Samstag, 22. Februar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

06. Juni 2012 AAN 2012: Wöchentliche MS-Basistherapie mit Interferon beta-1a in der Schwangerschaft unbedenklich

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 2.500 Menschen mit der Diagnose Multiple Sklerose (MS) konfrontiert. Frauen sind dabei wesentlich häufiger betroffen als Männer. Bei der Mehrheit der MS-Patienten tritt die Erkrankung erstmals zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Gerade für Frauen bedeutet dies: Die Erstdiagnose der MS fällt häufig in eine Lebensphase, in der die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. In der Langzeitbehandlung schubförmiger MS ist der Einsatz immunmodulierender Basistherapeutika bewährter Standard – bislang lagen jedoch nur limitierte Daten zum Einfluss der Immuntherapie auf die Schwangerschaft vor.

Anzeige:
Fachinformation

Auf der diesjährigen Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN) wurden nun die finalen Daten aus dem Interferon beta-1a-Schwangerschaftsregister präsentiert. Das Ergebnis der prospektiven Analyse: Die 1x wöchentliche Basistherapie mit Interferon beta-1a i.m. (Avonex®) ist in der Schwangerschaft unbedenklich und führt nicht zu erhöhten Raten an Spontanaborten und Fehlbildungen (1).
Das Interferon beta-1a-Schwangerschaftsregister wurde im Januar 2003 in den USA eingerichtet, um prospektiv den Einfluss der 1x wöchentlichen i.m.-Basistherapie auf eine eingetretene Schwangerschaft zu evaluieren. In die Analyse waren schwangere MS-Patientinnen unter Interferon beta-1a i.m.-Exposition im 1. Trimenon oder innerhalb circa einer Woche nach Konzeption eingeschlossen. Für die Beurteilung der Registerergebnisse dienten Vergleichsdaten aus der US-Allgemeinbevölkerung.


Keine Hinweise auf Teratogenität und höhere Abortrate


In das Register flossen die Daten von 302 schwangeren MS-Patientinnen im durchschnittlichen Alter von 31,7 Jahren ein. Zwillingsschwangerschaften wurden separat beurteilt, so dass insgesamt 306 Schwangerschaften prospektiv ausgewertet wurden: 272 Kinder kamen lebend zur Welt, 14 davon mit Fehl-bildungen. Zusätzlich wurden 28 Spontanaborte, 5 induzierte Aborte und eine Totgeburt registriert. Die Ergebnisse belegen weder eine Häufung oder ungewöhnliche Verteilung von Fehlbildungen, noch eine erhöhte Abortrate unter Interferon beta-1a i.m.-Exposition im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung (10,5 % vs. 15 %) (1, 2).

Patientenfreundliche Therapie mit überlegener Adhärenz


Die aktuellen Ergebnisse aus dem Interferon beta-1a-Schwangerschaftsregister bestätigen damit erneut das gute Sicherheitsprofil der 1x wöchentlichen Basistherapie. Bei einer insgesamt mit anderen Basistherapien vergleichbaren Langzeitwirksamkeit (3) profitieren MS-Patienten zudem von der sehr guten Hautverträglichkeit der Therapie: Aktuelle Ergebnisse einer interviewbasierten Studie mit 2.798 MS-Patienten zeigen, dass unter der 1x wöchentlichen Therapie mit Interferon beta-1a i.m. – im direkten Vergleich mit allen anderen gängigen s.c. Basistherapien – signifikant weniger injektionsbedingte lokale Hautreaktionen und irreversible Gewebeveränderungen auftreten (4). Ein weiterer Vorteil für die Patienten ist die niedrige Applikationsfrequenz: Als einzige Basistherapie muss Interferon beta-1a i.m. nur 1x wöchentlich angewandt werden. Mit der Einführung des neuen Avonex® Pen™ ist die Therapie noch einfacher und patienten-freundlicher geworden: Die Injektion mit dem vorgefüllten Wochen-Pen erfolgt in nur wenigen Schritten automatisch per Knopfdruck und lässt sich dadurch noch besser in den individuellen Alltag der Patienten integrieren. Die Summe dieser Vorteile – hohe Wirksamkeit, gute Verträglichkeit und patientenfreundliche Anwendung – spiegelt sich letztlich in der Adhärenz der Patienten: Eine aktuelle Beobachtungsstudie mit 2.566 MS-Patienten zeigt, dass die 1x wöchentliche Interferon beta-1a-Therapie allen anderen gängigen Basistherapeutika hinsichtlich der Adhärenz signifikant überlegen ist (5).


