Freitag, 20. April 2018
Navigation öffnen

Aktuelle Infos für Ärzte

10. Januar 2018
Seite 1/2
Tapentadol bei chronischen Schmerzpatienten entlastet das ärztliche Budget und reduziert den Arbeitsaufwand

In Deutschland leiden etwa 17% aller Erwachsenen an chronischen Schmerzen. Deutlich über die Hälfte davon, rund 61%, sind chronische Rückenschmerzpatienten (1). Neben dem Leid der Betroffenen und den daraus resultierenden häufigen Arztbesuchen stellen chronische Schmerzerkrankungen auch wegen der hohen Behandlungskosten eine große Herausforderung dar. Hinzu kommt eine große volkswirtschaftliche Belastung durch kurz- und langfristige Arbeitsausfallzeiten, Krankengeld und Frühberentungen. Hinsichtlich der direkten und indirekten Kosten spielt es aber offenbar eine entscheidende Rolle, welches Analgetikum Ärzte verordnen. Dies zeigen Daten einer nicht-interventionellen Studie, denen zufolge Tapentadol retard (Palexia® retard) aufgrund seiner starken Wirksamkeit und seines guten Nebenwirkungsprofils den Bedarf an Begleitmedikation und therapiebegleitenden Maßnahmen wie Physiotherapie deutlich reduziert (2). Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage ging im Vergleich zur Vortherapie um rund 60% zurück (3). Somit zahlt sich die Behandlung mit Tapentadol volks- und betriebswirtschaftlich gleichermaßen aus. Die wirtschaftliche Verordnung des Analgetikums ist dabei durch mehr als 100 Rabattverträge gegeben (4).
Anzeige:
Welchen Einfluss hat Tapentadol retard auf die Funktionalität von Patienten mit chronischen Schmerzen im deutschen Praxisalltag? Und wie verändert sich die gesundheitsbezogene Lebensqualität? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer dreimonatigen prospektiven nicht-interventionellen Studie (NIS), die unter Allgemeinmedizinern und Internisten durchgeführt wurde und auch Aussagen über die Wirtschaftlichkeit erlaubt (2). Eingeschlossen waren 5.002 Patienten, von denen 92,7% aufgrund einer unzureichenden Schmerzlinderung unter der Vortherapie auf Tapentadol retard umgestellt wurden. Bei 71,3% der Patienten war mangelnde Lebensqualität der Grund (Mehrfachnennungen möglich).

Umfangreiche Begleittherapie konnte deutlich reduziert werden

Mit 95,9% hatten Patienten vor Therapiebeginn mit Tapentadol retard fast ausnahmslos eine analgetische Dauertherapie erhalten. 31,7% waren mit starken Opioiden, 55,9% mit schwachen Opioiden und 81,4% mit Nicht-Opioiden vortherapiert. Daneben bestand eine umfangreiche Begleittherapie mit Antidepressiva (34,9%), Antiepileptika (17,6%), Laxanzien (14,8%), Antiemetika (9,2%) und Muskelrelaxanzien (21%). Nach Therapiebeginn mit Tapentadol retard erhielten zunächst noch 63% der Patienten eine begleitende analgetische Dauertherapie. Im Studienverlauf konnte dieser Anteil aber weiter auf 47,6% reduziert werden. Am Ende nahmen nur noch 2,6% der Patienten ein starkes und 5,0% ein schwaches Opioid ein. 39,9% der Patienten kamen im Rahmen der analgetischen Dauerbehandlung mit einer Tapentadol-Monotherapie aus. Der Anteil der Patienten mit einer Ko-Analgetika-Verordnung ging ebenfalls zurück. Das ist vorteilhaft, da weniger Zusatzverordnungen das Budget des Arztes entlasten.

Kosteneinsparungen von rund 50% bei Physiotherapie und Massagen

In den letzten 4 Wochen vor Beginn der Tapentadol-Therapie hatten die Ärzte bei 57,88% der Patienten Physiotherapie und bei 24,83% Massagen verordnet. Im Verlauf der NIS gingen die Physiotherapie-Verordnungen um 36% zurück. Bei Massagen fiel der Rückgang mit 55% sogar noch deutlicher aus. „Die Schmerztherapie mit Tapentadol retard führte im Praxisalltag bei breitem Indikationsspektrum zu einer deutlichen Reduktion starker chronischer Schmerzen mit signifikanten Verbesserungen der funktionalen Alltagskompetenz und der Lebensqualität der Patienten. Zudem konnte der Anteil der zusätzlichen analgetischen Dauermedikationen sowie die nicht-medikamentöse Begleittherapie deutlich reduziert werden“, schlussfolgern die Autoren der Publikation. Sind weniger Physiotherapie-Verordnungen notwendig, verringert sich der bürokratische Aufwand für den Arzt.
 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Weltnierentag 2017: Übergewicht geht an die Nieren!

Am 09. März ist Weltnierentag: Ziel des weltweiten Aktionstags ist es, die Prävention von Nierenerkrankungen in den Vordergrund zu stellen. Derzeit sind über 100.000 Menschen in Deutschland auf ein Nierenersatzverfahren - Dialyse oder Transplantation – angewiesen. Ein Nierenversagen kann grundsätzlich jeden treffen, besonders gefährdet sind allerdings Menschen mit Übergewicht. Die Zahl der durch Übergewicht verursachten Nierengewebsschäden hat sich in den vergangenen 30 Jahren bereits verzehnfacht!

"Vorsorge für den Ernstfall" - Verbraucherinformation der DKV

Ein schlimmer Unfall oder eine schwere Krankheit kann Menschen in eine Situation bringen, in der sie sich nicht mehr mit dem Arzt verständigen können. Dann hilft eine Patientenverfügung: Hier kann jeder festlegen, welche medizinische Versorgung er im Notfall wünscht – und welche nicht. Das Dokument entlastet auch die Angehörigen, die als Betreuer sonst Entscheidungen über lebenserhaltende Maßnahmen treffen müssten. Wie eine Patientenverfügung aussehen muss, damit sie gültig ist, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Er erklärt außerdem, wie die Verfasser sicherstellen können, dass Ärzte im Notfall von ihrer Patientenverfügung erfahren und wie sie das Dokument ändern können.

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet

Eine neue Studie zur männlichen Fruchtbarkeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Human Reproductive Update", sorgt derzeit für Aufsehen. Die Untersuchungen von Mediziner Hagai Levine und seinem Team der Hebräischen Universität Jerusalem zeigen, dass die Spermienanzahl von Männern aus westlichen Ländern immer weiter abnimmt. Laut den Wissenschaftlern ist die Spermienanzahl pro Milliliter Sperma um etwa 52 Prozent gesunken. Bei der Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss gaben die Forscher sogar einen Rückgang von nahezu 60 Prozent an. Dennoch sieht die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) die Zeugungsfähigkeit in westlichen Industrienationen nicht akut gefährdet.

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht

Depressionen sind weltweit häufige Erkrankungen. Allein in Deutschland sind innerhalb eines Jahres rund 6,2 Millionen Menschen betroffen. Gleichzeitig ist die Dunkelziffer hoch: Oft werden depressive Erkrankungen nicht festgestellt, weil Betroffene keine fachliche Hilfe suchen oder die Krankheit nicht erkannt wird. Dabei stehen heute evidenzbasierte Therapieverfahren zur Verfügung, mit denen sich Depressionen in den meisten Fällen gut behandeln lassen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Tapentadol bei chronischen Schmerzpatienten entlastet das ärztliche Budget und reduziert den Arbeitsaufwand"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!