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Medizin

06. Juni 2012 AAN 2012: Wöchentliche MS-Basistherapie mit Interferon beta-1a in der Schwangerschaft unbedenklich

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 2.500 Menschen mit der Diagnose Multiple Sklerose (MS) konfrontiert. Frauen sind dabei wesentlich häufiger betroffen als Männer. Bei der Mehrheit der MS-Patienten tritt die Erkrankung erstmals zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Gerade für Frauen bedeutet dies: Die Erstdiagnose der MS fällt häufig in eine Lebensphase, in der die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. In der Langzeitbehandlung schubförmiger MS ist der Einsatz immunmodulierender Basistherapeutika bewährter Standard – bislang lagen jedoch nur limitierte Daten zum Einfluss der Immuntherapie auf die Schwangerschaft vor.

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Auf der diesjährigen Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN) wurden nun die finalen Daten aus dem Interferon beta-1a-Schwangerschaftsregister präsentiert. Das Ergebnis der prospektiven Analyse: Die 1x wöchentliche Basistherapie mit Interferon beta-1a i.m. (Avonex®) ist in der Schwangerschaft unbedenklich und führt nicht zu erhöhten Raten an Spontanaborten und Fehlbildungen (1).
Das Interferon beta-1a-Schwangerschaftsregister wurde im Januar 2003 in den USA eingerichtet, um prospektiv den Einfluss der 1x wöchentlichen i.m.-Basistherapie auf eine eingetretene Schwangerschaft zu evaluieren. In die Analyse waren schwangere MS-Patientinnen unter Interferon beta-1a i.m.-Exposition im 1. Trimenon oder innerhalb circa einer Woche nach Konzeption eingeschlossen. Für die Beurteilung der Registerergebnisse dienten Vergleichsdaten aus der US-Allgemeinbevölkerung.


Keine Hinweise auf Teratogenität und höhere Abortrate


In das Register flossen die Daten von 302 schwangeren MS-Patientinnen im durchschnittlichen Alter von 31,7 Jahren ein. Zwillingsschwangerschaften wurden separat beurteilt, so dass insgesamt 306 Schwangerschaften prospektiv ausgewertet wurden: 272 Kinder kamen lebend zur Welt, 14 davon mit Fehl-bildungen. Zusätzlich wurden 28 Spontanaborte, 5 induzierte Aborte und eine Totgeburt registriert. Die Ergebnisse belegen weder eine Häufung oder ungewöhnliche Verteilung von Fehlbildungen, noch eine erhöhte Abortrate unter Interferon beta-1a i.m.-Exposition im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung (10,5 % vs. 15 %) (1, 2).

Patientenfreundliche Therapie mit überlegener Adhärenz


Die aktuellen Ergebnisse aus dem Interferon beta-1a-Schwangerschaftsregister bestätigen damit erneut das gute Sicherheitsprofil der 1x wöchentlichen Basistherapie. Bei einer insgesamt mit anderen Basistherapien vergleichbaren Langzeitwirksamkeit (3) profitieren MS-Patienten zudem von der sehr guten Hautverträglichkeit der Therapie: Aktuelle Ergebnisse einer interviewbasierten Studie mit 2.798 MS-Patienten zeigen, dass unter der 1x wöchentlichen Therapie mit Interferon beta-1a i.m. – im direkten Vergleich mit allen anderen gängigen s.c. Basistherapien – signifikant weniger injektionsbedingte lokale Hautreaktionen und irreversible Gewebeveränderungen auftreten (4). Ein weiterer Vorteil für die Patienten ist die niedrige Applikationsfrequenz: Als einzige Basistherapie muss Interferon beta-1a i.m. nur 1x wöchentlich angewandt werden. Mit der Einführung des neuen Avonex® Pen™ ist die Therapie noch einfacher und patienten-freundlicher geworden: Die Injektion mit dem vorgefüllten Wochen-Pen erfolgt in nur wenigen Schritten automatisch per Knopfdruck und lässt sich dadurch noch besser in den individuellen Alltag der Patienten integrieren. Die Summe dieser Vorteile – hohe Wirksamkeit, gute Verträglichkeit und patientenfreundliche Anwendung – spiegelt sich letztlich in der Adhärenz der Patienten: Eine aktuelle Beobachtungsstudie mit 2.566 MS-Patienten zeigt, dass die 1x wöchentliche Interferon beta-1a-Therapie allen anderen gängigen Basistherapeutika hinsichtlich der Adhärenz signifikant überlegen ist (5).


Literaturhinweise:
(1) Tomczyk S et al., AAN 2012, Poster P06.191
(2) Ventura S et al., Natl Vital Stat Rep 2009; 58: 1-14
(3) u.a.: Kinkel R et al., Arch Neurol 2012; 69: 183-190
(4) Schroeter M, Göncü A, DNP 2011; 1: 1-8
(5) Devonshire V et al., Eur J Neurol 2011; 18: 69-77

Quelle: Biogen Idec


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