Mittwoch, 23. Mai 2018
Navigation öffnen
Anzeige:

Aktuelle Infos für Ärzte

13. Februar 2018 Ocrelizumab auch für die frühe PPMS zugelassen

Für Patienten mit primär progredienter Multipler Sklerose (PPMS) gibt es mit Ocrelizumab erstmals ein für diese Form der MS zugelassenes Medikament, das die Behinderungsprogression signifikant bremst und zudem mit nur 2 Infusionen pro Jahr die Betroffenen wenig in ihrem Leben einschränkt. Bei schubförmiger MS (RMS) blieben 80% der Patienten unter Ocrelizumab während der Studien komplett schubfrei.
Anzeige:
Seit Januar 2018 ist der gegen B-Zellen gerichtete humanisierte monoklonale Antikörper Ocrelizumab (Ocrevus®) in der EU zugelassen; in den Vereinigten Staaten, in der Schweiz, Australien und weiteren Ländern ist er bereits seit Anfang 2017 verfügbar. Bisher wurden weltweit über 30.000 Patienten mit dem Antikörper behandelt, der gezielt an das Oberflächenprotein CD20 auf B-Zellen bindet.

Die Zulassung für die frühe PPMS, die 10-15% der MS-Patienten betrifft und etwa 10 Jahre später beginnt als die schubförmig-remittierende MS (RMS), wurde aufgrund der Ergebnisse der ORATORIO-Studie erteilt (1). In dieser Phase-III-Studie mit 732 Teilnehmern reduzierte Ocrevus® das Risiko einer nach 12 bzw. 24 Wochen bestätigten Behinderungsprogression gegenüber Plazebo signifikant um 24% und verlangsamte damit das Fortschreiten der Erkrankung. Zudem verringerte Ocrelizumab bei den Patienten mit PPMS die Abnahme des Hirnvolumens um signifikante 17,5%, berichtete Prof. Dr. Volker Limmroth, Klinik für Neurologie und Palliativmedizin Köln-Merheim, auf einer Pressekonferenz der Roche AG in Frankfurt.

Für die aktive schubförmige MS (RMS) ist Ocrelizumab ebenfalls zugelassen, die beiden identisch aufgebauten Studien OPERA I und OPERA II lieferten die dazu notwendigen Daten (2). Im Vergleich zu Interferon beta-1a s.c. reduzierte Ocrelizumab die adjustierte jährliche Schubrate signifikant um etwa die Hälfte (46% und 47%) und senkte das Risiko einer bestätigten Behinderungsprogression ebenfalls signifikant um 40%. Aus weiteren Analysen der OPERA-Studien geht zudem hervor, dass etwa 80% der RMS-Patienten unter Ocrelizumab schubfrei blieben, ergänzte Limmroth. Zudem könne die Substanz Hirnläsionen effektiv reduzieren. „Unser Therapieziel bei MS muss im 21. Jahrhundert das Einfrieren sein, also der Stillstand der Krankheitsaktivität“, unterstrich der Kölner Neurologe.

Ocrelizumab verfügt zudem über ein günstiges Sicherheitsprofil, die Rate unerwünschter Wirkungen war in den Studien vergleichbar zu der unter hochdosierter Interferon beta-1a-Therapie. Infusionsreaktionen vor allem nach der ersten Verabreichung und leichte bis mittelschwere Infektionen sind die häufigsten Nebenwirkungen; Hinweise auf eine erhöhte Inzidenzrate maligner Erkrankungen gibt es bisher nicht.
Da Ocrelizumab nur alle 6 Monate infundiert wird, müssen sich die Patienten einschließlich Vormedikation und Nachbeobachtung pro Halbjahr nur etwa 6 Stunden mit ihrer Therapie – und damit auch mit ihrer Krankheit befassen;  

Dr. Barbara Voll

Launch-PK „OCREVUS – Durchbruch in der Multiple Sklerose-Behandlung“, 24. Januar 2018, Frankfurt; Veranstalter: Roche Pharma

Literatur:

(1) Montalban X et al. NEJM 2017;376 (3):209-220
(2) Hauser SL et al. NEJM 2017;376 (3):221-34


Das könnte Sie auch interessieren

Jeder vierte Patient erhält die Diagnose bereits als Kind

„In Deutschland sind etwa 400.000 Menschen von den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa betroffen“, sagt der CED-Experte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, PD Dr. Bernd Bokemeyer. „Die Diagnose wird bei etwa einem Viertel der Patienten schon vor dem 18. Lebensjahr gestellt. Ein Viertel dieser erkrankten Jugendlichen hat seine Diagnose sogar schon vor dem zehnten Lebensjahr erhalten.“  

Wenn die Eltern trinken: Über 2,6 Millionen Kinder wachsen mit alkoholabhängigem Elternteil auf

Kinder von alkoholkranken Eltern haben keinen normalen Alltag und ihre Sorgen beschränken sich nicht mehr auf Schule oder Freizeit-Aktivitäten. Oftmals müssen sie sich viel zu früh Aufgaben und Sorgen eines Erwachsenen stellen und sind der Situation ausgeliefert. In Deutschland leben mehr als 2,6 Millionen Kinder in einer solchen Situation. Mindestens ein Elternteil dieser Kinder ist alkoholabhängig.

Tagebuch hilft Pflegenden beim Erkennen eigener Bedürfnisse

Viele pflegende Angehörige nehmen ihre eigenen Bedürfnisse kaum mehr wahr. Die Sorge um den Angehörigen oder die Angst, der Aufgabe nicht gerecht zu werden, können den Blick auf sich und eigene Wünsche verstellen, erklärt Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). "Als erstes gilt es dann zu versuchen, sich selbst wieder stärker in den Fokus zu nehmen und zu formulieren, was man braucht." Das jedoch sei leichter gesagt als getan. Sulmann empfiehlt Pflegenden daher, ein Tagebuch zu führen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Ocrelizumab auch für die frühe PPMS zugelassen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.