Literaturhinweise:
(1) Tomczyk S et al., AAN 2012, Poster P06.191
(2) Ventura S et al., Natl Vital Stat Rep 2009; 58: 1-14
(3) u.a.: Kinkel R et al., Arch Neurol 2012; 69: 183-190
(4) Schroeter M, Göncü A, DNP 2011; 1: 1-8
(5) Devonshire V et al., Eur J Neurol 2011; 18: 69-77

Quelle: Biogen Idec


Das könnte Sie auch interessieren

Rückenfit an der frischen Luft

Rückenfit an der frischen Luft
© AGR/BdR

Zum 17. Mal findet am 15. März 2018 der Tag der Rückengesundheit statt. Das diesjährige Motto „Rückenfit an der frischen Luft“ möchte dazu motivieren, sich mehr in der Natur zu bewegen und sportliche Aktivitäten im Freien zu genießen. Frische Luft belebt Körper und Geist und Tageslicht sorgt zusätzlich für gute Laune. Initiiert und organisiert wird der Aktionstag von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Rund um den 15. März finden bundesweit zahlreiche...

Coronavirus: Die Angst geht um

Coronavirus: Die Angst geht um
© dottedyeti - stock.adobe.com

Das Coronavirus hält die Welt seit Wochen in Atem. Drastische Maßnahmen werden in China, aber zum Beispiel auch in Deutschland ergriffen, um die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit zu verhindern. Auch wenn das Kern-Infektionsgebiet Wuhan rund 8.300 Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt liegt: Bei vielen Menschen weckt das Ängste. So sind in hiesigen Apotheken beispielsweise vereinzelt Mund- und Atemschutzmasken ausverkauft. Michael Falkenstein, Experte für Psychologie von der KKH Kaufmännische Krankenkasse, erklärt, woher solche Ängste kommen...

So kommen Senioren gut durch den Winter

So kommen Senioren gut durch den Winter
© ARochau / Fotolia.com

Im Winter neigen vor allem ältere Menschen dazu, sich zu Hause einzuigeln. Aber zu wenig an Bewegung, frischer Luft und Tageslicht können schnell das Immunsystem schwächen, den Stoffwechsel verlangsamen und aufs Gemüt schlagen. „Senioren sollten auch im Winter auf ausreichend Bewegung achten. Andernfalls haben sie es im Frühjahr deutlich schwerer, wieder in Schwung zu kommen“, sagt Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der BARMER GEK. Regelmäßige Bewegung ist deshalb so wichtig, weil sie den altersbedingten physiologischen...

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen
© psdesign1 / Fotolia.com

Dank moderner Medikamente können die rund 87.000 Menschen in Deutschland mit HIV beziehungsweise AIDS heute fast normal leben. Stattdessen belasten mitunter Ausgrenzung, Zurückweisung und Angst Betroffene heute schwerer als die eigentliche Erkrankung. „Vorurteile und mangelndes Wissen sind oft die Hauptursachen für Ausgrenzung und Zurückweisung von HIV-Positiven. Dem wollen wir unter anderem mit einer Telefon-Hotline entgegenwirken“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der BARMER.

Antibiotika: Resistenzen vorbeugen – jeder Zweite unterschätzt seine Möglichkeiten

Antibiotika: Resistenzen vorbeugen – jeder Zweite unterschätzt seine Möglichkeiten
© anoli - stock.adobe.com

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (55 %) glaubt irrtümlicherweise, dass sie Antibiotikaresistenzen selbst nicht verhindern können. Und das, obwohl fast 9 von 10 Bundesbürgern (86 %) schon mal ein Antibiotikum verwendet und nahezu die gleiche Anzahl an Befragten (87 %) bereits von Resistenzbildungen gehört haben. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Gesundheitsmonitors des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) vom Mai/Juni 2019. „Daran sehen wir, wie wichtig es ist, die Bevölkerung über...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"AAN 2012: Wöchentliche MS-Basistherapie mit Interferon beta-1a in der Schwangerschaft unbedenklich"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.