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11. Januar 2018 Typ-2-Diabetes mellitus: Erneute Nutzenbewertung von Dapagliflozin

Für die erneute Nutzenbewertung der oralen Diabetesmedikamente Dapagliflozin (Forxiga®) und der Fixkombination Dapagliflozin/Metformin (Xigduo®) wurden beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Nutzendossiers eingereicht. Diese beruhen u.a. auf den positiven Daten der Phase-IV-Studie DapaZu, die AstraZeneca nach den Vorgaben des G-BA eigens für die erneute Nutzenbewertung von Dapagliflozin aufgesetzt hatte. Vorangegangen war eine negative Nutzenbewertung des G-BA im Juni 2013 (Forxiga®) und August 2014 (Xigduo®). Daraufhin hatte AstraZeneca trotz der preislichen Konsequenzen einen Erstattungsbetrag mit dem GKV-Spitzenverband verhandelt. Somit blieb Dapagliflozin zur Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus in Deutschland verfügbar, und das in einem Therapiegebiet, in dem derzeit etwa jedes zweite neue Diabetespräparat aufgrund einer negativen AMNOG-Bewertung wieder vom Markt genommen wird (1,2).
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Die Studie DapaZu ist die erste, die eigens für die Nutzenbewertung eines Diabetesmedikaments in Deutschland geplant und durchgeführt wurde. Bei der Planung des Studiendesigns hatte sich AstraZeneca vorab mit dem G-BA beraten, um dessen Kritikpunkte an der im Rahmen der Erstbewertung nicht akzeptierten Zulassungsstudie von Dapagliflozin zu berücksichtigen. Somit wurde die DapaZu-Studie entsprechend den Anforderungen an die Methodik des G-BA für eine Studie zur Nutzenbewertung durchgeführt. Sie spiegelt den deutschen Versorgungsalltag wider, da sie den leitlinienkonformen und patientenindividuell anpassbaren Einsatz des Sulfonylharnstoffs Glimepirid vorsieht und überdies viele deutsche Studienzentren an der internationalen Studie beteiligt waren.

Neben den DapaZu-Studiendaten hat AstraZeneca auch Langzeitdaten über einen Zeitraum von 4 Jahren aus der Zulassungsstudie D1690C00004 zur Wirksamkeit und Sicherheit von Dapagliflozin im Rahmen der Nutzendossiers eingereicht.

AstraZeneca führt zudem mit DECLARE-TIMI-58 eine große multizentrische, randomisierte, placebo-kontrollierte klinische Studie mit über 17.000 Patienten durch. In der Studie werden u.a. Daten zur kardiovaskulären Mortalität sowie zum Auftreten von Myokardinfarkt, Schlaganfällen und Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz in einem breiten Patientenkollektiv (Patienten mit manifester kardiovaskulärer Vorerkrankung, sowie Patienten mit multiplen Risikofaktoren) erhoben. Erste Ergebnisse werden Anfang 2019 erwartet.

„Mit DapaZu und DECLARE investieren wir weiterhin in die Forschung und Weiterentwicklung unseres SGLT-2-Hemmers, denn wir glauben daran, dass Dapagliflozin einen entscheidenden Beitrag für die Versorgung von Menschen mit Typ-2-Diabetes leisten kann. Mit dem Aufsetzen der Phase-IV-Studie DapaZu haben wir einen völlig neuen Weg eingeschlagen“, so Dr. Kai Richter, Vice President Medical bei AstraZeneca Deutschland. „Bis dato hat noch kein Unternehmen im Bereich Diabetes eine Studie einzig und allein für die deutsche Nutzenbewertung initiiert. Dieser Schritt zeigt unser Engagement im Rahmen des AMNOG auf“, ergänzt Büchner

Dapagliflozin vermeidet Unterzuckerungen im Vergleich zu Sulfonylharnstoff

In der DapaZu-Studie wurde Dapagliflozin im Anwendungsgebiet „Add-on“ zu Metformin im direkten Vergleich mit einem Sulfonylharnstoff (Glimepirid) untersucht, der vom G-BA als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt wurde. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Dapagliflozin als Add-on zu Metformin zu einer signifikanten Vermeidung von Hypoglykämien führt (3). Bestätigte symptomatische Hypoglykämien wurden unter Therapie mit Dapagliflozin gänzlich vermieden, wohingegen diese unter der Sulfonylharnstoff-Therapie signifikant häufiger und zudem wiederkehrend (d.h. mehrmals pro Patient) auftraten (3). Die Studie weist überdies nach, dass Dapagliflozin als Add-on zu Metformin zu einer vergleichbar starken Blutzuckersenkung wie Glimepirid führt. Damit wurde der primäre Studienendpunkt erreicht (3). Die Studie belegt zudem, dass eine orale Triple-Therapie mit dem SGLT-2-Inhibitor Dapagliflozin in Kombination mit dem DPP-4-Inhibitor Saxagliptin (Onglyza®) und Metformin eine überlegene HbA1c-Kontrolle im Vergleich zur Kombination des Sulfonylharnstoffs Glimepirid mit Metformin bewirkt.
 
Die Vermeidung von Hypoglykämien stellt ein übergeordnetes Therapieziel der Nationalen Versorgungsleitlinie für Diabetes mellitus Typ-2 dar, da diese für Patienten überaus belastend und potenziell lebensgefährlich sein können. „Mit Blick auf das Vermeiden von Hypoglykämien bestätigen die DapaZu-Ergebnisse die Daten unserer Zulassungsstudie, auf deren Basis wir im Rahmen der Erstbewertung einen Zusatznutzen beansprucht hatten“, so Büchner. „Mit den 4-Jahres-Langzeitdaten dieser Zulassungsstudie und den DapaZu-Studiendaten haben wir nun ein Dossier mit starker Evidenz für einen Zusatznutzen von Dapagliflozin eingereicht.“

Die DapaZu-Studie umfasste 939 Patienten mit Typ-2-Diabetes mit einer mittleren Erkrankungsdauer von etwa 7 Jahren und einem mittleren HbA1c von 8,3% (3). Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer wurde in Deutschland rekrutiert.

AstraZeneca

Literatur:

(1) Gallwitz B, Müller-Wieland D, Dtsch Arztebl 2017; 114(20): [24]; DOI: 10.3238/PersDia.2017.05.19.06
(2) Storm A (Hrsg.), AMNOG-Report 2017. Nutzenbewertung von Arzneimitteln in Deutschland. in: Beiträge zur Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung (Band 17). Verfügbar unter: https://www.dak.de/dak/download/amnog-report-2017-1891614.pdf
(3) Präsentation beim DDG-Kongress 2017 #XX-OR. Safety and Efficacy of Dapagliflozin and Dapagliflozin + Saxagliptin versus Sulfonylurea as Add-on to Metformin in Patients with Type 2 Diabetes and Inadequate Glycemic Control on Metformin Monotherapy: Results from the DapaZu study


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