Mittwoch, 1. April 2020
Navigation öffnen

Medizin

05. April 2017
Seite 1/3
100 Jahre probiotische Arzneimittel-Therapie

Bereits 1917 kam Mutaflor® auf den Markt. Heute stellt das Präparat mit dem E. coli Stamm Nissle 1917 (EcN) ein arzneiliches Probiotikum dar, dessen Wirksamkeit bei definierten Darmerkrankungen durch zahlreiche kontrollierte klinische Studien nachgewiesen wurde. Darüber hinaus wird es auch erfahrungstherapeutisch breit eingesetzt. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums findet eine bundesweite Kampagne statt, die den Status quo in der probiotischen Arzneimittel-Therapie beleuchtet.
Anzeige:
Heute stellen probiotische Arzneimittel in vielen Indikationen eine etablierte Therapieoption dar und finden zunehmend Beachtung in Praxis und Forschung. So werden immer mehr Einflussfaktoren des Mikrobioms auf den Körperstoffwechsel und die Gesundheit beschrieben, und das Human Microbiome Project hat sich zum Ziel gesetzt, alle circa 10.000 im gesunden Menschen vertretenen Mikrobenarten zu sequenzieren und ihre physiologische Bedeutung zu entschlüsseln. Für Mutaflor® begann alles mit einer Entdeckung während des Ersten Weltkrieges.

Entdeckung und Entwicklung von EcN

Ein Kriegsteilnehmer war während des Balkan-Feldzugs im Gegensatz zu seinen Kameraden völlig darmgesund geblieben. Aus seinem Stuhl gelang es dem Freiburger Professor Alfred Nissle (1874-1965), ein menschliches Darmbakterium mit sehr speziellen Eigenschaften zu isolieren, den E. coli Stamm Nissle 1917. Das probiotische Arzneimittel war geboren. Bei der Entdeckung wusste Nissle zunächst nur, dass der gefundene Stamm pathogene Keime bei unterschiedlichen Darmerkrankungen (wie Ruhr, Typhus und Paratyphus) bekämpfen kann. Durch intensive Forschung sind heute sowohl diese antagonistischen Wirkungen als auch weitere therapeutisch interessante Wirkmechanismen von EcN gut untersucht.

Nachdem das probiotische Arzneimittel unter dem Namen Mutaflor® zunächst in einer Firma bei Danzig und später in Berlin produziert wurde, übernahm 1971 Ardeypharm das Präparat und etablierte modernste Produktionstechniken. Auch grundlegende Untersuchungen und zahlreiche klinische Studien wurden initiiert und werden bis heute fortgeführt.
 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung
© Konstantin Yuganov / fotolia.com

Es geht wieder los: Die Grippe-Zeit beginnt! Insbesondere ältere Patienten sind durch Influenza-Viren gefährdet. Aber auch Schwangere, Kinder und Pflegepersonal sind besonders betroffen. Deswegen raten Experten jetzt zur gezielten Grippeschutzimpfung. „Für ältere Menschen eignen sich insbesondere die sogenannten tetravalenten Impfstoffe, die nun auch von den Krankenkassen bezahlt werden“, sagt Dr. Andreas Leischker (Foto), Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses...

Wissen ist das beste Beruhigungsmittel – Das Blog zur Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense

Wissen ist das beste Beruhigungsmittel – Das Blog zur Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense
© Newsenselab GmbH

Nur wer die wesentlichen Vorgänge von Migräne- und Kopfschmerz-Attacken in seinem Körper versteht, erlangt genug Orientierung und Kompetenz im Umgang mit seiner Krankheit. Darum haben wir von der Migräne und Kopfschmerz-App M-sense ein Blog gestartet, in dem wir unsere Expertise teilen und diskutieren: von aktuellen Studien bis zur weiterführenden Link-Sammlung, von Erfahrungen, Rückschlägen und Hilfe. Doch vor allem möchten wir hier Wissen, Kompetenz und Verständnis vermitteln. Die M-sense-Nutzer sollen ebenfalls zu Wort kommen,...

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Laut einer aktuellen GfK-Umfrage hat mehr als die Hälfte aller Deutschen mindestens zehnmal im Jahr Rückenschmerzen. Die von der Medserena AG beauftragte GfK-Umfrage zeigt, dass 34,5 Prozent aller Deutschen an bis zu sieben Tagen im Jahr aufgrund von Rückenschmerzen nicht ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Betrachtet man die befragten Berufsgruppen genauer, so liegt der höchste Anteil bei den Angestellten (36,7 Prozent). Das verursacht Jahr für Jahr einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Arbeitgeber. Nur durch verbesserte medizinische...

Was Eltern über Zöliakie wissen sollten

Was Eltern über Zöliakie wissen sollten
© J.Mühlbauer exclus. / fotolia.com

„Zöliakie?? Keine Angst!“, heißt es auf einem Informations-Portal, das seit Kurzem online kostenlos zur Verfügung steht. Der von der Stiftung Kindergesundheit gemeinsam mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München erarbeitete Online-Kurs www.zoeliakie-verstehen.de bildet den maßgeblichen Teil des EU-Projekts Focus IN CD (Fokus auf Zöliakie). Das Lernprogramm soll Betroffenen aktuelles und umfassendes Wissen zu Zöliakie bieten und medizinisches „Fachchinesich“ anschaulich erklären. Ein weiterer Kurs für...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"100 Jahre probiotische Arzneimittel-Therapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden