Donnerstag, 30. Juni 2022
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Medizin

Auswirkungen von Licht auf die Psyche

Fehlendes Licht kann zu einer depressiven Stimmung führen. "Die geringe Lichtmenge in der dunklen Jahreszeit kann auch der Auslöser für eine Herbst-Winter-Depression sein", erklärt Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Weiss vom Institut für Psychologie der Karl-Franzens-Universität Graz. Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, schlechte Konzentration und mehr Appetit sind Symptome. In den vergangenen Jahren ist auch das Burn-out in den Fokus der Forschung gerückt, nun liegen erste Ergebnisse vor. Ähnlich wie bei der Depression wirkt sich auch bei Burnout-PatientInnen das Licht positiv auf Erschöpfung und die Stimmung aus, fand Weiss heraus.

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Immer mehr Menschen kommen mit den stetig steigenden Anforderungen im Berufsleben nicht zurecht, klagen über Belastungen und zeigen Erschöpfungssymptome.

"Diese Belastungen führen zu einem psychischen Ausbrennen", weiß die Psychologin. Burn-out ließe sich, so die Expertin, nur schwer von einer Depression unterscheiden; es gebe keine klar definierten Kriterien, nach denen diese Krankheit zu klassifizieren sei. Naheliegend ist daher, eine ähnliche Therapieform einzusetzen. Erste Studien an der Uni Graz haben nun gezeigt, dass Licht sehr gut gegen Burn-out wirkt: Es regt die Produktion von Serotonin im Gehirn an und lässt den Melatonin-Spiegel sinken - ist er tagsüber erhöht, sorgt er für Müdigkeit und nachts für Schlafstörungen. "Es gibt nachweislich Veränderungen auf der Neurotransmitter-Ebene.

So ist die antidepressive Wirkung zu erklären", sagt Weiss. Ein Erfolg kann bereits bei einer halbstündigen Licht-Therapie-Sitzung mit 10.000 Lux - das entspricht einem bewölkten Tag draußen - erzielt werden. Bei der Behandlung von demenziellen Erkrankungen wird diese Therapieform bereits erfolgreich eingesetzt. Beste Beispiele für Umsetzungen findet man etwa vermehrt in Altersheimen und geriatrischen Stationen, die zunehmend auf natürliches oder künstliches Licht mit sehr hellem Spektrum zur therapeutischen Unterstützung setzen.

Quelle: Karl-Franzens-Universität Graz


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