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Medizin

05. April 2017 Adäquate Behandlung kann Amputation bei pAVK-Patienten verhindern

Aktuelle Daten aus der Versorgungsforschung zeigen, dass die Versorgung von pAVK-Patienten mit leitliniengerechten Therapieempfehlungen unzureichend ist. So werden deutschlandweit 40% der Amputationen bei Patienten mit kritischer Extremitätenischämie durchgeführt, obwohl zuvor keine adäquate Bildgebung (CT/MR-Angiographie) erfolgt ist. Der Anteil der Amputationen ohne eine Revaskularisationsmaßnahme, z. B. durch einen minimalinvasiven Kathetereingriff oder eine Bypass-OP, ist sogar noch höher.
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Fachinformation
Aufgrund von durchblutungsbedingten Gewebeschäden und Diabetes mellitus werden in Deutschland jährlich knapp über 50.000 Amputationen der unteren Extremitäten vorgenommen. In den vergangenen Jahren ist die Major-Amputationsrate (z.B. Unterschenkelamputation) bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) leicht gesunken, parallel dazu ist eine Steigerung der Minor-Amputationszahlen, wie der Zehen oder dem Vorfuß, bei dieser Patientengruppe zu verzeichnen. Gründe für die Senkung der Anzahl von Major-Amputationen sind ein Bewusstseinswandel innerhalb der Ärzteschaft, die verstärkte interdisziplinäre Kooperation und eine bessere und frühere Revaskularisation. Da aber jede Form der Amputation ein Mortalitätsrisiko mit sich bringt, gilt es auch, die Zahl von Minor-Amputationen zu verringern.

Aus diesem Grund setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Angiologie für eine zeitgemäße und evidenzbasierte Versorgung von pAVK-Patienten ein. Fortschritte in der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet minimalinvasiver Verfahren bieten diesen Patienten neue Perspektiven und können deren Lebensqualität enorm verbessern. Nicht zuletzt geht mit einer Reduzierung von Amputationen eine Senkung der Sterberate einher.

„PAVK-Patienten sind Hochrisikopatienten für Amputationen jeder Art, deshalb ist rasche und exakte gefäßmedizinische Expertise in Diagnostik und Therapie absolut wichtig und das Einholen einer Zweitmeinung zur Vermeidung von Amputationen von herausragender Bedeutung,“ so Dr. Michael Lichtenberg, Geschäftsführer der DGA und Mitorganisator des 1. DGA-Interventionskongresses, der letzte Woche stattgefunden hat. Der 2. DGA-Interventionskongress wird vom 8.-9. Juni 2018 in Hamburg ausgerichtet.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.


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