Montag, 23. September 2019
Navigation öffnen

Medizin

05. Februar 2019 Adipositas: Forschung zur Insulinresistenz

Übergewicht und Fettleibigkeit sind weltweit zu einer Epidemie geworden. An der Ulmer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin wird erforscht, warum und wie die übermäßige Ansammlung von Fettgewebe den Organismus krank macht.
Anzeige:
Allein in Deutschland sind nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts rund 15% der Kinder und Teenager zwischen 3 und 17 Jahren zu dick. Unter den Erwachsenen gelten nach Angaben der Europäischen Statistikbehörde Eurostat rund 17% der Deutschen als adipös. Adipositas führt zu schweren Begleiterkrankungen, wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Atherosklerose. Konventionelle Therapiemaßnahmen, wie zum Beispiel Diäten, mehr körperliche Bewegung oder eine Verhaltenstherapie, sind meist nicht langfristig erfolgreich.

Insulinresistenz

Zur Physiologie und Pathophysiologie des Fettgewebes forscht Professorin Pamela Fischer-Posovszky an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ulmer Universitätsklinik. „Ein funktionstüchtiges Fettgewebe ist eine wichtige Voraussetzung für einen gesunden Stoffwechsel unseres Organismus. Entscheidend ist, dass der Körper Energie sicher speichern kann – das tut er im Fettgewebe. Gerade bei Adipositas aber ist diese Speicherfähigkeit beeinträchtigt, da die Fettzelle nicht mehr ausreichend gut auf das wichtigste Speichersignal, das Hormon Insulin, reagieren kann“, erklärt Fischer-Posovszky die Problemstellung.

Im Rahmen ihrer Heisenberg-Professur will die Biologin nun die molekularen Ursachen der Insulinresistenz erforschen und auf Basis ihrer Forschungsergebnisse neue Behandlungsmethoden entwickeln. Dabei steht nicht der Gewichtsverlust des Patienten im Vordergrund – das Hauptziel ist stattdessen, die Gesundheit des Fettgewebes zu erhalten oder wiederherzustellen.

„Braunes Fettgewebe“

Ein weiteres Teilprojekt widmet sich dem „braunen Fettgewebe“, das die einzigartige Eigenschaft besitzt, Energie zu verbrennen und in Form von Wärme freizusetzen. Versuche im Mausmodell haben gezeigt, dass die Umwandlung von weißem Fett in braunes Fett den Stoffwechsel positiv beeinflusst: Die Insulinsensitivität wird verbessert und zu hohe Cholesterinwerte gesenkt. „Dort setzen wir an. Wir wollen versuchen, aus weißem Fettgewebe braune Fettzellen im Menschen zu generieren“, schildert Fischer-Posovszky.

Quelle: Universität Ulm


Das könnte Sie auch interessieren

Mehr als heiße Luft - Bei Sommerhitze die Ozonwerte im Auge behalten

Mehr als heiße Luft - Bei Sommerhitze die Ozonwerte im Auge behalten
© Thaut Images / Fotolia.com

Bei anhaltend hohen Temperaturen steigt auch die Ozonkonzentration in der Luft. „Das schädliche Gas kann bei empfindlichen Menschen die Augen reizen, Hustenanfälle auslösen oder Kopfschmerzen verursachen“, sagt Dr. Ursula Marschall. Die leitende Medizinerin bei der BARMER empfiehlt deshalb insbesondere älteren Menschen und chronisch Kranken bei hohen Ozonwerten körperliche Anstrengungen zu reduzieren.

Rauchstopp lohnt sich – trotz zusätzlicher Kilos auf der Waage

Rauchstopp lohnt sich – trotz zusätzlicher Kilos auf der Waage
© Oleg / fotolia.com

Wer darüber nachdenkt, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte sich von einer möglichen Gewichtszunahme nicht abhalten lassen. Denn obwohl auch Übergewicht mit Gesundheitsrisiken verbunden ist, überwiegt der gesundheitliche Nutzen durch einen Nikotinverzicht noch immer deutlich. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen US-Studie, die kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ erschienen ist. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) nimmt den Forschungsbericht zum Anlass, einmal mehr auf die...

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde
© Daniel Vincek / fotolia.com

Neue Analysen der EPIC-Potsdam-Studie zeigen, dass eine mediterrane Kost auch außerhalb des Mittelmeerraums das Risiko für Typ-2-Diabetes senken kann. Zudem können Menschen mit Gemüse, Obst, Olivenöl und Co wahrscheinlich zusätzlich ihr Herzinfarkt-Risiko verringern. Die Ergebnisse zum Zusammenhang von regionalen Diäten und chronischen Erkrankungen haben DIfE-Wissenschaftler im Rahmen des Kompetenzclusters NutriAct jetzt im Fachblatt BMC Medicine publiziert.

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht
© M.studio / fotolia.com

Eine Studie mit mehr als 218.000 Teilnehmern aus über 50 Ländern zeigt: Nicht nur Obst, Gemüse und Nüsse sind herzgesund und verlängern das Leben, sondern auch nicht-verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte. Die konsumierte Menge raffinierter Kohlenhydrate sollte begrenzt werden. Diese Studienergebnisse dürfen allerdings nicht als Freibrief für exzessiven Konsum für Fleisch und fetten Käse gesehen werden, sondern als Plädoyer für eine ausgewogene Ernährung, sagen deutsche Kardiologen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Adipositas: Forschung zur Insulinresistenz "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.