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17. Juli 2017
Seite 1/3
VPK: Pneumologische Notfallversorgung muss verbessert werden!

Eine aktuelle, besorgniserregende Studie hat inakzeptable Mängel bei der Notfallversorgung von Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD aufgezeigt, die aufgrund des Symptoms Atemnot stationär behandelt werden mussten. Die Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) fordern daher – analog zu den bereits existierenden, sehr erfolgreichen Stroke-Units und Chest-Pain-Units – die deutschlandweite Einrichtung so genannter Respiratory Failure Units.
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Analog zu den sehr erfolgreichen Stroke-Units zur Behandlung von Schlaganfällen und Chest-Pain-Units zur Behandlung von Herzinfarkten ist es für eine adäquate pneumologische Notfallversorgung dringend erforderlich, so genannte Respiratory Failure Units zur Behandlung von Patienten mit Atemnot bzw. Atemversagen einzurichten, die in den USA auch unter dem Namen Lung Attack Units laufen. Darauf haben die Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin hingewiesen unter Berufung auf die besorgniserregenden Ergebnisse einer aktuellen Studie (European COPD Audit - siehe European Respiratory Journal 2016, Band 47/1, Seite: 113-121). Diese hat inakzeptable Mängel bei der Notfallversorgung von Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD, die aufgrund des Symptoms Atemnot stationär behandelt werden mussten, in 13 europäischen Ländern und 422 Krankenhäusern aufgezeigt.

Essenzielle Untersuchungen und Therapien nicht durchgeführt

„Nur bei der Hälfte der über 16.000 Studienteilnehmer mit Atemnot erfolgte eine Lungenfunktionsuntersuchung, obwohl diese notwendig ist, um das Ausmaß der Atemwegsverengung feststellen zu können“, berichtet Dr. Thomas Voshaar, Moers. „Entscheidend für eine risikoadjustierte Versorgung der Patienten ist außerdem eine Analyse der Blutgase – also die Bestimmung von Sauerstoff und Kohlendioxid sowie des ph-Wertes des Blutes.“ Nur so lassen sich Patienten erkennen, die das Kohlendioxid nicht mehr abatmen können und daher zum einen eine Übersäuerung des Blutes (respiratorische Azidose) infolge der Anhäufung von Kohlendioxid (Hyperkapnie) entwickeln und zum anderen eine Lungenüberblähung (Lungenemphysem), die auch das Einatmen erschwert. „Denn gerade die respiratorische Azidose ist mit einem deutlich erhöhten Todesrisiko verbunden – sowohl während des Krankenhausaufenthalts als auch 90 Tage nach der Entlassung aus der Klinik“, erläutert Dr. Voshaar. Dennoch wurde in der Studie auch die Blutgasanalyse nicht bei allen Atemnotpatienten durchgeführt. Um Todesfälle durch respiratorische Azidose zu vermeiden, ist eine nicht-invasive Beatmung erforderlich. Diese lebensrettende Maßnahme erhielten in der Studie aber nur 45% der Patienten mit leichter Azidose und 77% der Patienten mit schwerer Azidose. So starben während der Beobachtungsphase 11% der über 16.000 Patienten, davon 46% noch im Krankenhaus.

 
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