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Medizin

09. Oktober 2017
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Adipositas bei Frauen: Komorbiditäten und Stigmatisierung stellen besondere Anforderungen an die Therapie

Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist, für Ärzte wie Patienten gleichermaßen. So kommen bei adipösen Frauen zu den typischen Komorbiditäten wie kardiovaskuläre Erkrankungen und Typ-2-Diabetes zusätzlich gynäkologische Krankheitsbilder hinzu (1). Darüber hinaus leiden die Patientinnen besonders häufig unter Stigmatisierung und Diskriminierung (2). Auf einer Presseveranstaltung anlässlich der 33. Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) diskutierten Experten über die medizinischen und psychologischen Besonderheiten der Adipositas-Therapie speziell bei Frauen sowie den Nutzen von Liraglutid 3 mg (Saxenda®) bezogen auf Gewichtsreduktion und Begleiterkrankungen.
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2011 waren in Deutschland 23,3% der Männer und 23,9% der Frauen von Adipositas betroffen, mit steigender Tendenz (3). Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann starkes Übergewicht zu einer Reihe von gesundheitlichen Problemen führen. Unter anderem wächst mit zunehmendem Body-Mass-Index (BMI) das Risiko für kardiovaskuläre Komorbiditäten (4). So können 16,2% der Schlaganfälle und 11,5% der koronaren Herzerkrankungen auf Adipositas zurückgeführt werden (5). Auch Erkrankungen mit Typ-2-Diabetes lassen sich in 43,6% der Fälle in Zusammenhang mit krankhaftem Übergewicht bringen (5).

Schon ein langfristiger Gewichtsverlust von 5-10% kann für Menschen mit Adipositas einen erheblichen gesundheitlichen Nutzen haben und zu einer Verbesserung der Adipositas-assoziierten Erkrankungen und Risikofaktoren führen (6,7). „Es geht nicht allein darum, Gewicht zu reduzieren. Primäres Therapieziel ist es, den Gesundheitszustand zu verbessern“, erläuterte Prof. Dr. Matthias Blüher vom Universitätsklinikum Leipzig. Oftmals reichen Lebensstilmodifikationen wie kalorienreduzierte Ernährung und mehr Bewegung alleine jedoch nicht aus, um ausreichend und dauerhaft Gewicht zu reduzieren.

„Dann setzen wir auf medikamentöse Therapien, beispielsweise mit Liraglutid 3 mg“, so Blüher. Der GLP-1 Rezeptor-Agonist bindet an spezifische Rezeptoren im Gehirn*, wodurch das Hungergefühl reduziert und das Sättigungsgefühl gesteigert wird (8,9). Saxenda® (Liraglutid 3 mg) ist das bislang einzige GLP-1 Analogon, das von der EU-Kommission zur Gewichtsregulierung als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und verstärkter körperlicher Aktivität zugelassen ist (9).

Therapie mit Liraglutid 3 mg: Gewicht und Komorbiditäten nachhaltig über 3 Jahre positiv beeinflussen

Eine Behandlung mit Liraglutid 3 mg kann in Kombination mit einer kalorienreduzierten Ernährung und verstärkter körperlicher Aktivität das Gewicht verringern und gleichzeitig die gewichtsbedingten Komorbiditäten positiv beeinflussen. In der Studie SCALETM (n=1.505) konnte unter Liraglutid 3 mg nach 160 Wochen ein Gewichtsverlust von 6,1% verglichen mit 1,9% in der Placebo-Gruppe erreicht werden (geschätzte Behandlungsdifferenz (ETD) -4,3% (95% Konfidenzintervall -4,9; -3,7), p<0,0001) (10).

Daneben führte die Therapie unter Liraglutid 3 mg nach 160 Wochen zu verbesserten kardiometabolischen Risikofaktoren im Vergleich zu Placebo (n=749): Der systolische Blutdruck konnte stärker reduziert werden (ETD -2,8 mmHg (-3,8; -1,8), p<0,0001), die Triglyzerid- (ETD -6% (-9; -3), p=0,0003) und Gesamtcholesterinwerte (ETD -2% (-3; 0), p=0,03) wurden verbessert. Außerdem war die Zeit bis zum Auftreten eines Typ-2-Diabetes 2,7-fach länger (95% Konfidenzintervall: 1,9; 3,9) als unter Placebo. Das Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, reduzierte sich um 79,3% (1,8 vs. 6,2%) (9,10).
 
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