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Medizin
30. Juli 2015

Kosten-Nutzen-Analyse: SPG-Stimulationstherapie ist medikamentöser Behandlung bei Clusterkopfschmerz langfristig überlegen

In einer kürzlich im Journal of Headache Pain veröffentlichten Studie (1) wurde die SPG-Stimulationstherapie mit den gängigen medikamentösen Therapien in Bezug auf Kosten und Nutzen verglichen. Dabei zeigte sich, dass die erstattungsfähige Methode der Standardtherapie mit Medikamenten bei der Behandlung von Clusterkopfschmerz langfristig überlegen ist - aus ökonomischer Sicht und in Bezug auf die Lebensqualität der Betroffenen.

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Eine der schlimmsten Kopfschmerzarten ist der Clusterkopfschmerz. Häufig tritt er nachts auf und entwickelt innerhalb weniger Minuten eine extreme Intensität. Aufgrund der Schmerzstärke sind die physischen und psychischen Belastungen der rund 100.000 Betroffenen in Deutschland so hoch, dass sie häufig privat und beruflich stark eingeschränkt sind und ein erhöhtes Selbstmordrisiko haben. Die Diagnose dieses nicht heilbaren Leidens erfolgt oft spät, und die medikamentöse Behandlung erweist sich bei manchen Patienten als wenig wirksam oder ist mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden.

Seit Anfang 2014 wird in Deutschland eine nicht-medikamentöse Therapie eingesetzt, bei der mit Hilfe eines Mikroimplantats das für die Schmerzentstehung verantwortliche Nervenbündel Ganglion sphenopalatinum (SPG) blockiert wird. Die Therapie mit dem PulsanteTM SPG-Mikrostimulator ist ein minimalinvasives Verfahren, das von den Krankenkassen erstattet wird und von den Patienten selbständig gesteuert werden kann. Die Wirksamkeit der Behandlungsmethode wurde im Rahmen einer umfassenden klinischen Studie (2) bewiesen. Kürzlich veröffentlichte Langzeitdaten(3) zeigen außerdem, dass ihr Effekt auch über einen Zeitraum von 18 Monaten anhält und die Patienten doppelt profitieren: Die Neurostimulation wirkt sowohl in der Akutphase als auch vorbeugend, indem sie die Anzahl der Attacken minimiert.

Studie zeigt: die Therapie rechnet sich

Unter der Leitung des Hamburger Kopfschmerzexperten Prof. Dr. med. Arne May (UKE) wurde die Therapie nun einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen, bei der vorhandene Daten auf eine 5-jährige Behandlungszeit modelliert und mit der medikamentösen Standardtherapie verglichen wurden. Neben der Kosten-Effektivitäts-Relation ICER (incremental cost-effectiveness ratio) wurden Lebensqualitätsfaktoren QALY (quality-adjusted life year) in die Untersuchung einbezogen. Der Vergleich ergab, dass Patienten bei einer 5-jährigen Behandlungszeit von 0.325 QALYs profitieren, wobei die Therapiekosten mit 889 Euro minimal über den Kosten der medikamentösen Therapie lagen. Bei einer Ausweitung des Vergleichszeitraums auf sieben Jahre zeigte sich die SPG-Stimulation auch aus finanzieller Sicht deutlich überlegen: Hier ergab die Modellierung eine Ersparnis von 9.537 Euro. Bei allen in der Studie antizipierten Szenarien (höhere Attackenfrequenz, höherer Medikamentenverbrauch, Ausweitung der Behandlungszeit) bewies sich die Therapie entweder als kosteneffektiv oder kostensparend. "Damit konnten wir aufzeigen, dass die SPG-Stimulationstherapie nicht nur in Bezug auf die Lebensqualität der Patienten Vorteile bietet, sondern langfristig auch die Kosten für das Gesundheitssystem senken kann", fasst Prof. May zusammen.

Das Pulsante™ SPG Mikrostimulator-System (ATI-Neurostimulationssystem) erfordert einen vergleichsmäßig kleinen Eingriff. Der Mikrochip wird Patienten über einen Einschnitt im Zahnfleisch eingesetzt und vom Arzt programmiert. Ziel der Behandlung ist es, das Ganglion sphenopalatinum (SPG), das sich in der Nähe des Jochbeins befindet, vorübergehend auszuschalten. Nach der Implantation kann der Patient seine Therapie selbst steuern. Sobald sich eine Clusterattacke ankündigt, hält er die Fernbedienung an die Wange: Sie aktiviert das Implantat, welches das SPG stimuliert, was die Attacke abebben lässt. Auch ein prophylaktischer Nutzen der Therapie ist in vielen Fällen belegt.

Folgende Kliniken bieten die SPG-Stimulationstherapie in Deutschland an bzw. sind auf die Nachsorge der Patienten spezialisiert:

- Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
- Universitätsklinikum Essen
- Universitätsklinikum Berlin Charité
- Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein
- Kliniken der Stadt Köln
- Universitätsklinikum Jena
- Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel
- Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bochum
- Universitätsklinikum LMU, München
- Neurologie- & Kopfschmerzzentrum Münchner Freiheit
- Universitätsklinikum Freiburg

Weitere Informationen zu Clusterkopfschmerz finden Sie unter:
www.meinclusterkopfschmerz.de.
Weitere Informationen zur Pulsante™ und der SPG-Stimulationstherapie
finden Sie unter: www.pulsante.de

Literaturhinweise:
(1) J Headache Pain. 2015 Dec;16(1):530. Epub 2015 May 21.
(2) Cephalalgia. 2013 Jul;33(10):816-30. Epub 2013 Jan 11.
(3) Posterpräsentation anlässl. Schmerzkongress Kopenhagen, Sept 2014, Schoenen J et al.

Quelle: Autonomic Technologies Inc. (ATI)


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