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Medizin

17. November 2016 Acne inversa: Adalimumab einzige zugelassene systemische Therapie

Acne inversa (AI) ist eine schwerwiegende systemische Hauterkrankung, die mit verschiedenen Begleiterkrankungen assoziiert sein kann. Betroffene leiden unter einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität – nicht zuletzt wegen der nach wie vor unzureichenden Versorgungssituation. Um die Erkrankung bestmöglich kontrollieren zu können, ist neben der frühzeitigen Diagnose ein umfassendes Therapiemanagement erforderlich, bei dem der TNF-Antagonist Adalimumab eine entscheidende Rolle spielt. Über diese und weitere Herausforderungen der Acne inversa diskutierten Experten im Rahmen der 25. Jahrestagung der EADV 2016 in Wien.
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Basistext
Der Systemcharakter der Acne inversa wird durch eine Vielzahl von Studien belegt, die die mit der Erkrankung assoziierte Komorbidität untersuchen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie  geht dabei insbesondere auf das kardiovaskuläre Risiko von AI-Patienten ein: So wiesen diese im Vergleich zu gesunden Personen eine deutlich höhere Intima-Media-Dicke (0,615 ± 0,097 vs. 0,578 ± 0,098 mm; p=0,012) sowie eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit für eine Plaquebildung an der Arteria carotis auf (30,9% vs. 22%) – beides eindeutige Anzeichen einer subklinischen Atherosklerose, die wiederum kardiovaskuläre Ereignisse begünstigt.

Darüber hinaus belegte eine gepoolte Datenanalyse einen Zusammenhang zwischen der Acne inversa und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED): Demnach wurde bei 17,3% (95 % KI: 15,5-19,1) der Morbus-Crohn-Patienten und bei 8,5% (95 % KI: 7,0-9,9) der Colitis-ulcerosa-Patienten eine Acne inversa diagnostiziert. Obgleich ein Nachweis möglicher pathogenetischer Zusammenhänge zwischen der Acne inversa und den CED noch aussteht, sind die Krankheitsbilder durch Fehlregulationen des Immunsystems, Veränderungen des Haut- bzw. Darmmikrobioms, genetische Faktoren und erhöhte TNF-Spiegel gekennzeichnet. Eine Anti-TNF-Therapie kann bei diesen Erkrankungen daher eine wirksame Strategie sein.
 
Adalimumab als antiinflammatorische und präoperative Therapie empfohlen

Wie Prof. Dr. Falk Bechara aus Bochum erklärte, richte sich die Therapie der Acne inversa nach ihrem Schweregrad und der Beschaffenheit der Läsionen. „Bei Vorliegen eines irreversiblen Gewebeschadens, vernarbender Läsionen sowie im Falle von mutilierender Acne inversa ist die Exzision der betroffenen Hautbereiche indiziert. Aktive, entzündliche Läsionen hingegen rechtfertigen eine Behandlung mit dem TNF-Antagonisten Adalimumab. Häufig ist jedoch eine Kombinationstherapie aus medikamentöser Behandlung und Operation sinnvoll. So kann die anti-inflammatorische Therapie beispielsweise zum präoperativen Downstaging eingesetzt werden,“ so Bechara.
 
Adalimumab ist seit Juli 2015 zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Acne inversa bei erwachsenen Patienten zugelassen, die unzureichend auf eine konventionelle systemische Therapie ansprechen. Die Zulassung des TNF-Antagonisten in dieser Indikation beruht auf den beiden 36-wöchigen, multizentrischen, randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Zulassungsstudien PIONEER I und II. Demnach waren die klinischen Ansprechraten (gemessen am HiSCR-Score) unter der Behandlung mit Adalimumab in beiden Studien in Woche 12 signifikant höher als bei Patienten der Placebo-Gruppe (PIONEER I: 41,8% vs. 26,0%, p=0,003; PIONEER II: 58,9% vs. 27,6%, p<0,001). Aktuelle Daten der offenen Erweiterungsstudie zeigen bei Patienten unter Adalimumab über einen Zeitraum von 108 Wochen ein konstant hohes Ansprechen.
 
Quantum: Initiative für eine verbesserte Versorgung von AI-Patienten

Die frühzeitige und adäquate Behandlung ist nach wie vor die größte Herausforderung in der Versorgung von AI-Patienten. Aus diesem Anlass hat AbbVie in Zusammenarbeit mit KPMG die Initiative „Quantum HS“ ins Leben gerufen. Ergebnis dieser Initiative ist ein Leitfaden („Quantum-Report“), der Lösungswege für ein verbessertes Krankheitsmanagement der Acne inversa im klinischen Alltag aufzeigt – angefangen von der frühzeitigen Diagnose bis hin zu einem adäquaten Follow-Up. Als Erfolgsfaktoren für eine verbesserte Patientenversorgung konnten unter anderem die verstärkte Aufklärung und interdisziplinäre Zusammenarbeit der behandelnden Ärzte sowie die Etablierung eines globalen Patientennetzwerks identifiziert werden.
 
Quantum startete im Jahr 2014 mit der Auswahl von weltweit 8 verschiedenen Referenzzentren, darunter einem deutschen Zentrum am Städtischen Klinikum Dessau unter der Leitung des EHSF-Präsidenten Prof. Dr. med. Prof. h.c. Dr. h.c. Christos C. Zouboulis, die von einem Team aus Klinikern und Forschern besucht wurden. Während dieser Aufenthalte machten sich die Experten ein Bild von der Patientenversorgung und befragten u.a. AI-Spezialisten, Kliniker und Patienten nach den bestehenden Herausforderungen und Lösungsansätzen in Zusammenhang mit Krankheitssymptomatik, Diagnose, Facharzt-Überweisung, Behandlung und Follow-Up.

Quelle: AbbVie


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