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Medizin

Arzt-Patienten-Kommunikation auf Distanz kann funktionieren

von Martin Bischoff

Arzt-Patienten-Kommunikation auf Distanz kann funktionieren
© forestpath - stock.adobe.com
Gerade in Zeiten, in denen etwa Patientinnen und Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen Praxen und Kliniken meiden, kann eine ergänzende digitale Betreuung mehr Sicherheit im Umgang mit der Krankheit bieten. Belege dafür liefert eine kürzlich vorgestellte Untersuchung.
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„Digitale Patientenversorgung in der SARSCoV-2 Pandemie“

Das Projekt „Digitale Patientenversorgung in der SARSCoV-2 Pandemie“ wurde im März 2020 ins Leben gerufen. Die Absicht des Projekts bestand darin, Patientinnen und Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung auch ohne einen direkten Kontakt mit einem Arzt zu helfen. Außerdem sollte ein digitales Monitoring für Patientinnen und Patienten und Ärztinnen und Ärzte rasch installiert und das entsprechende Know-How auch unabhängig von der Pandemie etabliert werden, berichtete Dr. Thomas Schulz, Berlin. Deutschlandweit konnten 27 ambulante sowie 6 stationäre Einrichtungen und 745 Patientinnen und Patienten mit schwereren Verläufen eines Asthmas, einer COPD oder anderer Lungenerkrankungen für die Teilnahme gewonnen werden. Um das Projekt zum Laufen zu bringen, wurden die Praxen mit Geräten ausgestattet und geschult, um dann ihrerseits wieder die Teilnehmenden zu schulen. Ausgerüstet mit einem bluetoothfähigen Taschenspirometer konnten die Patientinnen und Patienten ihre Lungenfunktionsdaten selbsttätig erfassen. Die Messwerte wurden mittels der von Qurasoft entwickelten SaniQ-App geschützt an die behandelnde Praxis übermittelt. Dort konnten die Ärztinnen, Ärzte und medizinische Fachkräfte die Daten per dazugehöriger Praxissoftware einsehen und sofern erforderlich reagieren. Die Möglichkeit der direkten Kommunikation über Textnachrichten ergänzte das System. So konnten die Ärztinnen und Ärzte beispielsweise herausfinden, wie oft jemand in den vergangenen Wochen durch sein Asthma in der Arbeit oder Schule beeinträchtigt war. Gefragt wurde aber auch nach dem Gebrauch an zusätzlichen Medikamenten als Maß für die Qualität einer Asthmakontrolle. Im Zuge des Projekts wurde 106.000 mal der Peak-Flow und 109.000 mal das FEV1 gemessen, berichtete Schulz.
 
 

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Gute Akzeptanz durch die Patientinnen und Patienten

Die Bewertung der Smartphone-basierten Gesundheitsanwendung in der Routineversorgung durch die Patientinnen und Patienten wurde mittels validiertem Fragebogen erfasst. Dabei ging es anhand vorgegebener Items vor allem um persönliche Erfahrungen im Umgang mit Spirometer und App. Die Bewertung aller Items erfolgte anhand einer 6-stufigen Skala. Die Ergebnisse präsentierte Marcel Braun, Essen. Die Erfahrung mit der häuslichen Messung wurde von den Patientinnen und Patienten als sehr positiv beurteilt. Der Umgang mit Messgerät und App bereitete nur wenige Probleme, der Zeitaufwand für die tägliche Messung wurde als angemessen betrachtet. Aufgrund der positiven Erfahrungen wollten immerhin 83% der Teilnehmenden die Smartphone-App auch nach Ende des Projekts weiter nutzen. Ein für Betroffene wie Ärztinnen und Ärzte sehr wichtiger Aspekt betraf den Punkt Kommunikation und Interaktion. Auch hier wurden gute Noten vergeben. Danach ist die App hilfreich, um bei Kontrollterminen den Gesundheitszustand in den vergangenen Wochen zu beschreiben. Gleichzeitig verbessern die Menschen damit ihre Gesundheitskompetenz und das Selbstmanagement ihrer Erkrankung. Im Fall, dass sich die Lungenerkrankung verschlechtern sollte, müssen Patientinnen und Patienten nicht zwangsweise direkt in der Praxis erscheinen. Generell waren die Betroffenen mit dem Umfang der Kommunikation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Praxen und Kliniken zufrieden. Für 70% der Betroffenen bedeutete die Teilnahme an der digitalen Studie einen Gewinn an Lebensqualität.
 
 

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Praxisteams bewerten die Technologie positiv  

Die Erfahrungen der medizinischen Provider mit der digitalen Arzt-Patienten-Kommunikation wurden ebenfalls mit einem Fragebogen erfasst. Die Auswertung ergab, dass die Praxismitarbeiterinnen und -mitarbeiter in der Lage waren, sicher mit dem System umzugehen und rasch an die gewünschten Ansichten/Funktionen zu navigieren. Die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte hatten den Eindruck, dass die Patientinnen und Patienten sich mehr mit ihrer Gesundheit auseinandersetzten. Nach deren Ansicht verhielten sie sich zuverlässiger bei der Einnahme ihrer Medikamente und der Durchführung der notwendigen Lungenfunktionsmessungen. Die Effekte der digitalen Patientenversorgung auf die Behandlungsabläufe und die Versorgung waren aus der Perspektive der Medizinerinnen und Mediziner noch gering. Das galt etwa für die Priorisierung von Terminen durch die App oder die Reduktion des Patientenaufkommens durch den Einsatz der Software während der Pandemie. Die insgesamt sehr positiven Ergebnisse und Erkenntnisse aus diesem Projekt bestärken die Projektpartner in der Ansicht, dass digitale Patientenversorgung in Zukunft auch in der Pneumologie eine wichtige Rolle im Praxisalltag einnehmen kann.

Quelle: Virtuelle Pressekonferenz zur digitalen Versorgung von Asthma und COPD, 21.10. 2021; Veranstalter: AstraZeneca


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