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17. Mai 2018 Prednisolon-Saft für den Notfall

Seit dem 1. April 2018 steht Prednisolon für die orale Anwendung als Saft zur Verfügung. Die Fokusindikationen des Fertigarzneimittels sind unter anderem anaphylaktische Anfälle sowie Pseudokrupp- und Asthmaanfälle. Außerdem ist der Prednisolon-Saft für zahlreiche weitere Erkrankungen zugelassen, die eine systemische Glucocorticoid-Therapie erfordern, einschließlich der Substitutionstherapie.
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Aufgrund seiner anti-inflammatorischen Eigenschaften wird Prednisolon seit langem in der Notfallbehandlung eingesetzt (1,2,3). Die Galenik als Saft (mit Prednisolondihydrogenphosphat-Dinatrium) bietet bei Kindern den Vorteil, dass er sich leicht in die Backentasche applizieren lässt und einen Schluckreflex auslöst. Zudem weist er eine sehr gute Bioverfügbarkeit auf und wird im Gastrointestinaltrakt rasch und beinahe vollständig resorbiert. Die Dosierung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und muss im Einzelfall angepasst bzw. regelmäßig neu bewertet werden (4).
 
Asthmaanfälle korrekt therapieren

Zur Anwendung kommt der Prednisolon-Saft (Okrido®) beispielsweise bei mittelschweren bis schweren Asthmaanfällen zusätzlich zu einem schnell wirkenden Beta-2-Sympathomimetikum. „Die Gabe eines Glucocorticoids ist bei einem Asthmaanfall essentiell“, betonte PD Dr. Kai Michael Beeh vom insaf Institut für Atemwegsforschung Wiesbaden. Der Pneumologe verwies darauf, dass in Melbourne mehrere Menschen wohl deshalb an einem schweren Asthmaanfall verstarben, weil sie nur Beta-2-Sympathomimetika aber kein Glucocorticoid erhalten hatten.

Der Prednisolon-Saft ist auch für die Behandlung von Pseudokrupp gut geeignet. Den zumeist kleinen Kindern im Alter von 6 bis 36 Monaten kommt der Kirschgeschmack des Safts entgegen. Leichte Symptome können die Eltern mit allgemeinen Maßnahmen wie aufrechtem Sitz und Zufuhr kühler Luft selbst behandeln. Die Gabe von Prednisolon lässt die Schleimhäute schneller abschwellen. Zäpfchen oder Saft sind einfach anzuwenden, der Prednisolon-Saft weist jedoch bei gleicher Dosierung eine deutlich höhere Wirkstoffaufnahme auf als Zäpfchen mit Prednisolon (5).
 
Schnell reagieren bei Anaphylaxie

„Allergien gegen Nahrungsmittel, Insektentoxine oder Medikamente sollten nicht bagatellisiert werden“, forderte Prof. Ring, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der TU München. Denn die akute systemische Reaktion ist potenziell lebensbedrohlich (2). Neben allgemeinen Maßnahmen (Lagerung, Volumengabe) ist die intramuskuläre Injektion von Adrenalin das Mittel der ersten Wahl, da es die wesentlichen Pathomechanismen antagonisiert. Nicht zu vergessen sind entzündungshemmende Glucocorticoide und Antihistaminika. Glucocorticoide wie der Prednisolon-Saft werden zudem im Hinblick auf den nicht so selten auftretenden biphasischen Verlauf empfohlen, bei dem es nach 1 bis 72 Stunden zu einer erneuten Reaktion kommt.

Dr. Marion Hofmann-Aßmus

Quelle: Workshop „Schnelle Hilfe im Akutfall – Neue Therapieoptionen mit Glucocorticoiden“ unterstützt von Pharmapol, im Rahmen von "Allergologie im Kloster" am 5.5.2018, Kloster Eberbach, mha.

Literatur:

(1) DGPI Handbuch, Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Vollständig überarbeitete Auflage 2013 Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
(2) Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie, AWMF-Register-Nr. 065-025.
(3) S2 Leitlinie zu Asthma bronchiale im Kindes-und Jugendalter der Gesellschaft für Pädiatrischen Pneumologie und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin, ICD-10-Nummer_ J45.9; J45.1; J45.8
(4) Fachinformation Okrido®, Stand 2017
(5) Aktories, Förstermann, Hofmann, Starke (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 9. Auflage (2005), München: Elsevier
 
 


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