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Medizin

01. Juli 2016 Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) fördert die Wundheilung

Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) ist eine spezielle Form der Wärmestrahlung mit hohem Eindringvermögen in das Gewebe und geringer thermischer Belastung der Hautoberfläche, siehe Abbildung. wIRA fördert die Heilung akuter und chronischer Wunden sowohl über thermische (auf Wärmeenergieübertragung bezogene) und temperaturabhängige als auch über nicht-thermische und temperaturunabhängige zelluläre Effekte. wIRA entspricht dem Großteil der die Erdoberfläche in gemäßigten Klimazonen durch Wasser und Wasserdampf der Atmosphäre gefiltert erreichenden Sonnenwärmestrahlung.

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Fachinformation

Die Ergebnisse von 7 klinischen Studien (die größte mit 400 Patienten) über wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) für die Wundheilung sind am 29.06.2016 in Form einer großen Übersichtsarbeit in der interdisziplinären elektronischen Fachzeitschrift "GMS German Medical Science" der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erschienen (1).

Die sechs darin enthaltenen randomisierten kontrollierten klinischen Studien vergleichen eine Kombination aus Therapie auf hohem Niveau plus wIRA-Therapie mit einer Therapie auf hohem Niveau allein.

wIRA steigert die Temperatur (+2,7°C in 2 cm Gewebetiefe) und den Sauerstoffteildruck im Gewebe (+32% in 2 cm Gewebetiefe) und die Gewebedurchblutung.
wIRA fördert sowohl die normale als auch die gestörte Wundheilung: wIRA mindert Entzündung und Sekretion, wIRA fördert Infektionsabwehr und Regeneration und wIRA lindert Schmerzen. Während 230 Bestrahlungen wurde ausnahmslos eine Schmerzlinderung beobachtet mit bemerkenswert weniger Schmerzmittelbedarf (52-69% weniger in den drei Gruppen mit wIRA verglichen mit den drei Kontrollgruppen ohne wIRA nach großen Bauchoperationen; fast 60% weniger Schmerzmittelbedarf bei chronischen venösen Unterschenkelgeschwüren).
 

Abb. 1: Spektren der Sonne und von zwei Halogenstrahlern ohne Wasserfilter: Die verschiedenen Strahler bewirken mit ihren dargestellten spektralen Bestrahlungsstärken die gleiche Hautoberflächentemperatur. © G. Hoffmann

Abb. 1: Spektren der Sonne und von zwei Halogenstrahlern ohne Wasserfilter: Die verschiedenen Strahler bewirken mit ihren dargestellten spektralen Bestrahlungsstärken die gleiche Hautoberflächentemperatur. © G. Hoffmann


Weitere Effekte sind:

- Schnellere Wundflächenabnahme (bei schwerbrandverletzten Kindern 90% Wundflächenabnahme nach 9 anstelle nach 13 Tagen, nach 9 Tagen ca. 89% anstelle ca. 49% Wundflächenabnahme; kompletter Wundschluss bei chronischen venösen Unterschenkelgeschwüren nach bereits im Median 14 anstelle nach 42 Tagen).

- Bessere Gesamteinschätzung der Wundheilung.

- Bessere Gesamteinschätzung des Effekts der Bestrahlung.

- Besseres kosmetisches Ergebnis.

- Niedrigere Wundinfektionsrate (nach einer einzelnen Bestrahlung vor der Operation: 5% anstelle 12% Wundinfektionen insgesamt, von diesen: späte Wundinfektionen (an den postoperativen Tagen 9 bis 30) 1,7% anstelle 7,7%).

- Kürzerer Krankenhausaufenthalt (Entlassung 9 anstelle 11 Tage nach der Operation).

Die Effekte sind mit umfangreichem Zahlenmaterial in einer mehrseitigen Tabelle in der Übersichtsarbeit zusammengestellt und mit Abbildungen verdeutlicht.

wIRA ist eine nützliche Ergänzung für die Behandlung von akuten und chronischen Wunden.

Literaturhinweis:
(1) Hoffmann G, Hartel M, Mercer JB. Heat for wounds – water-filtered infrared-A (wIRA) for wound healing - a review. GMS Ger Med Sci. 2016;14:Doc08.
DOI: 10.3205/000235, URN: urn:nbn:de:0183-0002352
http://www.egms.de/en/journals/gms/2016-14/000235.shtml

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften


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