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Medizin
06. April 2021

Selektionsleitlinien für Lungentransplantationen bei COVID-19

Im Mai 2020 wurde eine 44-jährige Patientin nach einem schweren Verlauf von COVID-19 von einem Team um den Thoraxchirurgen Konrad Hötzenecker an der Universitätsklinik für Chirurgie von MedUni Wien und AKH Wien als erste Patientin Europas in dieser Indikation Lungen transplantiert. Das Wiener Lungentransplantationsprogramm ist mittlerweile führend an einem internationalen Konsortium mit ExpertInnen aus den USA, Europa und Asien beteiligt – aufbauend auf der Expertise aus Wien wurden weltweit bereits circa 40 Transplantationen bei COVID-19-Patienen durchgeführt. Nun hat das Konsortium in einer Studie im Top-Journal „The Lancet Respiratory Medicine“ erstmals generelle Selektionskriterien für eine Lungentransplantation bei COVID-19 vorgestellt.
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„Wir haben die weltweit ersten Erfahrungen mit Lungentransplantationen bei COVID-19-Patienten zusammen aufgearbeitet. Klar ist, dass ein dermaßen komplexer Eingriff nur für PatientInnen in Frage kommt, die aufgrund ihres Alters und eines allgemein günstigen Gesundheitszustandes gute Chancen auf eine Genesung mit neuer Lunge haben“, erklärt Konrad Hötzenecker, Leiter des weltweit renommierten Lungentransplantationsprogramms von MedUni Wien und AKH Wien, das mit rund 100 Lungentransplantationen pro Jahr gemeinsam mit jenen in Toronto, Cleveland und Hannover zu den größten Programmen der Welt gehört.
 

Wissenschaftliche Leitlinien

Als Kriterien für eine mögliche Transplantation wurden folgende Faktoren festgelegt: Ausschöpfung aller konservativen Therapieoptionen, keine Erholung der durch COVID-19 geschädigten Lunge trotz mindestens 4-wöchiger Beatmung/ECMO-Therapie, Nachweis des fortgeschrittenen und irreversiblen Lungenschadens in mehreren aufeinanderfolgenden CT-Untersuchungen, Alter unter 65 Jahren und keine relevanten Begleiterkrankungen. Weiters müssen Kandidaten für eine Lungentransplantation in einem guten körperlichen Zustand sein oder eine reelle Chance auf eine volle körperliche Rehabilitation nach der Transplantation haben. „Diese Leitlinien lassen sich weltweit umsetzen, um besser selektieren zu können, welcher Patient tatsächlich für eine Lungentransplantation nach einer COVID-19-Erkrankung in Frage kommt.“

Mit inzwischen 12 durchgeführten Lungentransplantationen an der MedUni Wien und AKH Wien konnte gezeigt werden, dass selbst für Patienen mit schwersten Verläufen durch eine Lungentransplantation ein Überleben möglich ist.
 

Patientin Nummer 1

Die erste Patientin erlitt im März 2020 infolge der COVID-19-Infektion ein totales Versagen der Lunge, weshalb eine künstliche Beatmung nicht mehr möglich war. Sie konnte nur mehr durch die Kreislaufpumpe am Leben gehalten werden. Zum Zeitpunkt der Transplantation waren im PCR-Test noch Viruspartikel nachweisbar gewesen, die aber als nicht infektiös eingestuft wurden. Den ThoraxchirugInnen und dem OP-Team von MedUni Wien und AKH Wien gelang es jedoch, die vollkommen zerstörte Lunge der Patientin durch eine neue Spenderlunge zu ersetzen.

Quelle: MedUni Wien


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