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Medizin

25. August 2020 11% höheres BIP in Deutschland durch Investitionen in Gesundheit

Eine bessere Gesundheit könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland 2040 um 11% und weltweit um 8% erhöhen. Die COVID-19-Pandemie hat Schwachpunkte in Gesundheitssystemen, sozialen Strukturen und der Wirtschaft offengelegt. Das McKinsey Global Institute (MGI) hat errechnet, dass die Auswirkungen von COVID-19 bis 2020 zu einem Rückgang des globalen BIP um bis zu 8% führen könnten. Auch ohne COVID-19 verringern Defizite in der Gesundheitssorge das potenzielle globale BIP jedes Jahr um 15%. Das sind Ergebnisse des aktuellen MGI-Reports „Prioritizing Health: A prescription for prosperity.“ Für die Studie haben die Experten die gesundheitlichen Herausforderungen und Chancen bis zum Jahr 2040 in 200 Ländern analysiert.
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„Im Jahr 2040 könnte jeder Mensch in Deutschland 10 gesunde Lebensjahre dazugewinnen. 65 ist dann das neue 55“, sagt Matthias Evers, Seniorpartner bei McKinsey und Co-Autor des Reports. „Eine bessere Gesundheit bringt mehr Lebensqualität, mehr Wirtschaftsleistung und Wohlstand. Dafür müssen Politik, Privatwirtschaft und jeder Einzelne einen Beitrag leisten. Dann besteht die Chance auf ein Plus von rund 415 Milliarden Euro Wirtschaftskraft in Deutschland sowie ein längeres und gesünderes Leben.“

Gesundheit zahlt sich aus

Weltweit sind Investitionen auf allen Ebenen der Gesundheitsprävention notwendig, damit sich die Wirtschaft aus dem Fahrwasser der Pandemie freischwimmen kann. Jeder in Deutschland in Präventionsmaßnahmen wie Impfungen, betriebliche Gesundheitsinitiativen sowie Anreize für gesündere Lebensgewohnheiten investierte Euro würde sich etwa 2,5-mal auszahlen, da Prävention in der Regel wesentlich kostengünstiger ist als die Behandlung von Erkrankungen und Folgeerkrankungen. „Dadurch könnte die Krankheitslast für Deutschland im Jahr 2040 um ein Drittel verringert werden. Die Lebenszeit würde sich verlängern, viele Krankheiten hätten einen weniger schweren Verlauf. Insgesamt hätten die Menschen eine höhere Lebensqualität gerade im Alter“, sagt Aditi Ramdorai, Projektleiterin bei McKinsey und Co-Autorin der Studie. In Deutschland wären Anreize zu gesünderem Verhalten besonders wichtig und effektiv.

Kernergebnisse der Studie für Deutschland
 
  • Vorbeuge gegen Volkskrankheiten: Prävention und die Behandlung von Migräne und psychischen Erkrankungen wie etwa Depressionen in jüngeren Altersgruppen könnten zur Produktivitätssteigerung von Arbeitskräften beitragen. Arbeitsausfälle etwa durch Rückenschmerzen sowie die vorzeitige Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen ließen sich durch wirksamere Vorbeugung verringern: durch eine Kombination von gesundheitlicher Bildung, Unterstützung von Verhaltensänderungen und präventiver Medikamente.
  • Lohnende Investition: Die Verbesserung der Gesundheit kann das Arbeitskräfteangebot vergrößern und die Produktivität der arbeitenden Bevölkerung steigern. Dies würde das BIP um rund 415 Mrd. Euro erhöhen, was einer Steigerung um 11% entspricht. Dafür müssten zusätzlich etwa 70 Mrd. Euro jährlich ausgegeben werden.
  • Alternde Gesellschaft als Chance: Bis 2040 werden voraussichtlich 22% der deutschen Bevölkerung älter als 70 Jahre sein. Wenn diese Menschen länger gesund bleiben, können sie länger zum Erwerbsleben beitragen, sofern das gesellschaftlich und politisch erwünscht ist. Allein dadurch ließen sich fast 141 Mrd. Euro zusätzlich von 65- bis 69-Jährigen erwirtschaften.
Die Studie ist unter mckinsey.com/prioritizinghealth verfügbar.

Quelle: McKinsey


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