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Medizin
05. Mai 2021

Rückkehr zu Beruf und Sport nach COVID-19

Mediziner warnen, dass selbst milde Verläufe von COVID-19 zu Langzeitfolgen wie Herzkomplikationen, Entzündungen und sogar Angstzuständen oder Depressionen führen können. Leistungssportler sind eine besonders eng überwachte Patientengruppe. Dementsprechend richtete sich die erste Leitlinie für Patienten, die in ihren Beruf zurückkehren, auch an Sportler. Das GRTP-Protokoll (Graduated Return to Play) ist aber auch eine sehr gute Grundlage für die Begleitung von anderen Berufstätigen und Genesenen.
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In Deutschland gibt es bereits weit über 3 Millionen und in Europa fast 30 Millionen genesene COVID-19-Patienten - und die Zahl steigt stetig. Bald werden es mehr als 30 Millionen Menschen sein, die nach überstandener Krankheit wieder zur gewohnten Leistungsfähigkeit zurückkehren möchten. Bisher haben sich die meisten Maßnahmen darauf konzentriert, das hochansteckende Virus durch Isolierung der Patienten und die Behandlung schwerer Fälle einzudämmen. Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass selbst milde Verläufe von COVID-19-Infektionen zu Langzeitfolgen wie Herzkomplikationen und anderen gesundheitsgefährdenden Nachwirkungen führen können.

Zu den häufig genannten Symptomen dieser Folgeerkrankungen gehören Schmerzen in der Brust, Husten, wiederkehrendes Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen, Müdigkeit sowie Depression und Angstzustände. Daher ist es wichtig, alle Genesenen, die nach einer COVID-Infektion zur Arbeit oder zum Sport zurückkehren, zu begleiten und zu unterstützen, um sicherzustellen, dass die Symptome genau überwacht und die Aktivitäten nur Schritt für Schritt wieder aufgenommen werden. Der Medizintechnik-Anbieter Bittium hat sich mit führenden Experten der International Association Performance Medicine (IAPM) zusammengeschlossen, um eine sichere Rückkehr der Genesenen ins aktive Leben zu unterstützen. Im Folgenden finden Sie eine Empfehlung für eine schrittweise Rückkehr an den Arbeitsplatz und zu weiteren Aktivitäten.

Laut dem British Journal of Sports Medicine gehören u.a. auch Herzkomplikationen zu den klinischen Erscheinungsformen von COVID-19. Dazu zählen Entzündungen der Herzmuskulatur, auch Myokarditis genannt, eine schnell einsetzende Herzinsuffizienz sowie Herzrhythmusstörungen. Außerdem besteht nach der Genesung ein ständiges Risiko für leichte Nieren-, Atemwegs- und hämatologische Infektionen.

Die Häufigkeit der Langzeitfolgen, die durch COVID-19 verursacht werden, wird noch immer untersucht. Leistungssportler sind eine besonders eng überwachte Patientengruppe. Dementsprechend richtet sich die erste Leitlinie für Patienten, die in ihren Beruf zurückkehren, auch an Sportler. Das GRTP-Protokoll (Graduated Return to Play) ist darüber hinaus aber auch eine sehr gute Grundlage für jeden Arbeitnehmer, der in den Beruf zurückkehrt – egal, ob dieser körperliche Aktivitäten beinhaltet oder nicht. Basierend auf dem Fortschritt der Forschung hat eine wachsende Zahl von medizinischen Experten vorgeschlagen, dass alle Berufstätigen, die an COVID-19 erkrankt waren, genauso wie Sportler, verschiedene physische und physiologische Faktoren berücksichtigen sollten, bevor sie ihre normale Aktivität wieder aufnehmen. Unter Berücksichtigung des 5-Stufen-Ansatzes des GRTP-Protokolls haben Dr. Lutz Graumann und sein Team mit der IAPM Richtlinien entwickelt, die eine schrittweise Rückkehr zur Arbeit und zu einem aktiven Leben unterstützen.

Post COVID-19 Leitfaden: 7 Hinweise für eine schrittweise Rückkehr an den Arbeitsplatz

Bevor man sich mit den Schritten zum aktiven Leben nach der Genesung befasst, kurz einige Anmerkungen zum Umgang mit der Infektion. Die meisten Gesundheitsinformationen zu COVID-19 behandeln die obligatorischen Schritte, die jeder Infizierte unternehmen muss. Der Besuch eines Arztes, das Befolgen der nationalen Richtlinie zur Quarantäne und die Durchführung aller notwendigen Tests sind natürlich unerlässlich für die eigene Sicherheit sowie, um eine Ansteckung anderer zu vermeiden. Neben dem hohen Risiko von Lungen- und Herzkomplikationen sind Durchfall, Übelkeit und Kurzatmigkeit Symptome, die die meisten Patienten betreffen. Daher reicht Isolation nicht aus, um sich von der viralen Infektion zu erholen. Die Patienten sollten zudem auf eine ausgewogene Ernährung achten und viel Flüssigkeit zu sich nehmen.

1. Ruhephase: Gesundheitsorganisationen empfehlen eine Ruhephase von mindesten zehn Tagen nach dem ersten Auftreten von COVID-19-Symptomen. Bei Patienten mit einem schwereren Krankheitsverlauf sollte dieser Zeitraum durch den behandelnden Arzt angepasst werden.

2. Sieben Tage symptomfrei: Zusätzlich zu der empfohlenen Ruhezeit sollte der Patient nach vollständiger Genesung von der Infektion mindestens sieben Tage lang symptomfrei bleiben, bevor die nächsten Schritte eingeleitet werden.

