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Medizin
04. März 2021

COVID-19 und Diabetes mellitus: Adipositas als gemeinsamer Risikofaktor

Immer häufiger und immer früher wird in Deutschland die Diagnose eines Typ-2-Diabetes gestellt. In Zeiten der Pandemie eine ganz besondere Herausforderung. Der Diabetes mellitus ist nach wie vor eine der am schnellsten wachsenden Gesundheitsherausforderungen des 21. Jahrhunderts. Mehr als 7 Millionen Menschen leben in Deutschland mit dieser Stoffwechselkrankheit. Jedes Jahr kommen etwa 500.000 Neuerkrankte hinzu. "Dabei wird die Diagnose immer häufiger gestellt und die Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose immer jünger", machte Prof. Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger, München, die Problematik deutlich. Und noch immer ist die Lebenserwartung um 5-6 Jahre niedriger als bei Menschen ohne Diabetes. Die mit der Stoffwechselkrankheit einhergehenden kardiovaskulären und renalen Risiken lassen sich inzwischen mit modernen Antidiabetika, allen voran SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten, reduzieren, wie große kardiovaskuläre Outcome-Studien zeigen. Sie werden allerdings nach wie vor zu selten in der Therapie genutzt.
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Adipositas erhöht Thromboserisiko

Omnipräsent ist derzeit in nahezu jeder Fachrichtung die COVID-19-Infektion. Auch Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Laudes, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel , richtete den Blick auf den Zusammenhang zwischen Typ-2-Diabetes und der Virusinfektion. Neben dem Alter seien vor allem Begleiterkrankungen für schwerwiegende COVID-19-Erkrankungen von hoher Relevanz. Insbesondere die Adipositas, die häufig mit einem Typ-2-Diabetes einhergeht, spiele hier eine Rolle. Der Grund: Die Adipositas geht mit einem erhöhten Risiko für Thrombosen einher. Gleichzeitig finden sich bei schweren Verläufen der COVID-19-Erkrankungen Blutgerinnsel als Ursache für ein Organversagen.

Impfung, Prävention und medikamentöse Rheuma-Therapie – aktualisierte Empfehlungen der DGRh zu SARS-CoV-2 

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Diabetes bestmöglich einstellen

Der Diabetes ist aber nicht alleine als Risikofaktor zu sehen. Auch  eine schlecht eingestellte Blutzuckerlage treibt das Risiko für einen schweren Verlauf in die Höhe. Insbesondere  in Zeiten der Pandemie ist deshalb eine sehr gute Einstellung des Diabetes mit Erreichen der  individuellen Zielbereiche anzustreiben. Das Problem: Viele Patienten bleiben den Diabetes-Ambulanzen in den Kliniken oder den Schwerpunktpraxen fern aus Angst sich mit dem SARS-CoV-2 Virus zu infizieren. Dies sollten Diabetologen mit in ihre Planung einbeziehen und zum Beispiel auch telefonische oder videobasierte Sprechstunden anbieten.

Laudes wies zudem darauf hin, dass SARS-CoV-2 Viren die insulinproduzierenden Beta-Zellen befallen und den Krankheitsverlauf eines Typ-1-Diabetes ungünstig beeinflussen kann. Schwere Verläufe von Ketoazidosen seien insbesondere bei Kindern beschrieben.

Dr. Beate Fessler

Quelle: Fortbildungsveranstaltung „Innere Medizin fachübergreifend – Diabetologie grenzenlos“ 2021, 26./27. Februar 2021; Veranstalter: Berufsverband Deutscher Internisten e.V.


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