Darmkrebsmonat März: Alkohol ist ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs

Das Trinken von Alkohol ist gesellschaftlich breit akzeptiert, trotz der Risiken, die mit seinem Konsum einhergehen. Alkohol ist an der Entstehung von mehr als 200 Erkrankungen beteiligt, so die Autoren des Alkoholatlas Deutschland 2017. Leberschäden gehören dabei zu den weitgehend bekannten Folgen. Doch auch das Risiko für Darmkrebs steigt. Anlässlich des Darmkrebsmonats März macht die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) darauf aufmerksam, dass auch der vergleichsweise moderate Konsum von Alkohol das Risiko für eine Darmkrebserkrankung erhöht. Ausschlaggebend ist dabei allein die Menge des konsumierten Alkohols, nicht die Art des alkoholischen Getränks. In ihrem Aufruf an die Politik „Prävention beginnt in den Verdauungsorganen“ fordert die DGVS unter anderem eine bessere Aufklärung über die Gefahren des Alkohols sowie mehr Regularien für die alkoholproduzierende Industrie, auf diese Risiken hinzuweisen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Januskinase-Inhibition als Wirkmechanismus in der Therapie von Colitis ulcerosa"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.