3. Rückkehr zu Routineaufgaben: Stufe 1 des GRTP besagt, dass ein Sportler in der Lage sein sollte, Aktivitäten wie einen 500-Meter-Spaziergang zu bewältigen, ohne Müdigkeit zu verspüren. Bei Berufstätigen, deren Aufgaben keine körperlichen Tätigkeiten beinhalten, ist das Erledigen von Routineaufgaben ohne Erschöpfung die Mindestanforderung für eine Rückkehr an den Arbeitsplatz.

4. Medizinische Tests: Darüber hinaus sollte sich jeder Genesene, genau wie Sportler, einigen diagnostischen Tests unterziehen, um die eigene Sicherheit und die Sicherheit der Arbeitskollegen zu gewährleisten. Die Tests helfen bei der Entscheidung, ob die Rückkehr zur Aktivität eingeleitet oder noch einige Tage zurückgestellt werden sollte. Einer der wichtigsten Tests ist ein 24-Stunden-EKG, um Herzrhythmusstörungen und jegliche Herzmuskelerkrankungen auszuschließen. Weitere empfohlene Tests sind Echokardiogramme, eine kardiologische Beurteilung und Belastungstests.

5.  Graduelle Steigerung der Aktivitäten: Im Rahmen der Stufen 2-4 des GRTP steigern Sportler ihr Training von 15 Minuten pro Tag und einer Erhöhung der Herzfrequenz bis auf 70% der Leistungsfähigkeit nach und nach auf längere und häufigere Trainingsperioden von mehr als einer Stunde pro Tag in Stufe 4. Wenn die Athleten während dieser Stufen, die sich über einen Zeitraum von sechzehn Tagen erstrecken, symptomfrei bleiben, können sie am siebzehnten Tag (Stufe 5) wieder aktiv ihren Sport betreiben. Für Berufstätige deren Job körperliche Arbeiten beinhaltet, kann dies als Richtlinie für die schrittweise Rückkehr zu ihren Aufgaben und zur Arbeit in Teil- oder Vollzeit dienen. Für Mitarbeiter mit nicht körperlich anstrengenden Berufen ist dies auch ein guter Leitfaden für die schrittweise Wiederaufnahme anderer körperlicher Aktivitäten – vom Treppensteigen bis zum Radfahren oder der langsamen Wiederaufnahme von Sport und Freizeitaktivitäten.

6.  Zurück zum Sport: Sportarten, die keine hohe Belastung und Steigerung der Herzfrequenz erfordern (von Yoga bis Golf), können wieder aufgenommen werden, wenn der Patient über den beschriebenen Zeitraum beschwerdefrei geblieben ist und keine Anzeichen von Müdigkeit nach alltäglichen körperlichen Aktivitäten zeigt. Anspruchsvollere, kardioorientierte Sportarten sollten langsam und schrittweise wieder aufgenommen werden.

7. Screening-Tests am Arbeitsplatz: In Anbetracht des Übertragungsrisikos des Virus durch einen einzelnen Träger sind Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet, ihren Mitarbeitern im Präsenzdienst das Angebot regelmäßiger COVID-19-Test zu machen.

"Zusätzlich zum schrittweisen Vorgehen und allen vorgeschriebenen medizinischen Vorsichtsmaßnahmen empfehlen wir dringend, den Rat eines Experten für Herz- oder Infektionskrankheiten einzuholen, um das Risiko von Langzeitfolgen zu kontrollieren", so Arto Pietilä, Senior VP Bittium Medical Technologies. "Neben der Minderung physiologischer Risikofaktoren kann die medizinische Unterstützung und Fernüberwachung von Risikofaktoren auch die psychische Belastung und deren Auswirkungen verringern, da der Patient weiß, dass die Risikofaktoren überwacht werden."

"Aufgrund der potenziellen Nebenwirkungen, die mit Herzerkrankungen verbunden sind, spielt die Herzuntersuchung eine wichtige Rolle bei der Diagnose zum Befinden eines sich erholenden COVID-19-Patienten“, ergänzt Dr. Lutz Graumann, Präsident des IAPM. "Das Faros EKG-Überwachungsgerät von Bittium hat sich als wertvoller Bestandteil des Diagnoseprozesses erwiesen. In ungefähr 10% unserer Fälle entdeckten wir vorübergehende Arrhythmien und/oder eine große Anzahl von Extrasystolen. Die Herzüberwachung umfasst die Berechnung der Ruheherzfrequenz, der Atemanhaltedauer und bewertet die wahrgenommene Anstrengung. Je mehr verlässliche bzw. verwertbare Daten des Herz-Kreislauf-Systems vorliegen, desto einfacher ist es, das Training bzw. die Aktivitäten nach der Erkrankung zu evaluieren und zu unterstützen. “

Detaillierte Informationen

Weitere Details zu einer sicheren und graduellen Rückkehr zu gewohnten Aktivitäten sowie zur Vermeidung schwerwiegender gesundheitlicher Komplikation liefert die Video-Aufzeichnung eines von Bittium und IAPM durchgeführten Webinars. Dr. Graumann und sein Team teilen dabei Einblicke in den aktuellen Wissensstand zu COVID-19-Folgeerscheinungen und stellen den von ihnen mitentwickelten Diagnose- und Belastungsalgorithmus vor. Dieses Verfahren, das erfolgreich bei der U20-Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren eingesetzt wurde, gilt mittlerweile als Standard im deutschen Profi-Eishockey und bietet eine sehr gute Grundlage für allgemeinere "Return-to-Work"-Programme.

Zur Webinar-Aufzeichnung: https://register.gotowebinar.com/recording/992027084066060034

Quelle: Bittium


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