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Medizin

20. Februar 2013 Online-Befragung zum Restless-Legs-Syndrom: Tagessymptome sind an der Tagesordnung

Was Praxis-Studien in der Vergangenheit (1,2) gezeigt haben, bestätigen nun neue Ergebnisse einer Online-Befragung (3): Tagessymptome gehören beim RLS häufig zum Alltag der Betroffenen. Dabei ist es gleich, ob die Symptome bei einem leichten oder schweren Erkrankungsgrad auftreten - einschränkend sind Tagessymptome in der Regel immer.

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Bei der Online-Erhebung äußerten sich 1.577 Betroffene anonym zu ihren RLS-Beschwerden. Die Teilnehmer waren via Internetplattform (3) für die Befragung ausgesucht worden, da sie eingangs die Minimalkriterien der DGN für ein vorliegendes RLS erfüllten hatten. Die Auswertung zeigte, dass 583 von ihnen unter RLSBeschwerden litten. Bei der großen Mehrheit (n=489) handelte es sich dabei um mittelschwer bis schwer ausgeprägte Symptome (der Erkrankungsgrad wurde anhand des IRLS-Score ermittelt).

Ohne Therapie - trotz mittelschwerer bis schwerer RLS-Beschwerden

Bei 315 Betroffenen war nach eigenem Bekunden ein RLS diagnostiziert worden. Rund 67% von ihnen befanden sich in Behandlung (ca. 60% bei einem Neurologen). Trotz der als einschränkend empfundenen Symptome erhielten lediglich 54,3% dieser 315 Personen eine medikamentöse Therapie. Die Erkrankungsdauer betrug durchschnittlich 4,7 Jahre. Die Betroffenen waren im Durchschnitt 47 Jahre alt, rund 60% waren weiblich. Weiterhin gab es 268 Befragte, die ebenfalls RLS-Beschwerden meldeten - jedoch, ohne je eine RLS-Diagnose erhalten zu haben. Damit unterstreichen die Online-Ergebnisse, dass es beim RLS, wie Studien (4) gezeigt haben, eine hohe Dunkelziffer gibt.

Online-Ergebnisse bestätigen Praxis-Daten

Mit dem Schweregrad der RLS-Beschwerden steigt laut der Ergebnisse das Auftreten von Tagessymptomen. Sind Tagessymptome im Spiel, fallen den Betroffenen Ruhesituationen wie Arbeiten am Schreibtisch, Autofahren oder Restaurantbesuche schwer. Bei den Befragten mit gesichertem RLS meldeten mehr als 67%, auch tagsüber unter den Symptomen zu leiden. 46% von ihnen regelmäßig zwischen 6 bis 18 Uhr. Die Ergebnisse bestätigen aus Sicht von Betroffen die Daten, die Ärzte unlängst bei einer Praxis-Studie (1) und Befragung (2) ermittelt haben: Tagessymptome treten bei der Mehrheit von RLS-Betroffenen auf.

Tagessymptome: Effektive Symptomkontrolle ist erforderlich

Ein früher Beginn der Symptome während des Tages kann bei einer bestehenden RLS-Therapie auf eine mangelnde Wirksamkeit hindeuten. Eine langanhaltende Symptomkontrolle ist erforderlich. Der über 24 Stunden konstante Wirkspiegel von Rotigotin (z.B. Neupro®) ermöglicht eine effektive Kontrolle der RLS-Symptome - rund um die Uhr. Bei der Praxis-Studie RLS-PRACTISE (1) kam es unter Rotigotin (1-3 mg/ 24h) bei etwa drei Viertel der Patienten zu einer deutlichen Symptom-Reduktion nachts und auch tagsüber. In puncto Tagessymptome verbesserte sich innerhalb von drei Monaten der Schweregrad, im Vergleich zum Ausgangswert, um 59%. Am meisten profitierten die Teilnehmer bei den Tagessymptomen während der Ruhe. Die Patienten vertrugen das Pflaster insgesamt gut. Unerwünschte Ereignisse waren typisch für die Behandlung mit Dopaminagonisten und die spezielle Applikationsform. Sehr häufige Nebenwirkungen der RLS-Therapie waren Reaktionen an der Applikationsstelle (sie lassen sich durch Wechseln der Applikationsstelle reduzieren), Kopfschmerz und Übelkeit.

Tagessymptome können auch ein Zeichen für eine klinisch relevante Augmentation sein. Allgemeine Präventionsstrategien sind möglichst niedrige Dosen in der Erhaltungstherapie, ausreichende Eisenspiegel sowie die Wahl von Medikamenten mit langer Halbwertszeit. Unter Rotigotin ist das Augmentationsrisiko niedrig, wie eine Studie (5) über fünf Jahre zeigte. Lediglich 5,1% der Patienten unter Rotigotin im zugelassenen Dosierungsbereich von 1 bis 3 mg/24h entwickelten eine klinisch relevante Augmentation.

Fazit
Die Online-Befragung zeigt, dass es beim RLS - trotz Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit - noch eine hohe Dunkelziffer gibt. Fast die Hälfte der Befragungsteilnehmer hatte bis zum Zeitpunkt der Befragung keine RLS-Diagnose erhalten. Und dies trotz mittelschwerer bis schwerer Beschwerden. Bei den Befragten mit diagnostiziertem RLS bekamen viele keine medikamentöse Therapie. Viele Patienten unter medikamentöser Therapie litten noch immer unter starken Beschwerden, was auf eine mangelnde Wirksamkeit ihrer bestehenden Behandlung schließen lässt.

Literaturhinweise:
(1) Bachmann C et al. DGN 2012, Hamburg.
(2) Beneš H et al. Akt Neurol 2011; 38: 476-80.
(3) Bundesweite Online-Befragung, 12.-25.06.2012, via www.meinungsplatz.de. UCB Data on file.
(4) Allen RP et al. Arch Intern Med 2005.
(5) Oertel W et al. Lancet Neuro 2011; 10: 710-20

Quelle: UCB


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