Sonntag, 26. Juni 2022
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Medizin

3. Rivaroxaban-Forschungswerkstatt: Neue Studien beleuchten Therapie venöser Thromboembolien

Venöse Thromboembolien (VTE) stellen ein medizinisches Problem dar, das häufig unterschätzt wird. Unbehandelt bergen VTE ein hohes Risiko für Morbidität und Mortalität. So ist einer von zehn Todesfällen unter hospitalisierten Patienten in der EU auf eine VTE zurückzuführen (1). Zu dem Krankheitsbild VTE gehören die Tiefe Venenthrombosen (TVT) sowie die Lungenarterienembolien (LE), beide unterschiedliche Manifestationen der gleichen Erkrankung.

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Auch die Thrombophlebitis (SVT = superfizielle Venenthrombose) und die chronische thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) sind pathophysiologisch eng mit den TVT und LE verwandte Erkrankungen. Während für die relativ häufigen SVT, die in einem Fünftel der Fälle von asymptomatischen TVT begleitet sind, bis heute keine orale Standardtherapie existiert, hat sich das Management von TVT und LE durch die Einführung von Rivaroxaban deutlich verbessert.(2) Es wird immer noch kontrovers über die wahre Inzidenz der CTEPH nach einer LE diskutiert, wobei Zahlen zwischen weniger als 1% und 3,8% angegeben werden, konstatierte Prof. Dr. Rupert Bauersachs, Darmstadt.

Rivaroxaban wird zur Behandlung der akuten Thrombophlebitis geprüft

Fondaparinux ist bisher die einzige zugelassene Substanz zur Behandlung der SVT(3). Trotz der belegten Wirksamkeit und Sicherheit des Pentasacharids gegenüber Placebo, muss Fondaparinux subkutan verabreicht werden. Zur Optimierung der SVT-Therapie wird jetzt die randomisierte SURPRISE-Studie durchgeführt, in der Rivaroxaban und Fondaparinux bei 500 Patienten mit symptomatischer SVT und mindestens einem Risikofaktor für eine VTE-Komplikation verglichen werden. Beide Substanzen werden in dieser auf Nachweis der Nicht-Unterlegenheit angelegten Studie über 45 Tage verabreicht. Primäres Ziel der Studie ist die Wirksamkeit und Sicherheit von Rivaroxaban (10 mg, oral einmal täglich) gegenüber Fondaparinux (2,5 mg, s.c. einmal täglich) zu evaluieren. Für die SURPRISE-Studie wurden bislang 212 Patienten rekrutiert; Endergebnisse sind für 2015 zu erwarten.

Ambulante Therapie der Lungenembolie bei Niedrigrisikopatienten

Bei der LE wird mit der HoT-PE Studie (Home Treatment of Patients with Low-Risk Pulmonary Embolism with the Oral Factor Xa Inhibitor Rivaroxaban: Prospective Management Trial) eine interessante Frage beantwortet, berichtete Prof. Dr. Stavros Konstantinides, Mainz. Die prospektive Phase IV Studie soll die Wirksamkeit, Sicherheit und Durchführbarkeit einer ambulanten Therapie dieser Erkrankung bei Patienten mit einem niedrigen Risikoprofil mit dem NOAK prüfen. Ferner wird untersucht, ob eine frühe Entlassung und ambulante Behandlung von Niedrig-Risiko-LE-Patienten mit Rivaroxaban die Patientenzufriedenheit (PEmb-QoL Fragebogen) verbessern und Kosten im Gesundheitssystem senken kann. Die ersten Patienten werden Anfang 2014 rekrutiert; mit der Rekrutierung des letzten Patienten ist im II/III Quartal 2016 zu rechnen.

Strukturierte Nachsorge nach Lungenembolie

Die Inzidenz der CTEPH nach LE schwankt in der Literatur erheblich. Ursächlich dafür sind fehlende Kenntnisse zu dieser Erkrankung und das Fehlen einer strukturierten LE-Nachsorge. In der Missionsärztliche Klinik (Würzburg) wurde die symptomorientierte Nachsorge von Patienten nach LE mittels telefonischem Monitoring und komplementärer Spiroergometrie evaluiert (4). Aufgrund der positiven Daten wird die FOCUS-Studie geplant, in der die tatsächliche Inzidenz der CTEPH nach LE ermittelt werden soll. Die Studie wird vom Centrum für Thrombose und Hämostase, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt (5).

Literaturhinweise:
(1) Baglin T. British Journal of Haematology 2008;141:764-770
(2) Xarelto Fachinformation 15 mg und 20 mg (November 2013)
(3) Arixtra als Fachinformation (April 2013)
(4) Held M et al. Nachsorge bei Lungenembolie zur frühen Diagnose der CTEPH Follow-up after Pulmonary Embolism for Early Detection of CTEPH. Pneumologie 2013; 67, Supplement 2: S124-S125
(5) Konstantinides S, Home Treatment of Patients with Low-Risk Pulmonary Embolism With the Oral Factor Xa Inhibitor Rivaroxaban (HoT-PE), http://www.cth-mainz.de/cth/studien/klinische-studien.html#c107694

Quelle: Bayer HealthCare Deutschland



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