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Medizin

11. Juli 2018 3 Jahre Substitutionstherapie Patient der ersten Stunde bleibt stabil

Im Rahmen des 19. Interdisziplinären Kongresses für Suchtmedizin in München wurde ausführlich diskutiert, welchen Stellenwert Substitol® (Morphin retard) nach 38 Monaten Praxiserfahrung einnimmt und welche Substitutionspatienten von der Behandlung profitieren können. Ein Fallbeispiel, das von Dr. med. Manfred Nowak, Landau, präsentiert wurde, zeigte einen Patienten, der seit knapp drei Jahren stabil auf Substitol® eingestellt ist.
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Seit April 2015 steht mit Substitol® das erste Morphin retard für die orale Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit in Deutschland zur Verfügung (1). Seitdem haben sich die guten Ergebnisse aus den Zulassungsstudien (2-5) immer wieder in der Praxis bestätigt. Studiendaten zeigen, dass Substitol®, gemessen am Heroinbeigebrauch, genauso wirksam ist wie Methadon (2) – bei signifikant geringerem Craving (Substanzverlangen) nach Heroin (3, 4). Gleichzeitig werden signifikant weniger Nebenwirkungen beobachtet. Insbesondere das typische starke Schwitzen, in der Dauertherapie besonders belastend für die Patienten, ist deutlich reduziert (3). Auch die psychische Stabilität ist besser (5). Die gute Verträglichkeit zeigt sich in einer signifikant höheren Patientenzufriedenheit, was sich auch positiv auf die Therapietreue auswirkt: Epidemiologische Daten weisen darauf hin, dass die Haltequote unter Morphin retard deutlich höher ist, als unter anderen Substitutionsmitteln (6).
 
Patient der ersten Stunde

Dies konnte auch der Landauer Suchtmediziner Dr. med. Manfred Nowak beobachten. Er präsentierte den eindrucksvollen Fall eines Patienten, der kurz nach der Zulassung des Medikamentes auf Substitol® umgestellt wurde und seitdem mit Morphin retard behandelt wird. Vor der Umstellung litt der damals 44-Jährige während der Therapie mit Methadon (80 mg) und Levomethadon (60 mg) unter durchgängigem Suchtdruck und einer depressiven Grundstimmung. Langjährige Injektionen von Heroin in die Beinvenen hatten zu massiven venösen Obliterationen und Ödemen in beiden Beinen geführt, sodass ärztlicherseits sogar eine Amputation erwogen wurde. Es kam zum Missbrauch von Ibuprofen und der Patient wurde arbeitsunfähig. „Die Umstellung auf Substitol® vor knapp drei Jahren hat der Patient nach eigenen Angaben als sehr positiv erlebt. Er fühlt sich psychisch stabiler, hat keinen Beigebrauch von Drogen oder anderen Medikamenten und die chronifizierten Ulcera konnten erstmals seit zehn Jahren abheilen“, erklärte Nowak. Die Dosis von Morphin retard konnte im Therapieverlauf von 1.000 mg auf 500 mg gesenkt werden, ohne dass es zu einer unzureichenden Wirkung kam. Da der Patient sich als sehr verlässlich zeigte und mittlerweile auch in fester Anstellung arbeitet, erhält er das Substitut bereits seit zwei Jahren als Take-Home-Verordnung. Auch seine Partnerin wurde kurze Zeit nach ihm auf Substitol® umgestellt und ist seitdem stabil. „Im Vergleich zu früher hat sich die gesamte familiäre Situation nach der Umstellung auf Morphin retard erheblich verbessert“, berichtete Nowak abschließend von der Substitutionstherapie.

Quelle: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG

Literatur:

(1) Aufnahme von Substitol® in „Lauer-Taxe“ am 15.03.2015
(2) Beck T et al. Addiction 2014; 109: 617–26
(3) Hämmig R et al. J Subst Abuse Treat 2014; 47 (4): 275–81
(4) Falcato L et al. J Clin Psychopharmacol 2015; 35: 150–57
(5) Verthein U et al. Eur Addict Res 2015; 21 (2): 97–104
(6) Bundesministerium für Gesundheit Österreich 2013: Epidemiologiebericht Drogen 2012/2013, Wien 2013


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