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10. Oktober 2018 Typ 2 Diabetes: Psychologische Herausforderung PPH und Fiasp im Praxischeck

Postprandiale Hyperglykämien (PPH) tragen zu einer unzureichenden Blutzuckereinstellung bei und können damit das Risiko für Folgeerkrankungen steigern (1,2). Oft bleiben PPH bei Typ 2 Diabetes allerdings unentdeckt. Durch zusätzliche Blutzuckermessungen nach dem Essen können Menschen mit Typ 2 Diabetes diese erkennen und gemeinsam mit ihrem Arzt die Therapie danach ausrichten. Mit Fiasp® steht Menschen mit Diabetes eine weiterentwickelte, schnell wirksame Insulin aspart-Formulierung zur Verfügung, die PPH effektiv entgegenwirken kann: Durch seinen schnellen Wirkeintritt gelingt es Fiasp, dem physiologischen Insulinprofil Gesunder verglichen mit NovoRapid® (Insulin aspart) noch näher zu kommen (3-5). Welche Herausforderungen sich in der Therapie der PPH insbesondere bei Menschen mit Typ 2 Diabetes ergeben und welche Erfahrungen mit Fiasp in der Praxis gemacht worden sind, diskutieren Dipl.- Psychologe Prof. Dr. Bernhard Kulzer, Diabeteszentrum Bad Mergentheim, und der Diabetologe Prof. Dr. Werner Kern, Endokrinologikum Ulm, im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich der 54. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Berlin*.
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„Während sich Menschen mit Typ 1 Diabetes durch ihre vergleichsweise frühe Erkrankung intensiv mit dem Krankheitsmanagement und der Insulintherapie befassen und damit auch mit PPH gut vertraut sind, verhält es sich bei Menschen mit Typ 2 Diabetes oft gegenteilig“, weiß Kulzer zu berichten. „So bleiben Medikation und selbst Blutzuckermessungen häufig unterschätzt. Hier ist der Arzt viel stärker gefragt, insbesondere wenn es um die Ersteinstellung eines Patienten auf Insulin geht.“ Der Diabetologe Kern kann diesen Aspekt nur bestätigen und ergänzt: „Für Menschen mit Typ 2 Diabetes ist es nach meiner Erfahrung nochmal wichtiger, die Insulintherapie so einfach wie möglich zu gestalten. Kommt es in der Therapiekaskade zum Mahlzeiteninsulin, ist ein flexibler Einsatz durch möglichst geringe Spritz-Ess-Abstände ein wichtiger Faktor. Denn nicht immer ist der Alltag so planbar, wie man es sich wünscht. Sport oder zeitlich versetzte Mahlzeiten sind hier nur zwei Beispiele.“

Fiasp weist im Vergleich zu Insulin aspart einen beschleunigten Wirkeintritt auf und führt zu einer doppelt so hohen Insulinexposition und einer 74% höheren blutzuckersenkenden Wirkung in den ersten 30 Minuten (3). Durch den schnelleren Wirkeintritt ist eine Gabe bis zu 2 Minuten vor und bis zu 20 Minuten nach Beginn einer Mahlzeit möglich (6). „Vorteile von Fiasp liegen in einem schnellen Wirkeintritt und einer guten glykämischen Kontrolle“, so Kern. Das ermögliche – so Erfahrungen seiner Patienten – eine bessere Einbindung der Therapie in ihren Alltag im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart.

Fiasp bei Typ 2 Diabetes: Studienprogramm bestätigt wirksame Blutzuckereinstellung

Fiasp wurde in den Zulassungsstudien neben Typ 1 Diabetes auch bei Typ 2 Diabetes geprüft: In der Studie onset® 2 erhielten Erwachsene mit Typ 2 Diabetes (n=689) über 26 Wochen Fiasp oder NovoRapid jeweils zu den Mahlzeiten in Kombination mit einem Basalinsulin und Metformin. Die Senkung des HbA1c war unter beiden Insulinen vergleichbar (ETD**: -0,02%; 95%-KI: -0,15; 0,10). Im standardisierten Mahlzeitentest stieg unter Fiasp die postprandiale Plasmaglucose (PPG) nach einer Stunde verglichen mit NovoRapid signifikant geringer an (ETD: -0,59 mmol/l; 95%-KI: -1,09; -0,09 bzw. -10,6 mg/dl; 95%-KI: -19,6; -1,7; p=0,0198). Nach 2 Stunden war der Unterschied zwischen beiden Insulinen nicht mehr signifikant (ETD: -0,36 mmol/l; 95%-KI: -0,81; 0,08 bzw. -6,6 mg/dl; 95%-KI: -14,5; 1,4) (7).

Die Rate schwerer oder durch Blutzuckermessungen bestätigter Hypoglykämien war in onset 2 unter Fiasp vergleichbar zu NovoRapid. Infolge des früheren Wirkeintritts von Fiasp kann eine mögliche Hypoglykämie im Vergleich zu NovoRapid jedoch früher nach einer Injektion auftreten, was auch in der Studie beobachtet wurde (7).

* Press-Dinner der Novo Nordisk Pharma GmbH „Changing Diabetes®: Psychologie meets Physiologie – Moderne Therapieoptionen interdisziplinär betrachtet
** Estimated Treatment Difference

Quelle: Novo Nordisk

Literatur:

(1) International Diabetes Federation (IDF), Guideline for Management of PostMeal Glucose in Diabetes, 2011; https://www.idf.org/our-activities/advocacy-awareness/resources-and- tools/82:management-of-postmeal-glucose.html (letzter Zugriff: 26. September 2018).
(2) Madsbad S. J Diabetes Complications 2016;30:374–385.
(3) Heise T et al. Clin Pharmacokinet 2017;56:551–559.
(4) Heise T et al. Diabetes Obes Metab 2015;17:682–688.
(5) Heise T et al. Diabetes Obes Metab 2017;19:208–215.
(6) Fachinformation Fiasp®, aktueller Stand.
(7) Bowering K et al. Diabetes Care 2017;40:951–957.


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